Wenn es einen Rockmusiker gibt, den man als echte Legende bezeichnen könnte, ist das wohl zweifelsohne der inzwischen 78-jährige Alice Cooper. Schon in den 1970ern erreichte er mit ersten Hits wie "I'm Eighteen" seinen Durchbruch. Dass er solche Songs auch am 9. Juli 2026 bei seinem Open Air-Konzert im Amphitheater Gelsenkirchen spielte, versteht sich von selbst. Die besondere Location am Rhein-Herne-Kanal war der einzige deutsche Stopp zwischen seinen zahlreichen Festival-Auftritten in diesem Sommer. Für sein Alter besonders: Selbst mit 78 Jahren ist er noch immer mit zwei Touren gleichzeitig unterwegs, sowohl als Solo-Künstler, als auch mit Hollywood Vampires.
Alice Cooper begeistert auch mit seinen aufwändigen Bühnenoutfits
Auf der Bühne sieht man ihm das Alters aber keineswegs an. Bei der Performance turnt er in seiner Show herum, als wäre er gerade einmal in seinen 30er (mehr)
Erwähnt man die Band Marillion, kommt einem vor allem der Song "Kayleigh" in den Sinn. Im Jahre 1985 feierte die britische ProgRock-Band mit diesem kitschigen Liebessong ihren großen Durchbruch. Das Problem dabei: Bereits vier Jahre später folgte mit Steve Hogarth ein neuer Sänger und anschließend noch über 15 weitere Alben. Trotzdem wird die Band bis heute auf diesen einen viel zu klischeehaften, kitschigen Song reduziert - obwohl hunderte deutlich anspruchsvollere Lieder die Discografie der Band ausmachen. Für Hogarth ist das Fluch und Segen zugleich: Einerseits lockt das noch immer tausende Besucher auf die Konzerte, andererseits möchten sie doch vermehrt die späteren Songs spielen. Besonders auf einem Open Air-Event wie dem Kunstrasen Bonn, das nicht Teil einer normalen Clubtour ist, ist das schwierig.
Nicht wenige der rund 3500 Besucher werden am 5. Juli 2026 zum ersten (mehr)
Für die Stadt Mülheim an der Ruhr war das Castle Rock Festival am Schloss Broich wahrscheinlich das wichtigste Event des Jahres. Die lokale Gothic-Szene fand das Event sogar so relevant, dass sie sich bei dessen Ausfall in der Corona-Zeit spontan im anliegenden Park traf, weil sie das Festival offenbar so vermisste. Für viele ist daraus seitdem ein echtes Community- und Familientreffen geworden. Nicht wenige Besucher kennen sich aus dem Phoenix Club in der gleichen Stadt und haben sich längst untereinander angefreundet. Gerettet werden konnte das Castle Rock aber trotzdem nicht: Veranstalter Michael Bohnes geht in Pension und konnte keinen Nachfolger finden, der szeneaffin genug ist, um das Event weiterzuführen. In seiner Form war das Festival nämlich einzigartig: Ein Gothic-Festival durchgeführt von einem städtischen Veranstalter dürfte bundesweit eine Seltenheit sein. Mit eine (mehr)
Manchmal muss ein Veranstalter einfach mutig sein, denn einfach hatte es die neue Veranstaltungsreihe FLEXX im Kulttempel Oberhausen nicht. Das Event setzte dort am 26. Juni 2026 nicht nur auf kleinere Künstler mit experimentellen Sounds, mit denen es eine Veranstaltung ohnehin schon etwas schwieriger hat, Publikum anzulocken. Gleichzeitig mussten die Besucher auch noch gegen die 39 Grad heiße Hitzewelle außerhalb des Gebäudes ankämpfen - was sicher auch einige Besucher von einem Erscheinen abgehalten hat. Diejenigen, die trotzdem gekommen sind, wurden jedoch mit allen Maßnahmen belohnt, die man gegen Hitze auffahren kann: Kulttempel-Inhaber Peter Jurjahn hatte sogar riesige Industrieventilatoren aufgestellt, um für Abkühlung vor der Bühne zu sorgen - denn seine Gäste sind nach eigenen Worten schließlich "die besten Gäste der Welt".
Für die Künstler stand dabei natürli (mehr)
Die Festivalsaison hat für die meisten gerade erst begonnen, da kündigt so manches Event bereits die ersten Bands für das kommende Jahr an. Insbesondere in der schwarzen Szene beginnt die Festivalzeit für viele bereits im März, wenn das E-Tropolis Festival an den Start. Am 20. März 2027 widmet sich dieses wieder der elektronischen Seite der Gothic-Szene und ist deshalb fester Saisonauftakt für rund 3500 Besucher. In den beiden Hallen der Turbinenhalle Oberhausen erwartet die Fans dort eine musikalische Vielfalt von Synthpop bis EBM, von Aggrotech bis Noise, von Electropop bis "elektronischer Todeskunst". Die erste Bandwelle ist währenddessen bereits veröffentlicht.
Insbesondere dürfen sich die Besucher dabei auf Publikumsliebling Solitary Experiments freuen, die mit ihrem modernen Future Pop für echte Ohrwurmgarantie sorgen. Songs wie "Every Now and Then", "Crash & Burn" o (mehr)
Offenheit für neue Musik und die Bereitschaft, völlig neue Wege zu gehen: So lautet das Konzept einer Veranstaltung, die am 26. Juni 2026 für aufregende musikalische Entdeckungen im beliebten Kulttempel Oberhausen sorgen soll. Der Titel des Events deutet dabei schon an, was hier geboten wird: Bei Flexx sind die Veranstalter recht flexibel bei der Auswahl der Genres. Von elektronischer Musik über handgemachte Klänge bis hin zu ruhigen oder treibenden Tönen wird hier eine Vielfalt geboten, die es nur selten auf kleinen "Mini-Festivals" zu sehen gibt. Sowohl neue Talente, als auch unbekanntere Acts der schwarzen Szene, die auf die Bühne zurückkehren wollen, bekommen bei Flexx eine Bühne geboten.
Auf Aktion: Fiasko beispielsweise werden sich schon einige Fans sehnsüchtig freuen. Erst im Frühjahr trat Sängerin Franzi Berlina beim E-Tropolis Festival als Gastmusikerin mit "Zwei (mehr)
Es gibt Bands, die einfach seit der Kindheit irgendwie immer da waren. Selbst wenn den Namen nicht mehr so bewusst auf dem Schirm hat, kennt man ihre größten Hits schließlich aus dem Radio - und sei es, weil die Lokalsender in Mamas Auto mal wieder "I Want to Know What Love Is" gespielt haben. Inzwischen ist die Band ganze 50 Jahre alt und damit eine der wenigen Bands des 70s Classic Rock, die man noch immer live erleben kann. Am 10. Juni 2026 wollten sie im ausverkauften Amphitheater Gelsenkirchen, direkt neben dem Rhein-Herne-Kanal unter Beweis stellen, dass die alten Songs auch heute noch funktionieren.
Bereits im Vorfeld gab es jedoch auch Kritik von einigen kritischen Stimmen: Foreigner seien nur noch eine Tribute-Band, waren einige Fans der Meinung. Tatsächlich ist von der Originalbesetzung inzwischen niemand mehr dabei. Immerhin Bandmitglieder wie Bassist Jeff Pilson und K (mehr)
Früher auf einem Schiff, heute weiterhin als kleines alternatives Event der schwarzen Szene in Köln am Start. Das früher einmal als "Ship of Rebels" bekannte Echoes of Rebellion Festival geht in die nächste Runde: Am 24. Juli 2026 sorgen die beiden Veranstalter Aileen und Jean-Pierre Reuter wieder für feinsten Post-Punk und Synthpop im kleinen und gemütlichen Club Volta in Köln. Für viele Besucher dabei praktisch: Während das Amphi Festival an diesem Wochenende sowieso in Köln stattfindet und wieder rund 12.000 Goths nach Köln lockt, ist das Echoes of Rebellion am Freitag Abend der perfekte Auftakt für das Festival-Wochenende.
Als Ergänzung werden genau hier nämlich jene Bands geboten, die abseits des üblichen Festival-Kreislaufs auf den großen kommerziellen Events eher selten eine Bühne erhalten. Kleinere unbekanntere Bands aus Nischengenres bekommen hier ihren Auft (mehr)
Möchte man japanische Kultur in Deutschland erleben, ist man in NRWs Landeshauptstadt Düsseldorf bestens aufgehoben. Die Stadt hat mit der Vielzahl japanischer Einwohner und dem Japan Town an der Immermannstraße nicht nur die größte japanische Community Deutschlands, sondern feiert diese Kultur auch gleich mehrfach auf großen Events. Mitte Mai findet daher jährlich erst einmal der Japantag an der Rheinpromenade statt. Und während viele Besucher dort inzwischen beklagen, dieser sei viel zu voll geworden, folgte nur eine Woche später auch direkt das nächste Event: Die Anime- und Japan-Convention Dokomi lockte 230.000 Besucher in die Messe Düsseldorfs und ist damit als größte Anime-Convention Europas inzwischen sogar größer als die Messe Boot. Bei deutlich größerem Gelände bleibt das Flanieren durch die Händlerhallen aber dennoch weitaus angenehmer, als zuvor an der Rhein (mehr)
Ein bisschen abseits der großen Straße, mitten im Grünen, findet sich in Ratingen das Eisenzeitliche Gehöft mit all seinen niedlichen alten Hütten. Und mittendrin kommen jährlich bis zu 1000 Menschen zusammen, um das Folkerdey Festival zu besuchen. Einige von ihnen machen das inzwischen bereits seit 20 Jahren, denn das eintägige Event feierte am 30. Mai 2026 sein 20. Jubiläum. Erstaunlich dabei der Preis: Noch immer gab es ein Festival-Ticket für nur 20 Euro im Vorverkauf, 30 an der Tageskasse. Wie das geht? Vor allem durch die Gemeinnützigkeit des Fördervereins, vielen ehrenamtlichen Helfern und lokalen Vereinen, die ihren Teil dazu beitragen. Der Verein des Spanischen Kulturkreises etwa, dessen selbstgemachte Paella so beliebt ist, dass sie innerhalb von 20 Minuten ausverkauft ist.
Campingstühle und Picknickdecken erlaubt: Das Folkerdey ist für seine Gemütlichkeit bekan (mehr)