Die Gothic-Szene ist mehr als nur traditioneller Goth aus den 80er Jahren, klassischer Post-Punk oder der Gothic Rock der großen Festival. Einmal im Jahr kommen die Anhänger der Szene aus NRW zusammen, um in Oberhausen ein spezielles Genre zu feiern: Das E-Tropolis Festival widmet sich der rein elektronischen Seite der schwarzen Szene. Genres wie Aggrotech, EBM, Synthpop und Dark Electro dominieren dabei am 28. März 2026 die Turbinenhalle Oberhausen. Vom Cybergoth mit den bunten neonfarbenen Plastikhaaren über martialisch anmutende EBMler, bis hin zum Goth im klassischen Schwarz kommt die "schwarze Familie" zusammen, um so manche Größe der Szene auf der Bühne zu sehen.
Als Headliner ist dabei eine Band am Start, die schon in den 90er Jahren auf sich aufmerksam machte und noch heute eine der wichtigsten Bands der Szene ist: Project Pitchfork überzeugten schon mit ihrem Hit "Ti (mehr)
Es gibt Bands, die haben schon einige Jahre nach ihrer Gründung sowas wie einen Legendenstatus. Die seit 1979 immer mal wieder auf der Bühne stehenden Punk-Rocker von Slime gehören da sicherlich dazu. Ihre Bandgeschichte ist so spannend und so voller Kontroversen, wie die politische Laufbahn mancher Staaten: Sogar in der eigenen Szene war die Band immer mal wieder umstritten, nachdem sie es wagte, ihre ganz persönliche Haltung zu vertreten und sie in ihren Songs frei Schnauze rauszuhauen. Die antiamerikanischen Songs der 80er Jahre stießen selbst in der linksorientierten Punkszene nicht immer auf Gegenliebe, Songs wie "Wir wollen keine Bullenschweine" waren sogar einmal Teil eines Ermittlungsverfahren. Aber so ist Punk nunmal: Rebellisch, gegen das System, auch dann, wenn es unbequem wird. Und trotz gelegentlicher Bandauflösungen, kamen sie doch immer wieder auf die Bühne zurück. (mehr)
Dass die Metal-Band Hämatom für manchmal arg kontroverse Kooperationen bekannt ist, dürfte längst nicht Neues mehr sein. Bereits im Jahre 2024 traten sie auf dem Wacken Open Air gemeinsam mit Rapper Finch auf - und sorgten dabei für gemischte Reaktionen bei den Fans und Metalheads. Dieses Mal setzen sie gar noch einen drauf: Statt Rap oder HipHop, soll es dieses Mal Schlager sein, der mit ihnen gemeinsam auf die Bühne darf. Und das ist so oldschool, dass es bis in die 60er Jahre zurück geht. Mit Fernando Express als ersten Support gab es am 29. Dezember 2025 im Carlswerk Victoria Köln waschechten Schlager der wirklich alten Schule. Beide Bands und auch die Fans machten sich einen riesigen Spaß daraus, Songs wie "Mit dem Albatross nach Süden" gemeinsam zu performen. Wenn Hämatom mit ihren Masken und Fernando Express im schicken Anzug nebeneinanderstehen, war das schon ein eher (mehr)
Die einen feiern Weihnachten, die anderen lieber das Julfest und die Wintersonnenwende. Dazu auch noch Pagan Metal zu hören, der von nordischer Mythologie, Wikingern und heidnischen Ritualen handelt, ist fast schon naheliegend. Während sich aber selbst die Heiden an den Feiertagen noch mit ihren Familien treffen können, wartet der große Festivalspaß bereits im Februar auf Fans der nicht ganz so christlichen Gitarrenmusik. Dabei kommen auch Metal-Fans aus NRW voll auf ihre Kosten: Am 6. Februar 2026 findet nämlich das Heidenfest 2026 in der Turbinenhalle Oberhausen statt.
Als Headliner ist es dem Festival sogar bereits gelungen, einen echten Schamanen anzukündigen: Sänger Jonne Järvelä ist mit seiner finnischen Band Korpiklaani für ganz besonderen Folk-Metal bekannt. Während sich die Texte der Mythologie widmen, wird die Musik auch vom finnischen Foxtrott Humpaa beeinfluss (mehr)
Nicht alle Festivals müssen riesengroß sein und auf einem Acker stattfinden. Manchmal reichen auch vier kleine Bands in einer Indoor-Location, um zumindest ein Mini-Festival zu füllen. Genau das gab es am 28. November 2025 im Kulttempel Oberhausen, der zu den wichtigsten Locations der schwarzen Szene gehört: Das Epicentre Festival des gleichnamigen Veranstalters Epicentre Booking versprach "a night of finest synthpop, futurepop & electro". Da war der Name dann natürlich auch Programm, selbst bei den kleineren Acts, die den Abend beginnen durften.
Die beiden Damen am linken und rechten Rand der Bühne, die die Flaggen der Band Accessory schwenken durften, kündigten es bereits an: Trotz des eher softeren Synthpop sollten Accessory aus Chemnitz mit treibenden Beats punkten. Von den größeren Festivals der schwarz-elektronischen Musik sind sie bereits bekannt, insbesondere durch H (mehr)
Seinen Geburtstag ausgerechnet nach elf Jahren zu feiern, statt nach zehn, ist zwar etwas ungewöhnlich und "unrund", Grund zum Feiern war das aber trotzdem: Als Veranstalterin Isabelle Jenneßen vor 11 Jahren das Kultube unweit der Mönchengladbacher Altstadt gründete und dort dann auch etwa einmal im Quartal die Schwarze Nacht veranstaltete, hatte sie etwas gewagt, das es in dieser Stadt so noch nicht gab. Die Schwarze Szene der Region war es gewohnt, in das Ruhrgebiet zu fahren, um zu feiern und Konzerte zu besuchen. Ob das Kultube von der Szene angenommen würde und noch dazu in einer Stadt mit eher finanzschwacher Bevölkerung funktionieren würde, konnte niemand so recht sagen. Während in der Zwischenzeit selbst etablierte Metal-Kneipen wie das Krümel ihre Tore schlossen, war die Schwarze Nacht ein mutiges Experiment. Eines, das sich gelohnt hat: Heute feiert die Schwarze Nacht (mehr)
Die farbig beleuchteten Fenster sorgen für eine romantische Stimmung, die wenigen hundert Sitzplätze lassen das Publikum teilhaben wie bei einem Wohnzimmerkonzert: Der frisch renovierte Rittersaal der Schloss Burg in Solingen ist bereit für aufregende Veranstaltungen. Und diese Gelegenheit lässt sich das hübsch beleuchtete Schloss schon in diesem Winter nicht nehmen: Bereits vor Weihnachten begeisterten am 21. und 22. Dezember 2025 zwei außergewöhnliche Konzerte die Besucher des Schlosses. Acht Mönche, bereits seit Jahrzehnten auch aus der Werbung bekannt, lassen Mittelalter auf Moderne treffen und beweisen, dass gregorianische Kirchenmusik alles andere als langweilig sein muss.
Sie präsentieren Konzerte für die gemütlichen Romantiker, die nicht immer Action auf der Bühne brauchen. Das Licht wird gedimmt, so möchte es die Band, die zum ersten Song mit Kerzen auf die Büh (mehr)
Wenn Suzi Quatro davon berichtet, dass sie als junges Mädchen einst noch Elvis Presley live auf der Bühne gesehen hat, mag das für die jüngere Generation etwas merkwürdig klingen. Immerhin weilte der legendäre Musiker schon nicht mehr unter uns, als die Millenials überhaupt geboren wurden. Manche Musiker haben aber eine so lange Bühnengeschichte hinter sich, dass sie die 70er Jahre bereits aktiv erlebt haben. Für die "Queen of Rock" Suzi Quatro war das ihre Glanzzeit. Hits wie "Stumblin In" oder "Can the Can" verhalfen ihr in den 70ern zum Durchbruch. Im Ruhrcongress Bochum stand sie am 21. November 2025 mit ganzen 75 Jahren auf der Bühne. Klar: So jung wie auf dem Bild, das die Leinwand hinter ihr schmückte, sieht sie nicht mehr aus. Flink ist sie aber allemal: In ihrem schwarzen Ganzkörper-Lederoutfit, das sie in der zweiten Hälfte des Konzerts trägt, stellt sie schnell f (mehr)
Irish Folk gehört doch eigentlich in den Pub. In die kleinen Locations, in denen die Zuschauer ganz nah bei der Band sein können, um mitzufeiern und mitzusingen. In die kleine Runde am Lagerfeuer, bei der Akustik-Gitarre und Gesang für einen gemütlichen Abend sorgt. Manche Bands sind aber selbst in diesem Genre inzwischen eigentlich zu groß, um noch solch kleine Konzerte zu spielen. Dass die Sehnsucht nach dem traditionellen, alten Format bei Musikern trotzdem aufkommt, ist da wenig verwunderlich. Die Speedfolk-Band Fiddler's Green, die den typischen Irish Folk ein bisschen flotter spielt, macht deswegen im Frühjahr gern eine ganz besondere Tour. Beim Acoustic Pub Crawl kommen sie dabei zurück in die kleinen Konzert-Locations, in denen diese kleine Runde zumindest ein bisschen wieder zustande kommt.
Sänger Albi mit Akustikgitarre bei einem Konzert von "Fiddler's Green" (Foto: R (mehr)
Seit 30 Jahren bereits stehen sie auf der Bühne: Knorkator, die selbsternannte "meiste Band der Welt" - was auch immer das bedeuten mag. Tatsächlich sind es eigentlich schon 31 Jahre, denn die Metal-Band aus Berlin existiert bereits seit 1994. Aber egal, denn laut Band sind "das alles Fake-News, um uns unsere Jubiläums-Tour im Jahr 2025 madig zu machen! Um uns bloßzustellen als Deppen, die nicht mal bis 30 zählen können." Und damit wird auch den meisten schnell klar, was sie bei einem Konzert von Knorkator zu erwarten hat: Eine Band, die sich selbst nicht immer allzu ernst nimmt. Das wird auch bei dem manchmal etwas absurd anmutenden Bühnenbild immer mal wieder deutlich.
So kommt es also vor, dass das Publikum mit einer riesigen Schaumstoffkeule geschlagen wird oder eine Kiste voller Toastbrot ins Publikum geworfen wird. Konfetti kann ja jeder, denkt sich wohl Knorkator. Dazu (mehr)