Review
| The Mandalorian and Grogu |
| Land/Jahr: USA 2026 |
| Genre: Science-Fiction |
| Regie: Jon Favreau |
| Darsteller: Pedro Pascal Sigourney Weaver Jonny Coyne |
| FSK: ab 12 Jahren |
| Dauer: 132 Minuten |
| Kinostart: 20. Mai 2026 |
| Label: Walt Disney Studios Motion Pictures |
Der Kopfgeldjäger Din Djarin, auch bekannt als Mando, ist nicht gerade dafür bekannt, sich moralisch oder politisch auf eine Seite zu stellen. Gemeinsam mit seinem Ziehsohn Grogu arbeitet er grundsätzlich für jeden, der ihn am besten bezahlt. Momentan ist das die Neue Republik, die ihn beauftragt hat, die Überreste des Galaktischen Imperiums aufzuspüren und imperiale Kriegsherren zu jagen, um eine Neugründung des Imperiums zu verhindern. Bei seinem neuesten Auftrag bekommt er es ausnahmsweise aber dennoch mit seinem Gewissen zu tun: Im Gegenzug für Informationen zum Aufenthaltsort zum Kriegsherren Janu, soll er den Neffen der zwei Anführer des Verbrechersyndikats der Hutten aus der Gefangenschaft befreien, die ihn zu Arenakämpfen zwingt. Doch der scheint von der Befreiung gar nichts wissen zu wollen, sondern fürchtet stattdessen den Tod bei der Rückkehr zu seiner Familie. Kann der Mandalorianer wirklich den Tod eines Unschuldigen riskieren, obwohl er nicht einmal im Auftrag dieser potentiellen Täter unterwegs ist?
Kritik:
Neben den zahlreichen Star Wars-Filmen, die seit Jahrzehnten erfolgreich über die Kinoleinwände flimmern, sind Fans inzwischen vor allem von den Serien begeistert, die auf dem Streaming-Anbieter Disney+ zu sehen sind. Insbesondere „The Mandalorian“ erfreut sich dort besonderer Beliebtheit. Wenig verwunderlich also, dass es ein dazu passender Film auch in die Kinos geschafft hat.
Kopfgeldjäger mit Sidekick
Der Kinofilm „The Mandalorian and Grogu“ baut natürlich voll und ganz auf dem Setting und der Handlung der Serie auf. Bei der Durchführung von Auftragsarbeiten als Kopfgeldjäger wird der Mandalorianer weiterhin von „Baby-Yoda“ Grogu begleitet, der als eine Art humoristischer Sidekick dient. Während wir das Gesicht des Mandalorianers, gespielt von Pedro Pascal, äußerst selten zu Gesicht bekommen, soll Grogu zurückhaltend und dezent für diverse Lacher sorgen: Das kindisch-naive Verhalten, bei dem Grogu es vor allem auf Süßigkeiten, Snacks und dem verbotenen Drücken von Knöpfen abgesehen hat, sorgt sicherlich für einigen Unterhaltungswert – auch ohne dass der kleine grüne Alien sprechen könnte. Zur eigentlichen Handlung trägt er neben dem Mandalorianer allerdings – anders als in der Serie – nur wenig bei.
Gesellschaft im Universum – statt Jedi gegen Sith
Spannend unterdessen, dass auch „The Mandalorian and Grogu“ vollständig auf die Präsenz von Jedi, Sith und Laserschwertkämpfe verzichtet. Dadurch baut der Film vor allem jene Aspekte ein, die schon den Reiz der Serie ausmachten: Der Kampf zwischen „Gut und Böse“, zwischen der hellen und der dunklen Seite der Macht, steht kaum bis gar nicht im Mittelpunkt. Stattdessen gibt es einige Einblicke in diverse Spezies und Kulturen und vor allem in das Leben auf anderen Planeten. Im Vergleich zur Serie bleibt der Film da ein bisschen unterkomplex und hinter den Erwartungen zurück, denn ver Film verpasst leider die Chance, die kulturellen Eigenschaften der Hutten und ihres hochgesicherten Planeten detaillierter auszuarbeiten. Typisch, wie auch in der Hauptreihe von „Star Wars“, dienen Außerirdische und fremde Planeten eher als Kulisse und „Alien-Show“, statt das Universum von Star Wars damit ähnlich wie bei früheren Star Trek-Serien auszubarbeiten.
Geradliniges Auftragserfüllen
Ansonsten allerdings ähnelt der Film der Serie etwas mehr als es ihm gut tut. Insgesamt macht „The Mandalorian and Grogu“ ein wenig den Eindruck, als hätte man hier zwei Folgen der Serie einfach zusammengeschnitten. Die Story gestaltet sich also ziemlich geradlinig und wirkt dadurch auf eine hohe Laufzeit von über zwei Stunden eher gestreckt. Das vermeintliche Abarbeiten einer „Quest“, eines Auftrags, ist für eine derartige Länge aber dann doch etwas zu simpel gestaltet, zumal das ständige Tragen eines Helms bei der Hauptfigur auch die Emotionalität etwas dämpft, denn Platz für Mimik und Körpersprache bleibt an der Stelle doch nur wenig. Die hätte es aber gebraucht, wenn man das Fehlen dieser Emotionen nicht durch eine komplexere Handlung ausblendet.
Fazit:
Der erste Kinofilm basierend auf der Star Wars-Serie „The Mandalorian“ wirkt über weite Strecken, als hätte man zwei Episoden der Serie einfach zusammengeschnitten und kommt daher insgesamt etwas emotionslos und unterkomplex daher. Im Vergleich zu dem gewöhnlichen „Gut gegen Böse“-Kampf, für den Star Wars bekannt ist, arbeitet „The Mandalorian and Grogu“ das Universam aber immer noch tiefgründiger aus, als die Hauptreihe des Franchises.