Review
| Scary Movie 6 |
| Land/Jahr: USA 2026 |
| Genre: Parodie |
| Regie: Michael Tiddes |
| Darsteller: Anna Faris Regina Hall Marlon Wayans Shawn Wayans Dave Sheridan Jon Abrahams Lochlyn Munro |
| FSK: ab 16 Jahren |
| Dauer: 96 Minuten |
| Kinostart: 3. Juni 2026 |
| Label: Sony Pictures |
Sechsundzwanzing Jahre sind inzwischen seit dem ersten Massaker vergangen. Nun sollen Cindy Campbell, Brenda Meeks, Shorty Meeks und Ray Wilkins wieder von der Vergangenheit eingeholt werden: Der Ghostface-Killer ist wieder da und hat es erneut auf die Gruppe abgesehen. Denn trotz zahlreicher mysteriöser Todesfälle um sie herum, möchte er vor allem eines: Die damaligen Opfer erneut verfolgen und endgültig zur Strecke bringen. Doch dabei ahnt er noch gar nicht, wie idiotisch sich seine Opfer anstellen werden…
Kritik:
Als der erste „Scary Movie“ vor etwa 26 Jahren die Kinoleinwände eroberte, wurde die Parodie auf Horrorfilme wie „Scream“ schnell zu einem echten Kult. So mancher Jugendlicher schrie sich damals „Wazzup!“ zu, wie es die bekifften Figuren in dem Film vormachten. Und während nun „Scream“ auch weiterhin immer mehr Fortsetzungen erhält, darf wohl auch die Parodie nicht fehlen, die zum sechsten Mal in Folge kein Blatt vor den Mund nimmt.
Die Fortsetzung der Scream-Parodie
Die Grundhandlung des Films bleibt dabei seinem damaligen Muster treu. Im Kern der Story, falls man überhaupt von einer solchen sprechen kann, steht eine grob an die „Scream“-Filme angelehnte Handlung, bei der der Ghostface-Killer einmal mehr Jagd auf eine Gruppe Teenager macht. Der Unterschied: „Scary Movie“ nimmt dabei so einige typische Horrorfilm-Klischees gewaltig auf die Schippe und versucht dabei ein Gagfeuerwerk im Minutentakt abzufeuern. Ob nun der typische Gang in die einsame dunkle Gasse, obwohl der Protagonist doch eigentlich wissen müsste, was dort auf ihn wartet. Oder das doch eher bekiffte Vorgehen des Killers, das man gewaltig auf den Arm nimmt. Dem Stil ihres Humors bleiben die Brüder Wayans also treu – und teilweise auch den alten Darstellern, zu denen selbst der geistig behinderte Cop Doofy gehört.
Gags voller Easter Eggs und Fanservice
Insgesamt entpuppt sich der sechste „Scary Movie“ als eine ziemliche Reihe an Fanservice, zu dem es in guten Horrorfilmjahren ja reichlich Vorlagen gibt. Der Film parodiert dabei so ziemlich alles: Von der legendären Weihnachtsmann-Szene aus „Terrifier“ bis hin zum herausragenden „The Substance“ bekommt jeder erfolgreiche Horrorfilm der vergangenen drei Jahre sein Fett weg. Das funktioniert insbesondere für jene Zuschauer hervorragend, die regelmäßig ins Kino gehen und das meiste davon gesehen haben. Zugegeben: Nicht jeder Gag zündet, die Anspielungen aber sitzen oftmals dann sehr wohl. Problematisch ist eher der große Hang zu Fäkalhumor, der in diesem Ausmaß dann doch auf Dauer nervt – und dafür sorgt, dass die geringe Laufzeit von nur 96 Minuten am Ende dann auch ausreicht, um nicht allzu sehr zu nerven.
Austeilen gegen Wokeness und LGBT
Intressant ist dabei darüber hinaus aber auch, wie sehr „Scary Movie 6“ gegen die Wokeness in Hollywood austeilt. Der Filmverleih hat diesen Aspekt des Films zwar vorab gewaltig für Marketing ausgeschlachtet, doch tatsächlich nehmen die Macher hier kein Blatt vor den Mund und haben doch so manchen recht gewagten Witz auf Lager. Die Ermordung einer nicht-binären oder transsexuellen Person mit den Pronomen „They / them“, einfach nur, weil dem Killer die Nennung der Pronomen auf die Nerven geht, gehört vermutlich zu den kontroversesten Szenen. Fast schon im Minutentakt teilt der neue „Scary Movie“ gegen Wokeness, Linke und LGBT aus und hat dabei so manch derbe, grenzwertige Szene auf Lager. Sogar ein Corona-Fanatiker, der im Jahre 2026 noch Wert auf Tests legt, wird mit einem geistig Behinderten gleichgestellt, der offenbar nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Das jedenfalls muss man sich erst einmal trauen – und triggert vermutlich mehr, als so mancher Zuschauer es zugeben möchte.
Fazit:
Mutig: Der neueste „Scary Movie“ parodiert nicht nur zahlreiche aktuelle Horrorfilme wie „Scream“, sondern teilt zugleich auch unerwartet stark gegen Wokeness, Linke und LGBT aus. Dabei kommt so mancher gewagte, kontroverse und grenzwertige Gag zustande, von dem sich einige Zuschauer sicher getriggert fühlen. Am Ende schwächtelt der Film aber vor allem an der Häufigkeit des Fäkalhumors, statt an der gewollten Provokation.