Review
| Resident Evil (2026) |
| Land/Jahr: USA / D 2026 |
| Genre: Horror |
| Regie: Zach Cregger |
| Darsteller: Austin Abrams Zach Cherry Kali Reis Paul Walter Hauser Johnno Wilson |
| FSK: ab 16 Jahren |
| Dauer: 94 Minuten |
| Kinostart: 17. September 2026 |
| Label: Constantin Film |
Während seine Freundin von der Schwangerschaft berichtet und die beiden überlegen, wie sie ihre gemeinsame Zukunft ausrichten, hat Bryan einen ziemlich anstrengenden Job vor sich. Er arbeitet als medizinischer Kurier und liefert zeitkritische Organe in verschiedenste Krankenhäuser. Sein neuester Auftrag eilt besonders: Ohne Umwege soll er direkt in die verschneiten Berge vordringen, um eine Tasche mit unbekanntem Inhalt abzuliefern. In völliger Selbstüberschätzung schätzt er die glatten Straßen und eisigen Temperaturen in der Gegend jedoch vollkommen falsch ein. Nachdem ihm dann auch noch ein Verkehrsunfall geschieht, wird ihm erst so richtig klar, worauf er sich hier eingelassen hat: In der verschneiten Wildnis völlig auf sich allein gestellt, verhalten sich die Menschen längst nicht mehr völlig normal. Aggressiv und scheinbar unsterblich machen sie Jagd auf den Kurier, dem schon bald bewusst wird, dass er hier wahrscheinlich das Gegenmittel für ein unbekanntes Virus transportiert…
Kritik:
Basierend auf der gleichnamigen Videospielreihe erfreuten sich Horrorfans bereits an ganzen sieben Verfilmungen des Spiels. Insbesondere Milla Jovovich erlangte durch die Rolle als Alice dabei ziemliche Berühmtheit. Nun geht alles zurück auf Anfang: Der neueste „Resident Evil“ erzählt eine Geschichte völlig unabhängig von den bisherigen Verfilmungen und stellt dabei schon fast so etwas wie eine Art Prequel dar.
Unabhängige Verfilmung der Videospiele
Der Horrorfilm von Zach Cregger startet dabei bereits vor dem eigentlichen Ausbruch des mysteriösen Virus bei der Umbrella Corporation. Nah an der Hauptfigur schildert der Film das Leben eines jungen, etwas unbeholfenen Mannes, der von seinem baldigen Abenteuer in das Virusgebiet noch gar nicht so richtig viel ahnt. Hauptdarsteller Austin Abrams entpuppt sich dabei als die besondere Stärke des Films, die dem Zuschauer nicht nur eine gelungene Identifikationsfigur liefert, sondern dem Horrorfilm auch noch eine überraschende Portion Humor verpasst. Erstaunlicherweise ist der neue „Resident Evil“ nämlich auch der witzigste Film der Reihe. Das liegt vor allem am weinerlichen, oftmals genervten Verhalten der Hauptfigur, die sich auf amüsante Weise doch manchmal ziemlich idiotisch anstellt. Regisseur Zach Cregger gelingt damit eine unerwartete Situationskomik.
Hauptfigur mit Bestbesetzung
Auch bei der Atmosphäre profitiert „Resident Evil“ von der besonderen Nähe zur Hauptfigur, die ihren Gruselfaktor insbesondere dadurch entfaltet, dass Bryan doch immer wieder auf sich allein gestellt ist. Cregger versteht dabei das Spiel mit einer eingeschränkten Sichtweite und dem klautstrophobischen Gefühl der Einengung. Besonders bei den Szenen im dichten Schnee kommt das sehr zur Geltung, wenn Austin Abrams kaum hundert Meter weit sehen kann – und dabei die herannahenden Monster und Zombies oftmals erst im letzten Moment überhaupt erkennt. Gepaart mit einer Tollpatschigkeit, bei der Hauptfigur Bryan sogar bei der Verwendung einer Schusswaffe eher unbeholfen wirkt, entstehen doch so manche brenzlige Momente. Austin Abrams mimt dabei praktisch das völlige Gegenteil der Rolle, die einst Milla Jovovich hatte.
Blutige Scripte
Das alles passt auch durchaus dazu, dass sich Zach Cregger gelungenerweise die typischen, fast schon klischeehaften Elemente eines Videospiels zu eigen macht. So manche Szene wirkt schließlich genauso gescriptet, wie in der Vorlage, wodurch diverse Bedrohungsszenarien für das Publikum praktisch erahnbar sind, sofern man sich zu den Gamern zählt. Betritt Bryan also einen Raum voller fleischiger Blutblasen und lässt die Tür hinter sich zufallen, ist wohl jedem Gamer bald klar, was hier so ziemlich bald passieren wird. Spaß macht dabei aber umso mehr, dass sich der Film bei seinem Blut, Gore und Gewalt genauso wenig zurückhält, wie die Videospielvorlage. Literweise Kunstblut, ganze in Blut getränkte Räume, Eingeweide und verstörende Verschmelzungen von Lebewesen machen „Resident Evil“ dieses Mal also auch noch erheblich blutiger, als zunächst erwartet – und wird damit Horrorfans mehr als glücklich machen, egal ob Gamer oder nicht.
Fazit:
Der neueste „Resident Evil“ setzt alles zurück auf Anfang und erzählt eine Geschichte völlig unabhängig von den bisherigen sieben Vorgängern. Niemand hätte wohl erwartet, dass Regisseur Zach Cregger damit zugleich die beste „Resident Evil“-Verfilmung aller Zeiten abliefert, die mit Charakternähe, einer guten Prise Humor und reichlich Blut begeistert.