Review
| Ready or Not 2 |
| Land/Jahr: USA 2026 |
| Genre: Horror |
| Regie: Matt Bettinelli-Olpin Tyler Gillett |
| Darsteller: Samara Weaving Kathryn Newton Sarah Michelle Gellar Shawn Hatosy Nestor Carbonell David Cronenberg Elijah Wood Kevin Durand |
| FSK: ab 16 Jahren |
| Dauer: 104 Minuten |
| Kinostart: 9. April 2026 |
| Label: Walt Disney Studios Motion Pictures |
Grace MacCaullay hat es geschafft: Sie hat das tödliche Familienritual, mit dem sie auf ihrer eigenen Hochzeit konfrontiert wurde, erfolgreich überlebt – als einzige. Die meisten Menschen in dem Hochzeitsanwesen sind explodiert und jetzt muss sie nur noch der Polizei erfolgreich erklären, was auf dem Gelände eigentlich vorgefallen ist. Doch während nicht einmal ihre Schwester Faith ihr Glauben schenkt, scheint bald alles wieder von vorne zu beginnen: Durch die Ereignisse kommt es zu einem erneuten mörderischen Wettstreit, denn aktuell ist unklar, wer den Vorsitz der jeweiligen satanischen Familien innehält. Grace muss also noch einmal antreten, dieses Mal gemeinsam mit ihrer Schwester. Und wer diesen Kampf gewinnt, wird Oberhaupt der satanischen Sekte – und das könnte sogar Grace selbst werden…
Kritik:
Fast wie ein einem Videospiel wurde der erste „Ready or Not“ im Jahre 2019 zu einem Überraschungs-Hit in den Kinos – auch wenn der Titel keineswegs mit dem tatsächlichen gleichnamigen Videospiel verwechselt werden sollte. Nun also geht es zurück auf das Anwesen, auf dem Samara Weaving erneut tödliche Angriffe überleben muss.
Gleiches Spiel, gleiches Prinzip
Das tödliche Versteckspiel läuft da auch ganz nach diesem Prinzip ab: Als vermeintliches Opfer einer satanischen Sekte hat es die gesamte Familie ihres Bräutigams auf sie abgesehen und will sie auf kreative Weise jagen und hinrichten. Das Ziel: Die Angriffe um jeden Preis überleben und im Optimalfall die Angreifer zuerst ermorden. Die allerdings fallen dann nicht einfach tot um. Wer dem Teufel seine Seele verkauft hat, wird bei einem Todesfall oder jeglichen Regeln, die gegen die Vorgaben Satans verstoßen, schlichtweg auf ziemlich blutige Weise explodieren. Die Gore-Effekte, bei denen das Blut nur so um sich spritzt, gestalten sich dabei immer wieder unterhaltsam. Auch „Ready or Not 2“ ist bei seiner Gewaltdarstellung so dermaßen überzeichnet, dass der Horrorfilm ziemlichen Spaß macht und eigentlich als Horrorkomödie durch geht.
Spaß mit Verschwörungstheorien
Natürlich wird das auch bei der Story deutlich, denn die greift eine altbekannte Verschwörungstheorie auf. Gerade in den Vereinigten Staaten von Amerika sind viele Menschen schließlich überzeugt davon, dass die gesamte Welt von einem „Deep State“ gesteuert wird. Ob Kriege, Pandemien oder andere schwerwiegende Vorfälle – wahlweise stecken entweder die Illuminaten dahinter, oder eine satanische Gruppe reicher Bonzen. Aus letzterer Idee macht sich „Ready or Not 2“ dann einen Heidenspaß, denn ausgerechnet eine Satanistensekte mit Kontrolle über die Weltherrschaft startet rituelle Kämpfe um die eigene Führerschaft, die dann jegliche Ereignisse auf dem Planeten kontrollieren darf. Eine so absurde und durchgeknallte Story, die für reichlich Unterhaltung sorgt – erst recht mit einem Elijah Wood als Anwalt Satans, bzw. einer Art satanistischem Hohepriester. Ein bisschen angelehnt an die Glaubensinhalte von Anton LaVeys Church of Satan stellt man überraschend fest, dass sich die Macher doch weit mehr Gedanken gemacht haben, als das wenig ernsthafte Setting zunächst vermuten ließe.
Überraschungen bleiben aus
Nun fragt man sich aber natürlich, ob das gleiche Spielprinzip auch ein zweites Mal erneut funktioniert? Klar ist dabei auch, dass die Handlung von „Ready or Not 2“ sich als erwartungsgemäß vorhersehbar entpuppt. Wer hier dieses Spiel gewinnen soll, was nun weiter mit einer vermeintlichen Hochzeit passiert und ob sich die beiden Schwestern zusammenraufen, das hat dann doch leider kaum Überraschungen zu bieten. Lässt man sich auf die absurd-spaßige Unterhaltung ein, die sich zu keinem Zeitpunkt ernst nimmt, macht „Ready or Not 2“ zwar auch wegen seines Gewaltanteils ziemlichen Spaß, den großen beeindruckenden Twist sollte man aber auch zum Ende des Films nicht erwarten. Der zynische Humor gerade beim Showdown lässt über die mangelnde Innovation dann aber schnell hinweg sehen, sodass das Publikum schlicht bekommt, was es vor der Sichtung erwartet hat. Fans des ersten Teils sollten das also auf keinen Fall verpassen.
Fazit:
Gleiches Prinzip, gleiche Familie, gleiche Regeln: Die Fortsetzung der Horrorkomödie „Ready or Not“ bietet zwar keine wirklichen Überraschungen, kann mit seiner spaßigen Gewalt, der überzeichneten Handlung und einer angenehmen Portion Zynismus aber auch ein zweites Mal unterhalten. Fans bekommen, was sie erwarten.