Review
| Pressure |
| Land/Jahr: GB / F 2026 |
| Genre: Kriegsfilm |
| Regie: Anthony Maras |
| Darsteller: Andrew Scott Brendan Fraser Kerry Condon Chris Messina Damien Lewis Henry Ashton Con O'Neill |
| FSK: ab 12 Jahren |
| Dauer: 100 Minuten |
| Kinostart: 17. September 2026 |
| Label: Studiocanal |
Im Jahre 1944 scheint sich der Zweite Weltkrieg dem Ende zu neigen. Mit einer geplanten Invasion der Normandie durch die Alliierten, glauben die US-Streitkräfte, das Nazi-Regime endgültig vernichten zu können. Das Problem nur: Die Landung an der Küste soll bereits in 72 Stunden passieren und General Dwight D. Eisenhower ist sich noch nicht sicher, ob die Bedingungen dafür tatsächlich geeignet sind – schließlich verlor er bereits bei einer Übung zahlreiche seiner jungen Soldaten. Um das Risiko dieses Mal zu minimieren und den Sieg zu garantieren, heuert er die beiden Meteorologen James Stagg und Irving P. Krick an, um das Wetter für den Landungstag am Montag vorherzusagen. Dummerweise sind sich die beiden keineswegs einig: Während Krick hervorragendes Wetter vorhersagt, rechnet Stagg mit einem schweren Sturm, der zu einer Niederlage des D-Day führen soll. Doch wird Eisenhower der Prognose glauben, die ihm am meisten zusagt, oder die berechtigten Zweifel berücksichtigen?
Kritik:
Bei Kriegsfilmen über den Zweiten Weltkrieg geht es meist um das Nazi-Regime, Adolf Hilter und/oder den Holocaust an den Juden. Beim neuesten Film von Regisseur Anthony Maras widmet man sich hingegen eher einem vermeintlichen Nebenschauplatz: Der Planung des D-Day in der Normandie und die Bedeutung des Wetters für diese Strategie.
Wetter statt Krieg
Tatsächlich führt das dazu, dass „Pressure“ unter einer eher ungewöhnlichen Prämisse stattfindet. Es handelt sich nämlich um einen Kriegsfilm, der recht wenige wirkliche Kriegsszenen zu bieten hat. So werden wir nicht mitten in die Schlacht entführt, sondern sehen lediglich ein paar Aufnahmen von der Landung in der Normandie und den militärischen Übungen vorab. Im Mittelpunkt steht hingegen ein Kammerspiel in Groß-Brittanien, bei dem General Eisenhower, gespielt von Brendan Fraser mit zwei Meteorologen in der Planung für den Einsatz steckt und die Bedingungen für den Tag des D-Day abwägen muss. Ein Kriegsfilm also, dessen Hauptaugenmerk auf dem Wetter und der meteorologischen Wissenschaft liegt. Ungewöhnlich – aber doch spannend?
Hochdruck vs. Entscheidungsdruck
Der Titel des Films hat dabei eine doch recht passende Doppelbedeutung. Es bezieht sich nicht nur auf ein kurzfristiges Hochdruckgebiet, welches die US-Army für den tatsächlichen Zeitpunkt des D-Day ausnutzte, sondern auch auf den Druck, der auf den Befehlshabern und Entscheidungsträgern lastet, von denen ein Erfolg und damit die Zukunft der gesamten Weltordnung abhängen wird. Aus diesem „Pressure“ zieht der Kriegsfilm dann auch seine eigentliche Hochspannung, wenn die beiden Meteorologen unter Zeitdruck das kommende Wetter berechnen müssen und dabei nie eine hundertprozentige Sicherheit prognostizieren können. Der Konflikt zwischen der Uneinigkeit der Wissenschaftler und dem Entscheidungsdruck Eisenhowers sorgt derweil für jene Hochspannung, die das Publikum vor der Leinwand in jeder Sekunde fesselt. Dem Film gelingt es dabei, ein Problemszenario zu schildern, in das sich die Zuschauer gut hineinversetzen können.
Brendan Fraser vs. Andrew Scott
Das liegt nicht zuletzt auch an einer grandiosen Besetzung, bei der „Pressure“ mitunter die besten Schauspieler Hollywoods an Bord geholt hat. Insbesondere Brendan Fraser hat vor einigen Jahren mit „The Whale“ bewiesen, wieso er inzwischen zu den besten Charakterdastellern der gesamten Filmindustrie gehört. Diese schauspielerische Leistung setzt er auch in „Pressure“ fort, insbesondere wenn er sich in emotional aufgebrachten und wütenden Situationen präsentieren darf. Wenn Fraser voller Druck seine Kameraden anschreit, geht das auch dem Zuschauer durch Mark und Bein. Wir haben selten einen Eisenhower auf der Leinwand gesehen, der eine vergleichbare räumliche Präsenz in einen Film bringt. Im Zusammenspiel mit Andrew Scott, der eine unterhaltsame, aber fachliche Arroganz in diese Dynamik bringt, entsteht ein intensives Duo, das die Dramatik der damaligen Lage bestens in den Vordergrund rückt.
Fazit:
Ein Kriegsfilm, der sich vordergründig um das Wetter dreht: „Pressure“ zeigt einen ungewöhnlichen Schauplatz zum Ende des Zweiten Weltkriegs und begeistert vor allem mit der hochspannenden und dynamischen Auseinandersetzung zwischen Brendan Fraser als Eisenhower und Andrew Scott als Meteorologe. Ein packendes Kammerspiel.