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    Michael

    Michael

    Land/Jahr:
    USA / GB 2026
    Genre:
    Biografie / Musikfilm
    Regie:
    Antoine Fuqua
    Darsteller:
    Jaafar Jackson
    Juliano Valdi
    Colman Domingo
    Nia Long
    Miles Teller
    Laura Harrier
    FSK:
    ab 6 Jahren
    Dauer:
    127 Minuten
    Kinostart:
    22. April 2026
    Label:
    Universal Pictures

    Schon in der Kindheit hatte Michael Jackson es als eines von fünf Kindern nicht gerade leicht. Sein Vater wollte schließlich alles aus ihm herausholen und ihn zu einem der besten Musiker formen, den die Welt jemals gesehen hat. Der familiäre Druck ging allerdings auch mit Strenge und Gewalt einher, sodass selbst Schläge mit dem Gürtel das Talent aus ihm herauslocken sollten. Mit dem Vater als Manager ging es gemeinsam mit den Brüdern bereits als Minderjähriger auf Tour mit den „The Jackson Five“. Doch schnell stellte sich heraus: Michael ist anders als seine Brüder. Sein Talent, seine Stimme und auch seine Tanzkünste heben sich deutlich von den Geschwistern ab. Auf der Suche nach seinem eigenen Weg, ahnte zu diesem Zeitpunkt aber noch niemand, dass Michael eines Tages zum wichtigsten Popmusiker der Musikgeschichte aufsteigen sollte…

    Kritik:
    Filmbiografien über bekannte Musiker liegen aktuell voll im Trend. Amy Winehouse, Bob Marley, Milli Vanilli – sie alle wurden bereits auf die große Leinwand gebracht. Doch der wichtigste Musiker fehlte bisher noch: Michael Jackson bekam zwar bereits diverse Dokus spendiert, eine Spielfilm-Biografie fehlte aber noch. Und der wurde in der Hauptrolle auch noch mit Michael Jacksons Neffe Jaafar Jackson besetzt.

    Ein junger Michael Jackson
    Natürlich ist „Michael“ angesichts der Vergangenheit des Popstars einer jener Filme, die eher kontrovers aufgenommen werden. Bei den Kritikern schneidet er tendenziell schlechter ab, weil er zu unkritisch gegenüber der Person Michael Jackson sein soll. Fans hingegen lieben den Film und sorgen für weitaus bessere Bewertungen. Die Wahrheit aber liegt vermutlich irgendwo dazwischen: Die Biografie befasst sich mit der Kindheit und Jugend von Michael Jackson, bis zu seinem Beginn als Solo-Künstler. Die später aufgekommenen Vorwürfe hinsichtlich Kindesmissbrauch und mysteriöser Vorfälle auf seiner Neverland-Ranch umschifft „Michael“ damit geschickt, weil dieser Abschnitt seines Lebens schlicht nicht Bestandteil des Films ist. Letztendlich wurde eine entsprechende Thematisierung während des Drehs seitens der Familie auch rechtlich unterbunden, wodurch die Biografie womöglich etwas mutlos erscheint.

    Coming-of-Age zwischen Musikkarriere und Gewalt
    Zu einem schlechten Film macht das „Michael“ aber nicht zwangsläufig, da der Fokus ein völlig anderer, aber nicht weniger spannend ist. Im Mittelpunkt der Geschichte steht schließlich die Beziehung zwischen Michael und seinem Vater Joseph Jackson, die stets von Gewalt, Strenge und Ausbeutung geprägt war. In gewissem Maße ist „Michael“ also auch ein Coming-of-Age-Film, der den Weg Michael Jacksons bis zu seiner Emanzipation von seinem eigenen Vater – und somit dem Beginn seiner Solo-Karriere zeigt. Emotional funktioniert das hervorragend, wenn das Publikum doch sichtlich davon berührt wird, wie der junge Michael nach Schlägen mit dem Gürtel weinend auf dem Fußboden des Badezimmers kauert. Das Drama hat an der Stelle durchaus einige heftige Szenen, die den Zuschauer keinesfalls kalt lassen.

    Perfekte Imitation, wenig Umfeld
    Schade ist allerdings, dass „Michael“ ansonsten etwas wenig vom Umfeld des Michael Jackson zeigt und damit etwas zu wenig nah an seiner Person ist. Seine Familie und diverse engagierte Geschäftspartner spielen eine größere Rolle, Freunde oder Mitschüler tauchen in der Biografie aber nicht einmal auf – obwohl seine eigenen Verwandten am Dreh beteiligt waren. Stattdessen konzentriert sich der Film auf andere Stärken, nämlich unter anderem Michael Jackson so realistisch und glaubwürdig wie möglich darzustellen. Die Besetzung von Jaafar Jackson, der seinem Onkel wie aus dem Gesicht geschnitten sieht und sogar Bühnenbewegungen perfekt imitieren kann, scheint da geradezu eine Idealbesetzung. Realitätsnaher hätte man die Figur kaum treffen können und da trägt dann auch die überaus weiche Synchronstimme von Christian Zeiger bei, die in vielen Momenten tatsächlich klingt, als würde Michael persönlich von den Toten auferstehen, um auf deutsch mit uns zu sprechen.

    MJ, das kreative Genie
    Durch diese realitätsnahe Darstellung von Michael gelingt vor allem eines: Die Präsentation des kreativen Genies Michael Jackson, der eine quasi perfekte und zeitlose Musik geschaffen hat, seine Songs selbst schrieb, seine Songelemente selbst erdachte und den kreativen Schaffungsprozess komplett an sich riss. Eine dabei durchaus persönliche Figur, die stets mit den eigenen Selbstzweifeln, dem familiären psychischen Druck und der Weigerung, endlich erwachsen zu werden, zu kämpfen hat. Ein Musiker, womöglich im autistischen Spektrum veranlagt, dessen Beziehung zu Tieren stärker war, als zu vermeintlich menschlichen Gefährten. Und ja: Das ist zu einem gewissen Grad eine Idealisierung und Glorifizierung einer problembehafteten Figur, deren Aussetzer der Film geschickt unter den Teppich kehrt, als wäre nie etwas gewesen. Aber unterhaltsam ist das allemal, vor allem dann, wenn man die künstlerischen und musikalischen Leistungen trotz menschlicher Verfehlungen anerkennen kann.

    Fazit:
    Unkritisch, aber unterhaltsam: Die Biografie über den „King of Pop“ begleitet Michael Jackson von seiner Kindheit bis zum Beginn seiner Solo-Karriere und rückt dabei insbesondere die schwierige Beziehung zu seinem gewalttätigen Vater in den Fokus. Während spätere Vorwürfe dabei unter den Teppich gekehrt werden, brilliert „Michael“ jedoch mit dem extrem realitätsnahen Schauspiel seines Neffen und macht das kreative Genie dabei greifbar.