• Startseite|
  • News|
  • Games|
  • Kino|
  • Bücher|
  • Verlosung|
  • Partner|
  • Impressum
  • Review

    Matrix Resurrections

    Matrix Resurrections

    Land/Jahr:
    USA 2021
    Genre:
    Science-Fiction
    Regie:
    Lana Wachowski
    Darsteller:
    Keanu Reeves
    Carrie-Anne Moss
    Priyanka Chopra
    Jessica Henwick
    Yahya Adbul-Mateen II
    Jonathan Groff
    Neil Patrick Harris
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    148 Minuten
    Kinostart:
    23. Dezember 2021
    Label:
    Warner Bros.

    Thomas Anderson ist erfolgreicher Spieleentwickler bei einem großen Publisher. Mit der Entwicklung der Matrix-Trilogie heimste er zahlreiche Preise ein und der „Mindfuck“-Aspekt seiner Spiele gilt als bahnbrechend in der Branche. Inzwischen aber ist Anderson selbst kaum mehr in der Lage, Realität und Fiktion zu unterscheiden. Geplagt von seltsamen Erinnerungen scheint er gelegentlich überzeugt davon, die Inhalte seiner Spiele wären tatsächlich im realen Leben passiert. Als er dann auch noch einen vierten Teil entwickeln soll, scheinen seinen Psychosen zu eskalieren: Plötzlich tauchen alte Freunde in seiner Umgebung auf und wollen ihm weiß machen, er befände sich nach wie vor mitten in der Matrix. Sein gesamtes Leben soll weiterhin nur eine Scheinwelt sein, aus der es möglichst bald gilt auszubrechen. Oder geschehen all diese Dinge in Wahrheit doch nur in seinem Kopf?

    Kritik:
    Als im Jahre 2003 mit „Matrix Revolutions“ der dritte Teil der Matrix-Trilogie in die Kinos kam, galt die Story als rundherum abgeschlossen. Eine weitere Fortsetzung war seither eigentlich nicht geplant, doch nun sollte alles anders kommen: Lana Wachowski, zumindest eine Hälfte der beiden Wachowski-Geschwister, versucht die Geschichte um Neo und Trinity auf eine neue Ebene zu heben.

    Meta mit Seitenhieben
    Genau diese Ebene soll dieses Mal die Metaebene sein, in der wir die Welt der Matrix scheinbar von außen betrachten. Thomas Anderson alias Neo befindet sich schließlich in der vermeintlichen Realität, leidet unter psychischen Problemen und kann die Inhalte seiner eigenen Videospiele nicht mehr von der Realität unterscheiden. Der augenzwinkernde Humor in Richtung Rechteinhaber Warner Bros. ist da durchaus unterhaltsam, wenn Anderson ausgerechnet dann in den vermeintlichen Bann der Matrix gezogen wird, wenn man ihn auffordert, einen eigentlich nie geplanten vierten Teil zu drehen. Ganz so, als hätte man die eigene Erlebnisebene der Wachowskis auf die Leinwand gebracht. Für Neo in diesem Fall eher wie ein Traum im Traum. Die Matrix in der Matrix, wo innerhalb einer Simulation eine weitere Simulation stattfindet. Vor allem in der ersten Hälfte des Films kann mancher Zuschauer da auch mal einen Knoten im Kopf haben, erzählt sich die Geschichte mit den verschiedensten Matrix-Ebenen ziemlich wirr.

    Verwirrende Referenzen
    Das Verständnis wird dann durch die Tatsache erschwert, dass sich Lana Wachowski nur wenig darum schert, Neueinsteigern den Film verständlich zu machen. Bezüge zur alten „Matrix“-Trilogie kommen dermaßen häufig vor, dass es nur schwer möglich ist, dem Film zu folgen, ohne die anderen drei Teile zuvor gesehen zu haben. Das ist vor allem selbst für Kenner ein Problem, denn für viele Zuschauer liegt die Sichtung der vorherigen Teile fast zwanzig Jahre zurück. „Matrix Resurrections“ versteht sich aber durchaus als Fortsetzung, die unmittelbar an „Revolutions“ anknüpft. Die Rückkehr in die Maschinenstadt gehört da wie selbstverständlich dazu, ohne auch nur eine Minute darauf zu verschwenden, noch einmal einen ernsthaften Rückblick zu bieten. Wechselt Keanu Reeves dann auch noch gefühlt im Minutentakt zwischen Matrix-Ebenen, Portalen und Realitäten sitzt womöglich mancher Zuschauer mit ziemlicher Ratlosigkeit vor der großen Leinwand.

    Anfangs wirr, dann ernüchternd simpel
    Ganz im Gegenteil zu jenem Publikum, dem die damaligen Filme noch geläufig sind und das die Zusammenhänge recht schnell versteht. Dann kann statt Ratlosigkeit leider aber ebenso schnelle Ernüchterung eintreten: Die anfänglich wirre Erzählstruktur entpuppt sich ab der Mitte des Films nämlich als erschreckend simpel. Ernüchtert stellen wir fest, dass die vermeintlich komplexe Handlung doch einer einfachen Erklärung weicht, die in anderen Science-Fiction-Filmen im „Multiversum“-Stil deutlich unkomplizierter inszeniert wird. Und dessen Aufklärung zum Schluss dann bereits nach der halben Laufzeit problemlos vorhergesehen werden kann. Das ist auch insofern schade, weil es „Matrix Resurrections“ einfach nicht mehr gelingt, die philosophische Tiefe des ersten Teils erneut einzufangen. Die faszinierende Frage nach einem Leben in einer simulierten Scheinwelt verkommt im vierten Teil zu einer belanglosen Nebensächlichkeit, die stattdessen lieber durch eine unpassende, konstruiert wirkende Romanze ersetzt wird.

    CGI vergangener Tage
    Und auch sonst leidet „Matrix Resurrections“ letztendlich daran, dass der Streifen auch technisch bei weitem nicht mehr so bahnbrechend daher kommt, wie noch die ursprüngliche Trilogie. Der erste „Matrix“ galt damals immerhin als Referenz in puncto Tricktechnik. Mit Bullet Time, spektakulären Martial Arts-Kämpfen und aufregender Duplikations-Tricktechnik wurde damals so ziemlich das Beste aufgefahren, was mit CGI zum damaligen Zeitpunkt umsetzbar war. Mehr als zwanzig Jahre später wirken jene Actionszenen aber nur noch altbacken, befinden sich allenfalls noch auf dem Niveau heutiger High-Budget-Serien für Streaminganbieter. Ob es das gebraucht hat? Sicherlich nicht. Daran ändert selbst der süffisante Auftritt eines Neil Patrick Harris in der Rolle des Psychodoktors nichts, so sehenswert er auch sein mag.

    Fazit:
    Ein Film, der mehr sein möchte, als er letztendlich bieten kann: Der vierte Teil der „Matrix“-Reihe sorgt mit einer wirren Erzählstruktur für einen Knoten im Kopf, entpuppt sich dann aber schnell als ernüchternd simpel. Statt Mindfuck und Philosophie gibt es Romanzen und virtuelle Multiversen. Nachdem die Geschichte mit Teil 3 eigentlich abgeschlossen war, bietet „Resurrections“ nur wenig inhaltlichen Mehrwert.