Review
| Insidious: Out of the Further |
| Land/Jahr: USA 2026 |
| Genre: Horror |
| Regie: Jacob Chase |
| Darsteller: Lin Shaye Amelia Eve Brandon Perea Maisie Richardson-Sellers Sam Spruell |
| FSK: ab 16 Jahren |
| Dauer: 106 Minuten |
| Kinostart: 20. August 2026 |
| Label: Sony Pictures |
Schon in ihrer Kindheit hatte es Gemma nicht gerade leicht. Als junges Mädchen musste sie bereits mit ansehen, wie ihre eigene Mutter scheinbar von bösen Geistern heimgesucht wurde und sich schließlich im Badezimmer das Leben nahm. Inzwischen arbeitet sie als erfolgreiche Zahnärztin und hat selbst eine eigene Tochter, wohnt jedoch weiterhin im Haus ihrer Mutter, das so viele schreckliche Erinnerungen bereit hält. Längst schien es, als hätte sie die Vergangenheit überwunden, als sie von den Ereignissen ebenfalls heimgesucht wird. Zunächst in Form von angsteinflößenden Albträumen begegnet sie erneut den unheimlichen Geistern ihrer Vergangenheit. Was sie jedoch nicht ahnt: Die vermeintlichen Spukgespenster sind weitaus realer, als zunächst angenommen – und sie haben nur das eine Ziel, in die Welt der Lebenden übergehen zu können…
Kritik:
Die „Insidious“-Reihe gehört auf Grund ihrer extrem dichten Atmosphäre und dem gruseligen Blick in die Welt der Toten zu einer der erfolgreichsten Horrorfilm-Reihen aller Zeiten. Inzwischen geht das Franchise bereits in die sechste Runde und schickt neue Protagonistinnen in das Ewigreich. Doch funktioniert das Prinzip für immer?
Geisterstunde beim Zahnarzt
Nach inzwischen sechs Filmen, die auf einer ähnlichen Handlung aufbauen, kennt der Zuschauer das Prinzip doch inzwischen zu genüge. Ein paar neue Ängste müssten da schließlich her, die getriggert werden können und da fällt den Machern noch so einiges ein, mit dem sie den Nerv zahlreicher Zuschauer treffen können. Eine Angst verbindet schließlich einen Großteil des Publikums: Niemand geht wirklich gerne zum Zahnarzt und die meisten haben Angst vor der entsprechenden Behandlung. Das kann man doch hervorragend mit Geistern kombinieren, hat sich Regisseur Jacob Chase gedacht und verlegt die Geisterstunde auch mal kurzerhand in eine Zahnarztpraxis. Entsprechende Ekelszenen mit Nahaufnahmen der Zähne untoter Patienten natürlich inklusive. Man kann es daher kaum empfehlen, „Insidious: Out of the Further“ ausgerechnet kurz vor einem Zahnarztbesuch anzusehen.
Ein bekanntes Prinzip
Letztendlich versucht der sechste „Insidious“ damit aber ein bisschen die Tatsache zu kaschieren, dass das Prinzip des Ewigreichs und seiner roten Tür beim sechsten Mal einfach nicht mehr so intensiv funktioniert, wie in den früheren Filmen. Die Zuschauer kennen den Ablauf einfach zu sehr, um hier noch wirklich überrascht zu werden und der „Dimensions-Mindfuck“, den „Insidious: The Red Door“ noch bot, bleibt inzwischen größtenteils aus. Immerhin gelingt es dem Film aber noch, die dichte düstere Atmosphäre, die wir von der Reihe gewohnt sind, aufrecht zu erhalten. Die dunklen Räume des Hauses, in denen jederzeit ein Geist oder eine andere Gestalt lauern könnte, bieten auch dieses Mal einen gelungenen Gruselfaktor, durch den „Insidious“ weiterhin funktioniert. Eine Labyrinth-Szene innerhalb einer Kissenburg gehört dabei durch seinen klaustrophobischen Effekt sogar zu den stärksten Szenen des Films. Ein paar Ideen bleiben beim inzwischen sechsten Teil der Reihe also doch noch übrig.
Greifbarer Bösewicht statt komplexe Mystery
Spannend ist unterdessen allerdings die Tatsache, dass der wichtigste Widersacher des Films ein wenig an „Hellraiser“ erinnert. Zwar ohne Nägel im Kopf, handelt es sich auch hier um eine mysteriöse Gestalt aus dem Reich der Toten, die unter allen Umständen durch eine Tür in die Welt der Lebenden schreiten möchte. Da hat man mit Sam Spruell sogar den perfekten Bösewicht gefunden, der mit einem optischen Mix aus Goth und Black Metal den grandiosen besessenen Sektenführer Cyrus Lam mimt. Selbst so manches Schmuck-Accessoire könnte dabei glatt von einem Händler entsprechender Festivals stammen. Insgesamt macht das die Gefahr aber auch etwas greifbarer, weniger surreal als es noch in früheren „Insidious“-Teilen der Fall war. Die Bedrohung ist keine komplexe fremde Dimension mehr, sondern nun tatsächlich ein konkreter, vermenschlichter Feind. Das nimmt dem sechsten Teil auch ein wenig seinen Mystery-Effekt, von dem die Reihe einst lebte.
Fazit:
Nachdem das Prinzip des Ewigreichs und der roten Tür inzwischen hinlänglich bekannt ist, versucht der sechste Teil von „Insidious“ den Grusel neben der dichten Atmosphäre auch durch das Triggern zusätzlicher Phobien aufrecht zu erhalten. Insgesamt weicht der geniale Mindfuck-Mystery früherer Teile damit inzwischen einem greifbareren Feind, wodurch „Out of the Further“ nicht ganz die Qualitäten seiner Vorgänger erreicht.