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    Exit 8

    Exit 8

    Land/Jahr:
    J 2025
    Genre:
    Horror-Thriller
    Regie:
    Genki Kawamura
    Darsteller:
    Kazunari Ninomiya
    Yamato Kochi
    Naru Asanuma
    Kotone Hanase
    Nana Komatsu
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    95 Minuten
    Kinostart:
    13. August 2026
    Label:
    Plaion Pictures

    Ein junger Mann in Tokio hat ein ziemlich eintöniges Leben. Jeden Tag fährt er mit dem überfüllten Zug zur Arbeit, der Alltag fühlt sich nur noch wie ein niemals endendes Hamsterrad an. Selbst als ein anderer Fahrgast eine Mutter mit Kind belästigt, schreitet er nicht ein, sondern vertieft sich immer mehr in sein Smartphone, als würde er von all dem nichts mitbekommen. Als er an seinem Ziel plötzlich aussteigen und Ausgang 8 nehmen will, verlangt die Wegfindung aber plötzlich doch seine Aufmerksamkeit. Es scheint so, als würde sich die Unterführung immer nur wiederholen und er niemals an dessen Ende gelangen. Lediglich der immer gleiche mysteriöse Mann schreitet wiederkehrend den Gang entlang. Ein Schild an der Wand verdeutlicht dann, dass hier irgendetwas nicht stimmen kann: Er soll bei seinem Gang durch die Unterführung auf Anomalien achten. Findet er eine, muss er sofort umkehren. Gibt es keine Anomalie, kann er weitergehen. Nur auf diese Weise kommt er dem Ausgang näher und die Level der Unterführung steigen. Doch wird er jemals aus diesem endlosen Gang entkommen?

    Kritik:
    Verfilmungen von Videospielen funktionieren inzwischen recht gut und gerade das Horrorgenre kann in den vergangenen zwei Jahren sowieso im Kino hervorragend punkten. Wenig verwunderlich also, dass sich der japanische Horror-Thriller „Exit 8“ da ebenfalls anschließen möchte. Er basiert auf dem gleichnamigen Videospiel, in dem der Spieler durch das Achten auf Anomalien aus einer Unterführung entkommen muss.

    Das japanische Hamsterrad
    Bei dem Setting des Films und auch des Spiels ist es wenig verwunderlich, dass der Ablauf aus einer japanischen Hand stammt. Arbeit und das immer gleiche Hamsterrad spielen in der japanischen Gesellschaft schließlich eine übergeordnete Rolle, das lässt sich auch an der hohen Selbstmordrate der Japaner bestens erkennen. Aus diesem Hamsterrad einen Horrorfilm zu machen, liegt also ziemlich nahe. Und so ist der Horror-Thriller von Genki Kawamura vor allem auch ein Psychohorror über Menschen im Berufsleben, die dem Burnout und der damit einhergehenden Entmenschlichung immer näher kommen. Trotz des Horrors steckt also eine gewisse (japanische) Gesellschaftskritik in dem Film, die mit aller Härte kein Blatt vor den Mund nimmt.

    Visualisierung eines Burnouts
    Die eigentlichen Kulissen hingegen sind recht einfach gehalten und wirken gerade deshalb besonders klaustrophobisch. Der Gang, durch den der Mann immer weiter fortschreitet, wiederholt sich schließlich immer wieder. Gerade am Ende des Ganges angekommen, blickt er auch schon wieder auf den völlig identischen Anfang eben jenes Ganges. Nur das Beachten von Anomalien, also kleinsten Veränderungen, kann dazu führen, dass er den Ausgang jemals findet. Das ist einerseits unheimlich, weil bereits das Übersehen eines falsch platzierten Plakates oder Türknaufs bereits dazu führen kann, dass er am Ende des Gangs wieder bei „Level 0“ angelangt. Gleichzeitig setzt Regisseur Genki Kawamura die heftigeren und blutigeren Jumpscare-Momente wiederum so dezent ein, dass sie dann doch an der richtigen Stelle funktionieren. Von der geringen Altersfreigabe sollte man sich also nicht täuschen lassen, der Horror in „Exit 8“ funktioniert dennoch.

    Der klaustrophobische Gang
    Dabei profitiert „Exit 8“ auch davon, dass er sehr nah am originalen Videospiel bleibt und auch dessen Stil ein wenig übernimmt. Bereits in der ersten Szene des Films wirkt die Ego-Perspektive, die der Film aus dem Spiel übernimmt, daher besonders intensiv. Der stets eintönige, gleiche Gang der restlichen Figuren verstärkt jedoch den künstlichen Effekt, es hier mit einem Videospiel zu tun zu haben. Obwohl die Kulissen allesamt echt sind, ist der Zuschauer nicht immer sicher, ob es sich bei den glänzend polierten weißen Wänden der U-Bahn-Unterführung nicht doch um reines CGI handeln könnte. Besser kann man aber den visuellen Style eines Videospiels nicht in einen Film übernehmen, denn die beängstigende Symmetrie wirkt grandios. Und damit könnte der Streifen einen ähnlichen Hype wie „Backrooms“ auslösen.

    Fazit:
    Nach Backrooms der nächste unheimliche und psychologische Horror-Thriller: „Exit 8“ handelt vom Hamsterrad des japanischen Arbeitsalltags und bohrt sich mit seinem nie enden wollenden Gang in die Psyche der Zuschauer. Ein subtil gruseliges und klaustrophobisches Werk der besonderen Art.