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    Der Teufel trägt Prada 2

    Der Teufel trägt Prada 2

    Land/Jahr:
    USA 2026
    Genre:
    Komödie
    Regie:
    David Frankel
    Darsteller:
    Meryl Streep
    Anne Hathaway
    Emily Blunt
    Stanley Tucci
    Justin Theroux
    Lucy Liu
    Kenneth Branagh
    FSK:
    ab 0 Jahren
    Dauer:
    119 Minuten
    Kinostart:
    30. April 2026
    Label:
    Walt Disney Studios
    Motion Pictures

    Zwanzig Jahre nach dem Ende ihrer Stelle als Assistentin beim Mode-Magazin „Runway“ ist Andrea Sachs zu einer renommierten Reporterin in New York City geworden. Mitten in einer Award-Verleihung für ihre Leistungen hätte sie wohl niemals damit gerechnet, dass die gesamte Belegschaft der Redaktion kurzerhand per Textnachricht entlassen würde. Ihre damaligen Kontakte kommen ihr gerade jetzt zugute: „Runway“-Firmeninhaber Irv Ravitz möchte die fähige Reporterin offenbar als Abteilungsleiterin wieder an Bord haben. Doch während sich Andrea zunächst über den neuen, so dringend benötigten Job freut, erinnert sie sich auch schnell daran, wieso sie damals die Redaktion wieder verließ: Die Zusammenarbeit mit der hochnäsigen und anspruchsvollen Chefin Miranda gestaltete sich alles andere als einfach. Können sich die beiden noch einmal zusammenraufen, während Einsparungen auch diese Redaktion längst bedrohen?

    Kritik:
    Ein mutiges Unterfangen ist es sicherlich, exakt zwanzig Jahre nach dem erfolgreichen „Der Teufel trägt Prada“ nochmal einen zweiten Teil in die Kinos zu bringen. Natürlich in Originalbesetzung und das bedeutet auch: Alle Darsteller und Darstellerinnen sind inzwischen exakt zwanzig Jahre gealtert. Umgeben von Haute Couture gar nicht so einfach.

    Originalbesetzung trägt den Film
    Erstaunlicherweise gelingt es Regisseur David Frankel offenbar, die drei wichtigsten Hauptfiguren kaum älter aussehen zu lassen. Meryl Streep kehrt in die grandiose Hauptrolle als hochnäsige, eingebildete Chefin zurück und punktet dabei allenfalls mit noch mehr Stil, statt auch nur einen Tag älter auszusehen. Anne Heathaway braucht sich als Mode-Reporterin mit schicken Kleidern ohnehin nicht zu verstecken und Stanley Tucci ist als Designer Nigel anscheiennd sowieso optisch in der Zeit stehen geblieben. Doch so wie sich die Optik nahtlos an den Vorgänger anknüpft, gilt das auch für die Charakterdarstellungen: Auch „Der Teufel trägt Prada 2“ wird von seinen drei wichtigsten, starken Figuren getragen, die mit ausgeprägten Charakterzügen ein grandioses Zusammenspiel abliefern.

    Meryl Streep mit unerwarteter Tiefe
    Punkten kann natürlich vor allem einmal mehr Meryl Streep in ihrer bis dato unerreichten Charakterrolle. Kaum besser könnte man den Lifestyle der Schönen und Reichen präsentieren, wie sie durch die Marken-Boutiquen von Gucci und Prada flanieren und auf keinen Fall jemals ihren Lebensstandard aufgeben könnten. Umso besser gelingt ihr heute der charakterliche Spagat zwischen Hochnäsigkeit und einem doch weichen, mitfühlsamen Kern. Unter der oberflächlichlichen und allzu anspruchsvollen Fassade, der es scheinbar niemand recht machen kann, liegt dann doch eine sympathische und irgendwo liebenswerte Figur, die mit Blick auf ihr Umfeld nicht ganz so aus Stein gemeißelt ist, wie die Rolle vielleicht im ersten Teil noch den Anschein erweckte. Meryl Streeps zwanzig Jahre gealterte Miranda hat eine unerwartete Tiefe, die dem Film gut steht.

    Die Opfer des eigenen Kapitalismus
    Auf ironische und irgendwie geradezu grandiose Weise schnappt sich „Der Teufel trägt Prada 2“ dabei die Steilvorlage, die kapitalistischen Abründe der Gesellschaft zu portraitieren. Mit einem Bogen zur realen wirtschaftlichen Lage, in der Unternehmen von Investoren gekauft und zusammengespart werden, ist es recht unterhaltsam anzusehen, wie die Reichen plötzlich unter ihrem eigenen kapitalistischen System leiden – wenn sie von eben diesem eingeholt werden, weil sie selbst von Kürzungen betroffen sind. Wohlhabende Modekritiker, denen selbst die teuerste Marke noch nicht hochwertig genug sein kann, werden zum Aufhänger für eine geschickt eingebaute Kapitalismuskritik. Das kann man wohl leicht als „Treffer versenkt“ bezeichnen, was den zweiten Teil vielleicht gar besser macht, als das alte Original.

    Fanservice mit Lady Gaga
    Ein bisschen schade ist vielleicht, dass sich der Film vor allem im letzten Drittel ein bisschen zu sehr in der Modewelt verrennt und dadurch ein wenig den eigentlichen Fokus verliert. Das wird insbesondere beim Gastauftritt von Lady Gaga deutlich, der zwar irgendwie Fanservice zu sein scheint, zur Handlung aber nicht das Geringste beiträgt. Die teils absurden Modepräsentationen auf den Laufstegen Mailands zu präsentieren, mag zwar zum Setting des Films passen, verlieren sich dann aber doch zunehmend in einem belanglosen Optikspektakel, bei dem „Der Teufel trägt Prada 2“ lieber Kleider zur Schau stellt, statt beim Charakterfokus zu bleiben. Insgesamt schwächelt der Film also zum Ende hin ein wenig, kann sich aber mit einem zufriedenstellenden Finale dann immerhin doch noch retten.

    Fazit:
    Mit seinen gefühlt kaum gealterten Hauptrollen und einer ironisch-unterhaltsamen Kapitalismuskritik ist die Fortsetzung von „Der Teufel trägt Prada“, zwanzig Jahre nach dem ersten Film, sogar einen Hauch besser als das Original.