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    Walhalla Rising

    Walhalla Rising


    Land/Jahr:
    DK / GB 2009
    Genre:
    Action-Abenteuer
    Regie:
    Nicolas Winding Refn
    Darsteller:
    Mads Mikkelsen
    Gary Lewis
    Jamie Sives
    Callum Mitchel
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    89 Minuten
    Kaufstart:
    5. November 2010
    Label:
    Sunfilm


    Im 11. Jahrhundert: Der einäugige und für immer schweigende Krieger Einauge wird von den barbarischen Wikingern als Sklave gehalten. Lediglich für gewisse ärmliche Gladiatorenkämpfe, in denen er im Schlamm gegen einen anderen Sklaven antreten muss, wird er aus seinem hölzernen Käfig frei gelassen. Doch Einauge ist ein legendärer Mann, denn er hat bereits reichlich Menschen getötet, die ihn gefangen halten wollten. Auch mit den Wikingern soll dies geschehen, sodass er sich anschließend einem Kreuzzug der Christen anschließt, dessen Weg offensichtlich in die Hölle führen soll…

    Kritik:
    Das Mittelalter war barbarisch, das sollte jedem klar sein. Die Wikinger, wie auch die Christen behandelten ihre Sklaven alles andere, als gut. Richtige Behausungen hat es nicht gegeben, besonders nicht für jene Krieger, die sich auf dem Land herum treibten, um sich womöglich gegenseitig niederzumetzeln. Den Menschen ging es schlichtweg dreckig.

    Dreckige Natur
    Der Krieger Einauge, dargestellt vom eigentlich bekannten und erfolgreichen Mads Mikkelsen, hat sich unterdessen schon lange nicht mehr gewaschen. Er lebt als Sklave in einem hölzernen Käfig, sein Gesicht ist mit Dreck und Schlamm beschmiert. Auch die Kulissen, welche von einem grauen und bewölkten Himmel umgeben sind, bestehend fast ausschließlich aus Dreck und Matsch, in dem sich die Krieger und dessen Opfer suhlen werden. Blut strömt unterdessen aus den Halsschlagadern mancher Begleiter und von Narben sind die Krieger längst übersäht. In puncto Kulissen kann „Walhalla Rising“ also schon einmal punkten, wäre das doch bloß bei allen anderen Aspekten genauso.

    Der stumme Krieger
    In gewisser Weise mag „Walhalla Rising“ natürlich einige Besonderheiten haben. Auf den ersten Blick vermischt er Abenteuer- und Splatterkino und baut dabei durchaus ungewöhnliche Charaktere in den Film ein. Tatsächlich ist die Hauptfigur sogar dermaßen ungewöhnlich, dass sie niemals redet. Nicht einen Dialog bringt er im gesamten Film über die Lippen, denn sprechen muss für ihn jemand anderes – er ist also ein „stummer Krieger“, im wahrsten Sinne des Wortes. Problematisch wird dies dann allerdings an der Stelle, an der der Zuschauer feststellen muss, dass dies den Charakter keineswegs interessanter macht, sondern lediglich die Story deutlich verkompliziert. Wirklich ersichtlich wird der Zweck und das Ziel der Handlung nicht, sofern man nicht wirklich auf jedes Detail achtet und ein wenig mit oder voraus denkt. Die Zuschauer werden sicherlich eine gespaltene Meinung über diesen Film entwickeln, der Mainstream jedoch wird ihn wohl vor Langeweile am liebsten ausschalten wollen.

    Unerträgliche Landschaftsaufnahmen
    Letztendlich mag dieser Drang nach Abschaltung des Fernsehgerätes aber wohl nicht allein an der Stummheit des Hauptcharakters liegen, sondern noch viel mehr an den inszenatorischen Stilmitteln, die Regisseur Nicolas Winding Refn für seinen Film verwendet. Eine ausgesprochene Trägheit und Langsamkeit lässt er bei diesem Film walten, die sich besonderes in den extrem langen Landschaftsaufnahmen und Kamerafahrten äußern wird. Er will erreichen, dass jede einzelne Kulisse auf den Zuschauer wirken kann. Jeder Baumstamm, jedes Seil, selbst jede noch so unbeeindruckende düstere Grünfläche soll seine Wirkung auf die Atmosphäre entfalten. Doch statt mitreißender und packender Atmosphäre, entsteht dabei meist eine Langsamkeit, die für den Zuschauer beinahe unerträglich wird. Viel Geduld wird man brauchen, bis die nächste spannende Szene kommt. So mancher wird von diesen langen Aufnahmen womöglich sogar gelangweilt sein. Und trotzdem: Danach kommt wieder eine blutige Actionszene, in denen Menschen brutal niedergemetzelt werden. So wiederholt es sich dann, bis „Walhalla Rising“ letztendlich zu reinem Trash ausartet…

    Fazit:
    Auf den ersten Blick interessante Mischung aus Abenteuer- und Splatterfilm, die dann allerdings wegen seiner langsamen Kamerafahrten für den Zuschauer unerträglich werden kann. Viel Geduld ist also erforderlich, wenn man diesen Film halbwegs genießen möchte.