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    Trek Nation

    Trek Nation


    Land/Jahr:
    USA 2012
    Genre:
    Dokumentation
    Regie:
    Scott Colthorp
    Darsteller:
    Eugene Roddenberry
    Gene Roddenberry
    J.J. Abrams
    George Lucas
    Nichelle Nichols
    Majel Baret Roddenberry
    William Shatner
    FSK:
    Infoprogramm (ab 0)
    Dauer:
    86 Minuten
    Kaufstart:
    25. Oktober 2013
    Label:
    Polyband

    Eugene Roddenberry war als Kind überhaupt kein Star Trek-Fan. Stattdessen hat er sich lieber mit anderen Dingen beschäftigt oder nur allzu gerne die berühmten „Star Wars“-Filme angesehen. Doch als Sohn des berühmten Star Trek-Erfinders Gene Roddenberry müsste man doch eigentlich erwarten, dass er sich bestens mit dem Franchise auskennt, zumal er bereits frühzeitig seinen Vater auf zahlreiche Conventions begleitete und die Bedeutsamkeit der Serie am eigenen Leib erfahren konnte. Leider hat er damals nie verstanden, warum all die kostümierten und besessenen Fans tatsächlich auf das „Star Trek“-Universum so sehr abfahren. Nach dem Tod seines Vaters zu Beginn der 90er Jahre beschließt Eugene, den Hintergründen auf die Schliche zu kommen und mehr über das Schaffen seines Vaters herauszufinden. Er entdeckt, welche Seele und welche Philosophie hinter der Vision von Gene Roddenberry steckte und wird selbst zu einem Fan, während er die Vergangenheit seines Vaters ans Licht bringt. Gemeinsam mit dem Zuschauer versucht er, in das Leben des großen Erfinders einzutauchen…

    Kritik:
    Die berühmten Science-Fiction-Serien aus dem „Star Trek“-Universum gehören heute zu den größten und wichtigsten Erfolgen der Fernsehgeschichte. Nach zahlreichen Höhen und Tiefen, die das Franchise bereits durchleben musste, scheint die riesige Fanbase dennoch weiter zu wachsen und die Serien keineswegs an Wichtigkeit zu verlieren. In dieser Dokumentation wird nicht nur aufgedeckt, wie eine solche Fanbase überhaupt entstanden ist, sondern auch ein interessanter Einblick in das Leben seines Erfinders gegeben.

    Ein unperfekter Roddenberry
    Nachdem „Star Trek“-Erfinder Gene Roddenberry bereits Anfang der 90er Jahre von uns gegangen ist, hätte diese Dokumentation schließlich keinen besseren Interviewer haben können. Sein eigener Sohn, Eugene „Rod“ Roddenberry begibt sich als Quereinsteiger in das Franchise auf die Spuren seines Vaters und versucht die Hintergründe für den tatsächlichen Erfolg aufzudecken. Neben zahlreichen Interviews mit bekannten Schauspielern und Regisseuren – darunter auch George Lucas und J. J. Abrams – gibt es vor allem einen sehr intimen Einblick in die Vergangenheit von Roddenberry. Angefangen bei der scheinbar schwierigen Kindheit seines Vaters, bis hin zum Kriegseinsatz während des Zweiten Weltkrieges ergründet Eugene die Motivation seines Vaters und die Entstehung einer Vision von einer besseren Gesellschaftsform, die „Star Trek“ letztendlich ausmacht. Ganz persönlich und keineswegs unkritisch wird „Trek Nation“ allerdings dann, wenn Eugene auch auf die zahlreichen Affären und Ehebrüche seines Vaters eingeht und ihn keineswegs nur als perfektes und anbetungswürdiges Idol zeigt. Damit begibt sich die Doku stellenweise auch auf recht mutige Wege.

    Ganz normale Nerds
    Fans und Convention-Besucher werden sich über die Darstellung ihrer selbst unterdessen sehr freuen. Hier werden „Star Trek“-Fans nämlich keineswegs als freakige Nerds dargestellt, sondern stattdessen als wichtige und ehrenvolle Visionäre, welche die Serie zu dem gemacht haben, was sie heute tatsächlich ist. Es ist fast schon eine Bewunderung seitens Eugene Roddenberry, wenn er davon spricht, dass Trekkies, zu denen er sich mittlerweile selbst auch zählt, eine unglaubliche Weitsicht auf die gesellschaftlichen Probleme haben und zugleich die tolerantesten Menschen sind, die er offensichtlich je kennengelernt hat. Damit zeigt „Trek Nation“ ein sehr gelungenes und positives Bild von den „Star Trek“-Fans, die sich die Dokumentation somit auch gern gönnen können, ohne sich anschließend aufregen zu müssen – und es ist zugleich eine Erleichterung, endlich einmal entgegen der üblichen medialen Berichterstattung in ein rechtes Licht gerückt zu werden. Man erfährt zwar – bis auf den Einblick auf das Leben von Roddenberry – vermutlich als Fan des Franchises nicht mehr sonderlich viel, hat aber zugleich womöglich auch eine angenehme Selbstreflektion auf die vergangenen Jahrzehnte, die man selbst mit Star Trek verbracht hat. Und erinnert sich nur allzu gern an die Erinnerungen an einstige Conventions, die sich heute zunehmend auch anderen Serien öffnen. Kurz gesagt: Ein schöner Film, der das Herz eines jeden Trekkies erwärmt.

    Fazit:
    Der Sohn des „Star Trek“-Erfinders zeigt uns einen intimen Einblick in das Leben seines Vaters und bringt Außenstehenden die Philosophie und die Vision hinter Star Trek nachvollziehbar näher. Eine Dokumentation, mit der sich jeder Fan glücklich schätzen kann.