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    Reclaim

    Reclaim


    Land/Jahr:
    USA 2014
    Genre:
    Thriller
    Regie:
    Alan White
    Darsteller:
    John Cusack
    Ryan Phillippe
    Jacki Weaver
    Rachelle Lefevre
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    96 Minuten
    Kaufstart:
    15. Mai 2015
    Label:
    Universum Film

    Nach einem schweren Autounfall hat die hübsche Shannon vor einigen Jahren ihr Kind verloren. Seitdem versuchten sie gemeinsam mit ihrem Freund Steven offenbar vergeblich, erneut schwanger zu werden und kann sich ein Leben ohne Kind scheinbar überhaupt nicht vorstellen. Die Adoption eines jungen 7-jährigen Mädchens, das nach einer Naturkatastrophe in Haiti zur Waise wurde, scheint da die perfekte Gelegenheit, ihrem Familienglück endlich auf die Sprünge zu helfen. Doch das Vorhaben ist teuer: Ganze 160.000 US-Dollar muss das Paar hinlegen, um ihren adoptierten Nachwuchs in Puerto Rico persönlich abholen zu können. Gerade erst das Mädchen in Empfang genommen, warten sie nur noch auf die nötigen Ausreisepapiere, um das Kind endgültig mit zurück in die Staaten zu nehmen. Dumm nur, dass die junge Nina plötzlich spurlos verschwunden ist und auch die Adoptionsagentur auf einmal nicht mehr existiert. Das Geld sind die beiden los und auf Hilfe von den Behörden können sie sich in dem fernen Land ebenfalls nicht verlassen. Für die beiden steht fest: Sie machen sich fortan eigenständig auf die Suche – doch dabei riskieren sie nicht nur ihr eigenes Leben…

    Kritik:
    Das Recht ein Kind zu adoptieren, wird uns hierzulande meist als positives Ereignis verkauft. Einer Möglichkeit für junge unfruchtbare Familien doch endlich selbst ein Kind zu haben. Tatsächlich aber werden nicht wenige Kinder dabei auch Opfer des Menschenhandels, bei dem mit vorgetäuschten Adoptionen viel Geld gemacht wird – vor allem wenn es um Kinder aus Unglücksregionen geht. Ryan Phillippe darf das in seiner Rolle nun am eigenen Leib erfahren.

    Horror im Paradies
    Es ist eigentlich einmal wieder die perfekte Location für einen solchen Actionstreifen. Beeindruckende wunderschöne Strandlandschaften mit zahlreichen Palmen, viel Sonne und einem scheinbar stressfreien Leben. Dass das nicht lange anhält, sollte ziemlich klar sein, denn bei „Reclaim“ handelt es sich um einen Actionthriller mit Entführungsszenario. Dennoch lässt sich der Streifen möglichst lange Zeit, um den Kontrast aus paradiesischer Umgebung und hollywoodreifen Actionszenen auf den Zuschauer wirken zu lassen. Wir haben praktisch genügend Zeit, die Figuren kennenzulernen und in unser Herz zu schließen, um ihre Motive nachzuvollziehen. Leider klappt das allerdings nicht immer so ganz, denn dass die Hauptprotagonisten Steven und Shannon bereits nach nur zwei Tagen mit ihrem Adoptionskind eine solch starke Bindung aufbauen konnten, dass sie ihr eigenes Leben für das vermeintlich fremde Kind aufs Spiel setzen, mögen wir ihnen noch nicht so richtig abkaufen. Ganz zu schweigen von einigen wenig intelligent wirkenden Handlungen, wie etwa die Mitnahme einer hohen Summe Geld während eines Befreiungsversuchs. Spätestens zum Ende hin wird die Spannung eher künstlich in die Höhe getrieben, wirkt dabei allerdings unglaubwürdig und künstlich.

    Subtil unsympathisch
    Dafür kann sich John Cusack in seiner Rolle bestens sehen lassen, trägt er als Bösewicht doch den Film und sorgt für Atmosphäre. Nicht zu offensichtlich und mit einer dezent-zurückhaltenden Maske hat er doch eine gewisse Präsenz, die seine Figur aufdringlich und unangenehm erscheinen lässt, obwohl wir rein optisch dieses Misstrauen gar nicht nachvollziehen können. Da liegt der geniale Kniff in seiner Darstellung, allein durch schauspielerische Leistungen ein Unbehagen beim Gegner und beim Zuschauer zu erzeugen, das eher subtil als offensichtlich daher kommt. Ganz so als ob wir in einer Bahn von uns unterbewusst unsympathischen Menschen angesprochen werden und uns am liebsten verdrücken würden – eine solche Präsenz erzeugt John Cusack in seiner genialen Rolle. Da wirkt dann auch die eigentlich vergleichsweise harmlose Action immerhin packend und glaubwürdig, vor allem wenn die schnellen Verfolgungsjagden und die beengenden Situationen ins Spiel kommen. Als Gegenspieler und Bösewicht macht sich Cusack nämlich hervorragend. Fans dieses Darstellers sollten also unbedingt einen Blick riskieren.

    Fazit:
    Spannender Actionthriller mit Entführungsszenario und Adoptionsbetrug, bei dem vor allem John Cusack als Widersacher vollends glänzen kann. Lediglich das mitunter minderintelligente Verhalten von Ryan Phillippe trübt ein wenig das Filmvergnügen.

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