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    Jacky im Königreich…

    Jacky im Königreich…


    Land/Jahr:
    F 2013
    Genre:
    Komödie
    Regie:
    Riad Sattouf
    Darsteller:
    Vincent Lacoste
    Charlotte Gainsbourg
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    90 Minuten
    Kaufstart:
    26. Juni 2015
    Label:
    Pandastorm

    In der Volksrepublik Bubunne ist alles ein bisschen anders, als wir es im Westen gewohnt sind: Durch die strengen religiösen Ansichten, die stark an die islamischen Staaten im Mittleren Osten erinnern, sind die Frauen schon seit vielen Generationen an der Macht. Unter diktatorischer Führung durch eine Generälin werden seither die Männer unterdrückt und müssen sich vollständig verschleiern. Sie dienen lediglich als Objekt der Begierde für die Frauen und dürfen nicht einmal Gemüse essen. In der Zweiklassengesellschaft sind Pferde obendrein heilig und mehrmals am Tage anzubeten. Doch die unterdrückten Männer, die nahezu rund um die Uhr mit sexueller Belästigung durch Frauen rechnen müssen, planen insgeheim einen Aufstand. Anführer dieser Widerstandsbewegung ist Jackys Onkel Julin, der schon lange davon träumt, endlich im freien Ausland glücklich zu werden. Dumm nur, dass Jacky mit den Gedanken längst woanders ist, denn bei der „Wahl des großen Dödels“ wird aus den vielen Jungmännern des Landes ein Ehemann für Generalstochter ausgewählt und Jacky ist schon seit geraumer Zeit unsterblich in die hübsche Frau verliebt…

    Kritik:
    Die Unterdrückung der Frau in den islamischen Staaten ist immer wieder ein aktuelles und hochbrisantes Thema. Doch stellen wir uns einmal vor, die Geschlechterrollen in eben diesen Ländern wären vollkommen ausgetauscht und die Männer müssten sich vollständig verschleiern. So ergeht es jedenfalls dem jungen Jacky in dieser ungewöhnlichen Komödie.

    Auf nach Absurdistan
    Eigentlich hätte es ja Monty Python kaum besser machen können, auch wenn es sich bei diesem witzigen Streifen um einen französischen Film handelt. Mit einem eher lockeren und leichten Humor schafft es „Jacky im Königreich der Frauen“ nämlich, eine strenge Religion und zugleich auch das Staatssystem der Diktatur gleichermaßen auf die Schippe zu nehmen. Sichtbar angelehnt an den Islam und mit einem offensichtlichen kleinen Angriff an den Feminismus, müssen sich Männer hier verschleiern und haben fortan die Pferde als heiliges Wesen anzubeten. Schnell wird klar, was der Streifen eigentlich mit seinem Humor anprangert: Eine unterdrückerische Religion, die eigentlich von den Männern diktiert wurde und dessen strenge Regeln vor allem vom anderen Geschlecht kommen, statt von einem allmächtigen „Allah“ – nur eben umgedreht und mit sehr gelungenem Humor verpackt. Dabei ist die Komödie viel tiefgründiger, als sie auf den ersten Blick zu sein scheint.

    Unterdrückung der Geschlechter
    Die Verschleierung des Mannes hat nämlich nicht nur einen rein humoristischen Hintergrund. Sie macht zugleich eben durch den Geschlechtertausch auch darauf aufmerksam, mit welchen Problemen sich viele Frauen in islamischen Ländern herumschlagen müssen. Der Entzug wesentlicher Rechte, wie die Bildung gehört da ebenso zur Tagesordnung, wie eine regelrechte Sklavenhaltung und regelmäßige Vergewaltigung durch das dominante und machthaberische Geschlecht. Also eigentlich Alltag der muslimischen Frauen in Staaten wie Syrien oder dem Irak – nur eben humorvoll präsentiert. Man muss allerdings zugeben, dass diese tiefgründige Kritik nicht immer ganz aufgeht: Das dominante Auftreten des weiblichen Geschlechts wirkt auf manche Männer vermutlich eher erregend, als tatsächlich abschreckend. Die angstvollen Reaktionen der verschleierten Männern gegenüber sexueller Belästigung der Frauen kommen nicht immer glaubwürdig rüber und verharmlost dabei ein bisschen die reale Situation in diesen Ländern. Allerdings kommt es „Jacky im Königreich der Frauen“ gerade deshalb zu Gute, dass der Streifen keinerlei Wahrheitsanspruch stellt und doch mehr auf komödiantische Parts setzt. Man will eben auch nicht gänzlich ernst genommen werden und das merkt man dem Film zu jeder Zeit auch an.

    Religion mit Humor
    Am Witzigsten ist dabei eben tatsächlich die Religionssatire, dessen Islamkritik mehr als offensichtlich ist. Wenn die Männer in Vollverschleierung um ein Pony herumstehen und dieses kollektiv anbeten, wie Muslime ihr Heiligtum in Mekka hat das einen durchaus komischen Anblick, der wohl manchen gar dazu anregen könnte, die Absurdität hinter den Religionen zu hinterfragen. Dabei erinnert der Streifen durchaus ein bisschen an Klassiker wie „Das Leben des Brian“, auch ganz ohne dass Monty Python hier mit am Werk sein muss. Die obendrein durchaus vorhandenen Anspielungen an „Soylent Green“ machen den Film vor allem für Fans dieser Thematik und Nerds darüber hinaus ziemlich unterhaltsam. „Jacky im Königreich der Frauen“ ist somit durchgehend stimmig, greift humoristisch nie zu sehr unter die Gürtellinie und schafft es sogar, seine Satire trotz der albernen Kostümierung nie zu platt oder affig erscheinen zu lassen. Fans von Monty Python und Co. sollten hier unbedingt mal einen Blick riskieren.

    Fazit:
    Überaus gelungene Religionssatire, welche die Geschlechterrollen im streng konservativen Islam einmal komplett umdreht und auf humoristische, aber nie beleidigende Art die gesamte Religion ein bisschen ad absurdum führt. Eine ernstzunehmende Konkurrenz für Monty Python.

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