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    Colony – Staffel 2

    Colony – Staffel 2


    Land/Jahr:
    USA 2017
    Genre:
    Science-Fiction
    Regie:
    Diverse
    Darsteller:
    Josh Holloway
    Sarah Wayne Callies
    Peter Jacobson
    Tory Kittles
    Isabella Crovetti
    Alex Neustaedter
    Amanda Righetti
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    550 Minuten
    Kaufstart:
    3. Juli 2020
    Label:
    Pandastorm

    Außerirdische Invasoren haben die gesamte Welt unter ihre Kontrolle gebracht und Los Angeles in verschiedene Blocks unterteilt, die von hohen Mauern umgeben sind. Inmitten dieser schwierigen Situation ist Will Bowman in einem anderen Block auf der Suche nach seinem verschollenen Sohn, den er unter allen Umständen zu seiner Familie zurückführen will. Dort ist er allerdings nicht unbedingt sicherer aufgehoben: Die Widerstandszelle seiner Frau Katie gelangt nämlich an furchterregende Informationen über das Schicksal ihrer Kolonie, was die gesamte Familie zu schwerwiegenden Entscheidungen zwingt…

    Kritik:
    Eine Science-Fiction-Serie über einen Lockdown zu veröffentlichen, mag in Zeiten der Coronavirus-Pandemie ein wenig seltsam erscheinen. In „Colony“ aber geht es nicht um eine sich ausbreitende Krankheit, sondern um Außerirdische, die mittels einer faschistischen Übergangsregierung ein totalitäres Regime eingerichtet haben.

    Allzu offensichtliche Parallelen
    Schon in der vorherigen ersten Staffel zeigte sich „Colony“ dabei als detailliert ausgearbeitete Dystopie mit starken Anlehnungen an das Dritte Reich und einen totalitäten Überwachungsstaat. Das wird in der Fortsetzung nun noch ein wenig deutlicher: Mit roten Flaggen, auf denen ein schwarzes Symbol in einem weißen Kreis prangt, einer mysteriösen „Fabrik“, aus der Menschen aus dem Ghetto in eine Art Konzentrationslager verfrachtet werden und an die Gestapo angelehnte „Blackjacks“ macht „Colony“ keinen wirklich großen Hehl daraus, von welchem faschistischen Regime man sich hier einiges abgeschaut hat. In Staffel 2 sticht das allerdings so stark hervor, dass dem Zuschauer manchmal deutlich wird, wie viel Potential die Serie an dieser Stelle verspielt: Ein gänzlich eigenes ausgedachtes Szenario mit einfallsreichen Methoden hätte hier mehr hergegeben, als die schon allzu oft umgesetzte Anspielung ans Nazi-Regime.

    Komplexität statt Crime-Serie
    Dafür allerdings macht Staffel 2 nun an anderer Stelle einiges besser, obwohl die Serie ihr Grundkonzept damit ein wenig umkrempelt: Dieses Mal verzichtet „Colony“ nämlich auf den klassischen Part als Crime Serie, in dem zwei Cops miteinander „Kriminalfälle“ für das Regime lösen müssen. Damit verschwindet zwar auch eine der beiden Hauptfiguren komplett aus der Serie, es öffnet sich aber zugleich auch eine große Tür für umfangreichere Themen – und diese Einladung nutzt „Colony“ nun ohne zu Zögern aus. Der Crime-Anteil weicht also nun einer deutlich größeren Komplexität, bei der sich die zweite Staffel vermehrt Themenfeldern wie Politik, Religion und soziale Ungleichheit widmet. „Colony“ kann damit also in Staffel 2 endlich eine komplexe Welt formen, die eigentlich das Potential zu einem überzeugenden kleinen Serienuniversum hätte, wäre die Serie nicht bereits nach der dritten Staffel abgesetzt worden. Ganz ohne Zweifel bewegt sich Staffel 2 allerdings deutlich in Richtung der Qualität von „Battlestar Galactica“ oder der ebenfalls abgesetzten Serie „Caprica“.

    Alien-Serie mit wenig Aliens
    Auf allzu viele Außerirdische sollten wir aber trotzdem nicht hoffen: Die Dystopie steht weiterhin im Vordergrund, stärkere Einblicke in die Natur der Aliens halten sich weiterhin stark zurück – auch, wenn „Colony“ dem Zuschauer zumindest ein paar Happen anbietet, die jedoch letztendlich mehr Fragen stellen, als sie beantworten. Der Spannung tut das keinen Abbruch, denn die zweitweise Aufteilung der Handlung in zweierlei Widerstandskämpfe hält den Spannungsbogen stets hoch. Denn während Katie ihre Aktivitäten in der Widerstandszelle intensiviert und dabei in so manchen Kampf verwickelt wird, entwickelt sich auch Wills Kampf auf der Suche nach seinem Sohn nicht weniger actionreich. Das gewisse Etwas in Sachen Dramaturgie, da Will bisher nichts über die Machenschaften seiner Frau wusste, fällt damit zwar weg, doch auch das bietet gute Möglichkeiten, die Charakterzeichnung beider Figuren zu optimieren. Staffel 2 hält damit das hohe Niveau der Serie und begeistert einmal mehr den Genrefan.

    Fazit:
    Die zweite Staffel von „Colony“ ersetzt den klassischen Crime-Part durch eine deutlich höhere Storykomplexität und hat so die Möglichkeit, sich stärker den Themenfeldern wie Politik, Religion und Soziales zu widmen. Damit entwickelt sich die Serie zunehmend zu einem detailliert ausgearbeiteten Universum, das qualitativ in die Fußstapfen des „Battlestar Galactica“-Remakes tritt.

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