Mia und der weiße Löwe - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Mia und der weiße Löwe

    Mia und der weiße Löwe


    Land/Jahr:
    F / D / SAFR 2018
    Genre:
    Abenteuer
    Regie:
    Gilles de Maistre
    Darsteller:
    Daniah de Villiers
    Mélanie Laurent
    Langley Kirkwood
    Ryan Mac Lennan
    FSK:
    ab 6 Jahren
    Dauer:
    98 Minuten
    Kaufstart:
    1. August 2019
    Label:
    Studiocanal

    Als die 10-jährige Mia mit ihrer Familie von London auf eine Löwenzuchtfarm in Südafrika zieht, kann sie sich zunächst nur wenig damit anfreunden. In einer für sie völlig fremden Umgebung muss sie fortan gänzlich ohne ihre Freunde auskommen. Wilde Raubtiere sollen diese daher schon bald ersetzen und mit ihrer ganz besonderen Beziehung zu einem seltenen weißen Löwen, kommt auch Mia endlich in ihrer neuen Heimat an. Von Geburt an darf sie das Tier groß ziehen, stets in dem Wissen, dass ein so gefährliches Raubtier nicht für immer ein harmloses Haustier bleiben kann. Da ahnt jedoch noch niemand, dass Mia eines Tages zu einer Löwenflüsterin wird, die den Umgang mit den Tieren auf eine einzigartige Weise beherrscht. Dumm nur, dass auch sie selbst noch nicht ahnt, welch dunkles Geheimnis die Farm umgibt, die vorgibt, vom Aussterben bedrohte Tierarten zu retten…

    Kritik:
    Südafrika sorgt mit seinen beeindruckenden Landschaften und den überwältigenden Tierschutzreservaten samt enormer Vielfalt an Raubtieren immer wieder für Begeisterung bei Touristen. Doch inmitten der Idylle spielt auch Tod und Tierquälerei eine große Rolle, denn Trophäenjagd ist eines der lukrativsten Geschäfte so manchen Züchters und auch Wilderer können es gar nicht abwarten, seltene Tierarten zur Jagd freizugeben. „Mia und der weiße Löwe“ will in kindlicher Disney-Manier nun beides einfangen: Die Schönheit und den Schrecken des Landes.

    Mia, die Löwenflüsterin
    Die Story ist dabei so klischeehaft, wie ein Kinderfilm mit Tieren eigentlich nur sein kann. Wir kennen es zuhauf in den verschiedensten Konstellationen: Häufig sind es Pferde, mit Rudi Rüssel war es einst noch ein Schwein und jetzt ist es – ein bisschen spektakulärer – ein gefährliches Raubtier, dessen Größe immer weiter wächst. Irgendwie süß ist es natürlich, der jungen Mia dabei zuzusehen, wie sie zur „Löwenflüsterin“ wird und auf besonders einfühlsame Art eines der gefährlichsten Tiere der Welt kontrollieren kann. Kindern, die gerne ein bisschen vor sich hin träumen, wird es in jedem Fall gefallen: Wer hat sich als Kind nicht vorgestellt, jedes Raubtier der Welt sei ein süßes und von Natur aus liebenswertes „Kuscheltier“, mit dem man nur freundlich genug umgehen muss, damit es keine Gefahr mehr darstellt. Für die jüngeren Zuschauer einerseits niedlich genug, für Erwachsene aber auch dramatisch genug, um dem Streifen ebenfalls etwas abgewinnen zu können.

    Arbeiten mit echten Tieren
    Besonderen Eindruck kann „Mia und der weiße Löwe“ beim eingefleischten Filmfan mit einer Besonderheit schinden, die wir heute – anders als etwa in den 70er und 80iger Jahren – immer seltener zu sehen bekommen: Dieser Kinderfilm arbeitet mit echten Raubtieren. Während sich die meisten Filmemacher lieber mit animierten CGI-Tieren begnügen, die sie in eine reale Welt einfügen und es sich damit mitunter etwas zu einfach machen, haben sich die Macher von „Mia und der weiße Löwe“ gleich mehrere Jahre Zeit genommen, um einen echten Löwen zu einem zahmen Tier zu trainieren. Das macht sich natürlich auch im Umgang zwischen der jungen Kinderdarstellerin und den Tieren bemerkbar, die sichtbar mit einem realen Lebewesen interagiert, dabei sowohl Freude als auch Respekt zum Vorschein bringt. Man sieht es den Darstellern auch heute noch an, ob sie mit realen Situationen umgehen müssen, oder lediglich vor einem Greenscreen drehen – auch bei „Mia und der weiße Löwe“.

    Haltung für den Tierschutz
    Vermutlich sind das sogar die besten Bedingungen, die ein Film haben kann, um dem heutigen allgemeinen Zeitgeist entsprechend ein Zeichen für den Tierschutz zu setzen. Ganz ohne Hintergedanken bleibt „Mia und der weiße Löwe“ schließlich nicht aus und so verwundert es wenig, dass es im Kern der Geschichte eigentlich darum geht, die Trophäenjagd Südafrikas anzuprangern. Dabei allerdings wird die eigene Realitätsverklärung des Films zumindest für jene Zuschauer mit etwas Hintergrundwissen zum Problem: Nicht nur, dass der so lockere Umgang mit gefährlichen Raubtieren einerseits sowieso schon unrealistisch erscheinen mag, sondern auch die reale Situation der Tierschutzreservate wird kaum realistisch eingefangen. Denn während „Mia und der weiße Löwe“ ziemlich klare Stellung gegen Zuchtfarmen und für Reservate bezieht, vergisst der Streifen zugleich auch, dass Reservate oftmals selbst Trophäenjagd anbieten, um sich selbst und den eigenen Schutz vor Wilderern überhaupt finanzieren zu können. Abseits der insgesamt sehr süßen und kindgerechten Story, entwickelt sich der Film damit leider bei weitem nicht so realitätsnah, wie uns sein Selbstanspruch glauben machen möchte. Das ist insofern schade, als dass „Mia und der weiße Löwe“ eine glaubwürdigere Möglichkeit zur Sensibilisierung gehabt hätte, würde man auf die unsinnig paradiesische Darstellung von Tierschutzreservaten verzichten.

    Fazit:
    Mit einer etwas klischeehaften Story über ein junges Mädchen, das zur Löwenflüsterin wird, ist „Mia und der weiße Löwe“ einer der süßesten und verträumtesten Kinderfilme der letzten Monate. Gleichzeitig tappt der Streifen jedoch in die Falle, die Realität um die Trophäenjagd Südafrikas ziemlich zu verklären und sich damit zum Medium für einseitige Tierschutzorganisationen zu machen – und das, obwohl Ansätze vorhanden sind, ein realitätsnahes glaubhaftes Bild zu kreieren. Als Familienfilm dennoch unterhaltsam und dramatisch zugleich.

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