Roxette beim Kunstrasen Bonn: Rockige Hits auch mit neuer SängerinEin Vorteil von Roxette wird da auch auf Anhieb klar: Da die Band mit Per Gessle und Marie Fredriksson schon immer auf ein Duett ausgelegt war, wirkt der Wechsel der Sängerin nicht ganz so hart. Immerhin eine der beiden originalen Stimmen ist schließlich noch immer am Start und nicht selten spielt Per gemeinsam mit Lena auch immer wieder ein Duett. Das bedeutet aber keineswegs, dass man der neuen Sängerin nichts zutrauen könnte. Lena Philipsson klingt zwar ein bisschen anders als das Original, dabei aber keineswegs schlechter. Ihre Stimme kommt insgesamt sogar ein wenig rockiger rüber, was für den Sound von Roxette sogar ein bisschen vorteilhaft sein kann. Besonders bei den mitreißenden großen Hits funktioniert das hervorragend.

Gründungsmitglied Per Gessle und die neue Sängerin Lena Philipsson / Foto: Live Nation
Die kann das Publikum unterdessen hervorragend mitsingen. Da ist es schon fast egal, welchen Song Roxette eigentlich spielen, gefühlt besteht eine komplette Konzertlänge ausschließlich aus Chart-Hits. Ob “Joyride”, “The Look”, “Sleeping in my car” oder “Dangerous” – es gibt kaum einen Song, bei dem das Publikum nicht absolut textsicher ist. Und Lena Philipsson schämt sich auch nicht, die alten Songs von Marie weiter am Leben zu halten. In ihrem rockigen Glitzer-Outfit repräsentiert sie Glamour, Eleganz und Rock gleichzeitig – und unterstreicht damit zusätzlich ihre überraschend herausragende Stimme. Per Gessle hat offenbar ein gutes Händchen dafür bewiesen, eine würdige Nachfolgerin für Marie zu finden. Und die weiß so sehr, welches Erbe sie hier angetreten hat, dass sie die emotionale Power-Ballade “It Must Have Been Love” kurzerhand der verstorbenen Marie widmet. Denn ohne Marie würde niemand von ihnen heute auf der Bühne stehen.
In der Zugabe gab es dann sogar nochmal drei weitere mitreißende Songs, die für einen würdigen und zufriedenen Abschluss beim Publikum sorgten. Und was sollte eine Band wie Roxette da anderes spielen, als noch weitere große Hits. “Spending my Time” und “Listen to your heart” sind doch perfekte Songs, um nach einer großen Party nochmal was dran zu hängen, was die Zuschauer schon wieder mitsingen können. Und hier darf dann natürlich “The Look” und “Queen of Rain” nicht fehlen, auch wenn die Besucher des Konzertes an diesem Abend zum Glück eher sommerliches Wetter genießen durften.
Mittlerweile ist die Konzertsaison des Kunstrasen Bonn bereits zu Ende gegangen und die Veranstaltungsreihe blickt auf einen erfolgreichen Sommer mit 120.000 Zuschauerinnen und Zuschauer zurück. Insgesamt vier ausverkaufte Konzerte unterstreichen den Erfolg des Open Airs, auch wenn der Veranstalter zugleich auf steigende Herausforderungen aufmerksam macht – zu denen unter anderem steigende Schallschutzauflagen ohne klare Verlässlichkeit gehören, aber auch herausfordernde Wetterlagen und die schwierige Planbarkeit eines rein privat finanzierten und organisierten Events. Für das Jahr 2027 sind unterdessen bereits mehrere Konzerte angekündigt. So ist der Auftritt von Die Fantastischen Vier am 23. Juli 2027 bereits vollständig ausverkauft, aber auch mit dem “Rheinkilometer 652 Festival” ist neben Paula Hartmann auch Dilla angekündigt. Viele weitere Konzerte werden folgen und der Vorverkauf bald starten.