Mesh in Oberhausen: Ausverkaufte neue Album-Tour nach 10 Jahren
Mesh jedenfalls haben sich die Zeit genommen, um mit ihrer Musik auch in der heutigen Zeit relevant zu sein. Viele neue Songs widmen sich der politischen und gesellschaftlichen Lage in einer postfaktischen Zeit, in der Fake News und KI-Deep Fakes die sozialen Medien dominieren. Daher auch der Titel “The Truth doesn’t matter”. Damit ist der Sound von Mesh auch ruhiger und ernsthafter geworden. Manche Songs aus dem neuen Album sind keine wirklich tanzbaren Clubtitel mehr, sondern eher gesellschaftskritische Synthpop-Balladen, die zum Nachdenken anregen und etwas schwer im Magen liegen. Der perfekte Sound im Kulttempel, für den sich Mesh einige Stunden Zeit beim Soundcheck ließen, sorgte aber dafür, dass auch solch anspruchsvolle Titel auf dem Tourkonzert bestens funktionieren.
Natürlich nicht allen Fans mochte das Gefallen: Die älteren, tanzbareren und poppigeren Songs sind teilweise auch den neueren Titeln gewichen. Nicht wenige Besucher äußerten nach dem Auftritt, sie hätten doch gerne ein paar mehr Hits der früheren Alben gehört. Und dennoch: So mancher Lieblingssong wie “My Protector” oder “The Last One Standing”, also jene Hits aus dem erfolgreichen “Looking Skyward”-Album, durften auf der Setlist in Oberhausen natürlich nicht fehlen. Aber: Mit insgesamt 14 Live Debuts war der Tourauftakt auch das perfekte Konzert, um all die neuen Songs vom neuesten Album auch einmal live zu hören. Einen davon sogar im Duett mit Mari Kattmann, der Ehefrau von “Assemblage 23″-Sänger Tom Shear, die zu Beginn des Abends ihren Support-Auftritt gab. Wer das selbst noch (einmal) erleben möchte, hat am 1. Oktober 2026 noch einmal in Krefeld die Gelegenheit dazu.

Fotos: Rene Daners