Weihnachten mit Dick Brave: Weltpremiere exklusiv in DüsseldorfDick Brave ist dabei nicht nur ein Künstlername für ein Nebenprojekt, sondern regelrecht eine fiktive Figur mit eigener Biografie, die sich Sasha da über viele Jahre ausgedacht hat. Dabei schlüpft er in die Rolle eines kanadischen Rockabilly-Musikers, der angeblich seit 12 Jahren nicht mehr in Deutschland war. Und Sasha macht sich einen großen Spaß daraus, diese Rolle auch konsequent durchzuziehen: Obwohl gebürtiger Deutscher spricht er das gesamte Konzert über gebrochenes Deutsch mit einem starken englischen Dialekt – und muss dabei nicht selten über sich selber lachen. Ein bisschen albern erscheint das schon, weiß doch im Publikum wirklich jeder, wer da auf der Bühne steht, aber seine Fans fanden es offenbar genauso lustig, wie er selbst.
Tatsächlich war Dick Brave aber nicht zwölf Jahre lang im Ausland, sondern das Projekt pausierte genau so lange. Erst im Jahre 2025 kehrte Sasha mit der Kunstfigur zurück – und stellte offenbar fest, dass sich das Rockabilly-Projekt noch immer großer Beliebtheit erfreute. Nun soll er damit also wieder voll durchstarten und Besucher in Düsseldorf hatten das Glück, die allererste Weihnachtsshow von Dick Brave überhaupt zu sehen. Eine echte Weltpremiere also, liebevoll dekoriert und mit einer durchaus gelungenen Band im Background. Sasha tritt hier nämlich nicht alleine auf, sondern hat vom Kontrabass über eine 4-köpfige Gruppe mit klassischen Instrumenten bis hin zu zwei Background-Sängerinnen so einiges am Start, um ihn zu unterstützen.

Foto: Charlie Spieker / Semmel Concerts
Das ganze Konzept funktioniert dabei durchaus gut, liefert Dick Brave nämlich einen Mix aus gecoverten Weihnachtsklassikern, modernen Christmas Pop-Songs und einigen selbstgeschriebenen Rockabilly-Hits, die sich um die besinnlichen Feiertage drehen. Und da durften sich die Besucher im Capitol Theater Düsseldorf sogar auf echte Besonderheiten freuen. Immerhin hat er es sogar geschafft, Rolf Zuckowski von einer englischen Version seiner “Weihnachtsbäckerei” zu überzeugen. Und so bekommt das Publikum tatsächlich erstmals eine englischsprachige Rockabilly-Version des Kult-Klassikers zu hören – und die feiern das ziemlich.
Während er die Pausen immer wieder für einige Geschichten und humorvolle Witze nutzt, gelingt ihm ein ausgewogener Spagat zwischen ruhigeren Songs und tanzbaren Rockabilly-Hits, wobei letztere es ein wenig gewöhnungsbedürftig machten, dass es sich hier um ein bestuhltes Konzert handelt, obwohl doch manche am liebsten aufgestanden wären, um das Tanzbein zu schwingen. Besonders der Song “Rocking Under The Mistletoe” sticht da besonders hervor und man merkt schnell, dass auch auf den Sitzplätzen kein Fuß still stehen bleibt. Aber wie auch, wenn selbst Felix Wiegand am Kontrabass kurzerhand auf sein Instrument klettern muss. Da kommen schnell gute alte Rock’n’Roll-Vibes auf.
Apropos Rock’n’Roll: Dick Brave hatte wohl im Urlaub einmal das Musikstudio von Legende Elvis Presley besucht – und war offenbar fasziniert davon, dass alle seine Songs mit nur einem Mikrofon und einer Tonspur aufgenommen wurden. Dieses alte Feeling wollte er auch bei seinem ersten Weihnachtskonzert einfangen und den alten Sound rekonstruieren: Mit der kompletten Band platzierte er sich also vor einem einzigen Kugelmikrofon, um so den Sound der 60er und 70er Jahre zu imitieren. Dass das tatsächlich hervorragend funktionierte, faszinierte das Publikum genauso wie ihn – wodurch gleich noch weitere Songs in diesem Stil folgten. Natürlich versteht sich von selbst, dass da auch ein Weihnachtslied von Elvis Presley auf der Setlist steht.
Wer nicht live dabei war, kann sich das in Kürze übrigens im Fernsehen anschauen. Bei den Konzerten in Düsseldorf handelte es sich nämlich um eine professionelle TV-Aufzeichnung. Die Ausstrahlung des Konzerts soll am 11. Dezember 2026 auf Sat.1 stattfinden. Und für alle, die spätestens dann auf den Geschmack kommen, gibt es gute Nachrichten: Obwohl in diesem Jahr lediglich zwei exklusive Düsseldorf-Termine stattfanden, plant Dick Brave im kommenden Jahr eine umfangreichere Weihnachtstour, in der auch zahlreiche andere Orte in Deutschland bespielt werden sollen. Da darf man sich demnächst also auf Tickets freuen – oder besucht im Sommer eines der Open Airs, falls man nicht ganz so lange warten mag.