Mead & Greed Festival in Oberhausen: Das Pagan Metal Event ist erfolgreich zurückDer für ein eher jüngeres und aufgeschlossenes Publikum bekannte Pagan-Metal nimmt die Genregrenzen dabei aber nicht immer ganz so ernst, sondern macht im Zweifel zu jeder Musik einen Moshpit, solange sie Spaß macht. Da darf ein Opener also auch mal gewaltig aus der Reihe tanzen, sodass man ein Metal-Festival eben auch mal mit Folk eröffnet. Als eher familiäres Fest, bei dem viele Acts doch untereinander oder mit den Veranstaltern befreundet sind, ließ man daher Lily of the Devil, die man eher im mittelalterlichen Folk verordnen könnte, das Festival eröffnen. Ein eher ruhiger und sanfter Beginn also für die Metalheads, die erst noch in die passende Stimmung kommen wollten oder gerade erst die Met-Wanderung hinter sich hatten, bei der doch so einiges vom leckeren Honigwein die Kehle runterfloss.

Freitag auf der Bühne, Samstag als Helfer am Gastro-Stand: Fabula Rasa
Spätestens beim zweiten Act mussten dann aber doch alle am Start sein: Mit Fabula Rasa stand eine Band auf der Bühne, die für langjährige Fans des Mead & Greed Festivals schon sowas wie alte Hasen sind. Bei ordentlichen Gitarrenriffs konnten die Metalheads in der ersten Reihe hier bestens mitsingen und bildeten auch schon den ersten kleinen Circle Pit in der Mitte der Halle. Und da wurde auch klar, wie familiär das Festival wirklich ist: Freitags stand Sänger Achim noch mit seiner Band auf der Bühne, Samstags packte er bewaffnet mit einem Crew-Shirt am Gastro-Stand mit an, um beim Abwasch zu helfen. Voller Einsatz also – von Fans für Fans.
Während anschließend Toter Fisch, Vermilia und Vanaheim den Abend weiterhin etwas mittelalterlastig ließen, wurde zum späteren Abend auch klar, wieso vor allem der erste Maifeiertag zahlreiche Besucher mit Tagestickets anlockte. Die Melodic-Death-Metal-Band Asenblut war immerhin der ziehende Headliner des ersten Festivaltages und brachte reichlich Fans mit, die in diesem Jahr zum ersten Mal das Mead & Greed Festival besuchten. Mit stählerner Brust, harten Gitarrenriffs und dem Ruf der Methörner sorgten die zugleich für einen würdigen Abschluss des ersten Tages.
Für alle, die ein bisschen zu viel Honigwein in ihren Hörnern hatten, ging aber auch der zweite Festivaltag eher gemächlich los und tanzte zunächst nochmal ein bisschen aus der Reihe. Die ruhigen, mittelalterlichen Klänge von Baumbart sind schließlich der perfekte Einstieg für Metalheads, die vom Met noch einen kleinen Kater haben. Erst einmal akklimatisieren und neue Energie für den nächsten Moshpit sammeln, bevor das Mead & Greed Festival dann am zweiten Tag erst so richtig durchstartete.

Asenblut lockte zahlreiche Tagesgäste am Freitag aufs Mead & Greed Festival
Jene Energie war schließlich bereits für den zweiten Act des Tages definitiv nötig. Machten sich einige Besucher noch im Vorfeld über den Namen der Band Mourning Wood lustig, der übersetzt wohl “Morgenlatte” heißen würde, wenn man ihn korrekt Morning Wood geschrieben hätte, so entpuppte sich der “Epic Party Folk Metal”, wie die Band ihre Musik selbst nennt, als ziemlicher Überraschungshit. Irgendwo angesiedelt zwischen Electric Callboy und Trollfest erweckten schon die Hawaiihemden, Verkleidungen und Mützen den Eindruck, als nehme sich die Band nicht allzu ernst. Ihr Sound wiederum ist im wahrsten Sinne eine reine Metal-Party, die es auf Spaß, Circle Pits und Humor angelegt hat – und damit, obwohl bei vielen Besuchern noch recht unbekannt, zum Highlight des Wochenendes wurde.
Danach legte auch die Härte einen deutlichen Gang zu, denn statt Pagan Metal gab es erst einmal waschechten Death Metal von Neverus und Vanir. Mit den beiden Bands aus den Niederlanden und Dänemark zeigte das Mead & Greed Festival damit zugleich seine internationale Seite, ließ die Gitarren aber auch deutlich härter werden. Wer sich darauf einließ, hatte in der Menschenmenge sichtlichen Spaß und Fans der härteren Gangart kamen damit ordentlich auf ihre Kosten. Für den Gitarristen von Vanir aber sicherlich nicht ganz unanstrengend: Der nämlich legte gleich ein Doppelkonzert hin und war anschließend bei Vansind auch noch mit dabei. Als Supergroup, die sich aus Bandmitgliedern zahlreicher anderer Bands des Genres zusammensetzt, gab es damit auch eine Gelegenheit, gleich zwei Mal hintereinander auf der Bühne zu stehen. Die Fans wussten das zu würdigen.

Party Folk Metal als Überraschungs-Hit: Mourning Wood begeisterten als Spaß-Metal-Band am Samstag
Während es dann mit Thorondir etwas Abwechslung gab und im wahrsten Sinne die Trolle heraufbeschworen wurden, sollten später Obscurity beweisen, dass es harten Death Metal tatsächlich auch aus NRW geben kann. Die Velberter überzeugten nicht nur als Co-Headliner des wichtigen, zweiten Festivaltages, sondern stellten sich zugleich als eine der härtesten Bands des gesamten Mead & Greed Festivals heraus. Eine perfekte Gelegenheit also, das Publikum für Headliner Manegarm anzuheizen, die ebenfalls als regelmäßige Gäste des Festivals schon reichlich Fans gewonnen haben – und damit dafür sorgten, dass auch wirklich jeder bis zum Ende blieb.
Das wiederum lohnte sich auch, denn zum Schluss gab es auch schon die Ankündigungen für das nächste Jahr. Obwohl die Wirtschaftlichkeit des Festivals bis kurz vor seinem Start zunächst nicht klar war, lässt sich inzwischen mit Sicherheit sagen, dass es im kommenden Jahr eine weitere Ausgabe geben wird. Dann möchten die Veranstalter wieder zurück in den Winter, da das dem Konzept des Festivals besser gerecht wird. Am 26. und 27. Februar 2027 soll es also schon soweit sein, dass sich die Tore des Mead & Greed Festivals erneut in Oberhausen öffnen. Erste Band wurden auch bereits angekündigt. So sind neben Svartsot und Grymheart, auch Trold, Vera Lux und Tales of Ratatösk bereits angekündigt. Tickets gibt es bereits für 60 Euro unter tickets.meadandgreed.de
Fotos: Rene Daners