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  • IAMX in Köln: Dark Cabaret begeistert die junge schwarze Szene
    22. April 2026 | 17:03

    In der Gothic-Szene gibt es große Befürchtungen, dass die Community immer älter wird und eines Tages aussterben wird. In den Clubs ist das Durchschnittsalter inzwischen sichtbar über 40 und es entsteht der Eindruck, der Nachwuchs der Szene würde ausbleiben. Und doch finden sich bei genauerem Hinsehen wiederum Konzerte, auf denen das Bild ein völlig anderes ist. In den ersten Reihen vor der Bühne finden sich bei IAMX überraschend doch einige junge, vor allem weibliche Goths Anfang 20. Die schmachten Sänger Chris Corner geradezu an und sorgen dafür, dass die Auftritte von IAMX vielleicht zu den wenigen Konzerten der schwarzen Szene gehören, auf denen kreischendes junges Publikum zu finden ist. Woran das liegt, konnten wir am 1. April 2026 in der Kantine Köln erleben.

    Aux Animaux in Die Kantine Köln
    IAMX-Gitarristin Gözde Düzer als Support mit Aux Animaux

    Zunächst aber durfte erst einmal eine Frau auf die Bühne, die als Gitarristin seit einigen Jahren auch beim Haupt-Act IAMX am Start ist. Gözde Düzer aber möchte als Support natürlich auch ihre eigene Musik präsentieren. Dabei als gebürtige türkische Künstlerin in der Gothic-Szene auf der Bühne zu stehen, ist schon außergewöhnlich genug, kennt man sonst doch nur “She Past Away” mit derartiger Herkunft. Der beeindruckende SM-Look, den sie dann mit ihrem Projekt Aux animaux präsentiert überrascht dann umso mehr. Der Bandname heißt so viel wie “Für die Tiere” und ist an die Tierrechtsbewegung angelehnt, ihr Sound orientiert sich am Genre des Synthpop und während sie sich erotisch auf der Bühne räkelt, gibt’s dann auch noch ein Theremin dazu. Vielleicht ist das genau der Touch, den die schwarze Szene braucht, um junges Publikum anzulocken? Moderne, gesellschaftsbewusste Themen kombiniert mit experimentellem Sound und dem typischen Look der Szene. Bei Goths der Generation Z funktioniert genau das.

    Und genau da setzt IAMX dann auch mit seinem Dark Cabaret an. Chris Corner widmet sich dabei ebenso jungen und modernen Themen für die junge Zielgruppe: Ein androgynes Erscheinungsbild, die Thematisierung von Gender Identity und der offensichtliche Safe Space für LGBTQ+ scheint es hier zu sein, der das Publikum in den 20ern anlockt. Chris Corner mutiert dabei fast ein wenig zu einem Yungblud der Gothic-Szene. Feministisch, woke, ein Bewusstsein für soziale und gesellschaftliche Gerechtigkeit – und dabei trotzdem das Spiel mit der Sexualisierung der eigenen Person, die doch ein wenig “Rockstar-Attitüde” auf die Bühne bringt. Genauso wie Yungblud gelingt es IAMX den Style des Rock’n’Roll mit Gender Awareness und einem Hauch Experimente zu kombinieren. Und diese Moderne ist für eine Szene vielleicht notwendig, die sonst vor allem Bands der 80er Jahre feiert. Obwohl das Konzert in Köln nicht ausverkauft war, gehört IAMX doch zu den aufsteigenden und wichtigsten jungen Acts der Szene.

    IAMX in Die Kantine Köln
    Androgyn, modern, experimentell: Chris Corner mit IAMX

    Fotos: Rene Daners