Das Publikum hat manchen Künstler womöglich schon in seiner Jugend erlebt. Viele Menschen aus der älteren Generation waren gekommen, um die Stars ihrer Jugend noch einmal live zu sehen. Manche brachten sogar ihre Enkel mit und begeisterten den Nachwuchs von den zeitlosen Rock-Klassikern. Wieder andere erfreuten sich an der Barrierefreiheit des vollständig bestuhlten Konzertes, denn im höheren Alter kann nicht mehr jeder gut stehen. Trotzdem scheint der Stopp in Düsseldorf das am schlechtesten besuchte Konzert der Rock meets Classic-Reihe zu sein: Nach einem Wechsel von Oberhausen in die kleinere Mitsubishi-Electric-Halle war die Location trotzdem nicht einmal halb besucht: Die hintere Tribüne zur Hälfte nach vorne geschoben, der Oberrang existierte erst gar nicht und selbst der Unterrang nicht vollständig gefüllt. Das wird einer der Gründe sein, warum die Abschiedstour im Jahre 2026 ohne einen Halt in NRW auskommen muss.
Weniger unterhaltsam waren die gut zweistündigen Auftritte der Rockstars deswegen aber nicht. Sie alle kamen vereint nach Düsseldorf: Randall Hall, ehemaliger Gitarrist der Band Lynyrd Skynyrd spielte “Sweet Home Alabama” und stand dabei selbst am Mikrofon. Der ehemalige Star der Band “The Runaways”, Lita Ford entpuppte sich trotz ihres Alters von inzwischen 66 Jahren als echte Rampensau und performte sogar den Klassiker “Cherry Bomb” noch einmal für das Publikum. Fran Cosmo von der Band Boston überzeugte unter anderem mit “More than a feeling”, während John Elefante nur liebend gern von “Fight Fire with Fire” singt.
Glenn Hughes (Deep Purple, Black Sabbath) und Lita Ford: In tiefer Freundschaft vereint
Einzigartig ist die Konstellation allemal, denn bei Rock meets Classic dürfen auch einmal Künstler gemeinsam auftreten, die man sonst wohl niemals zusammen auf der Bühne sehen würde: So gesellte sich Glenn Hughes (Deep Purple, Black Sabbath) zu Lita Ford auf die Bühne, um gemeinsame Songs zu performen. Die enge Freundschaft der beiden, die dazu führt, dass sie auch mal eng umschlungen auftreten, ließ sich in Düsseldorf kaum übersehen. Für so manchen Fan ein unvergesslicher Abend – erst recht, wenn zum Abschluss in der Zugabe sogar alle Musiker nochmal zusammen auftauen. Funkenflug inklusive. Für Fans aus NRW gibt es unterdessen bald Ersatz: Auch wenn Rock meets Classic keinen weiteren Stopp einlegt, gibt es bereits am 9. Oktober 2025 mit Rock Legends eine spannende Alternative
Fotos: Rene Daners