Review
| Wicked: Teil 2 |
| Land/Jahr: USA 2025 |
| Genre: Musical |
| Regie: Jon M. Chu |
| Darsteller: Cynthia Erivo Ariana Grande Jeff Goldblum Michelle Yeoh Jonathan Bailey Ethan Slater Marissa Bode |
| FSK: ab 12 Jahren |
| Dauer: 138 Minuten |
| Kinostart: 19. November 2025 |
| Label: Universal Pictures |
Nachdem die beiden Freundinnen Glinda und Elphaba endlich zum Zauberer von Oz vordringen konnten, hat sich ihre Freundschaft nachhaltig verändert. Obwohl sie die Lügen des Zauberers, der über keinerlei echte Fähigkeiten verfügt, erkannt haben, schließt sich Glinda zugunsten ihres Wohlstandes dem Zauberer an. Sie lebt fortan wie eine Prinzessin in der Seifenblase und versucht, das aufgebrachte Volk zu besänftigen. Ganz anders Elphaba, die von der Wahrheit und ihrem Idealismus überzeugt ist: Um jeden Preis versucht sie, die Bevölkerung von der Wahrheit zu überzeugen – gerät damit allerdings selbst ins Visier. Doch kann die Zukunft von Oz gesichert werden und die Freundinnen wieder zueinander finden?
Kritik:
Der erste Teil der Musical-Verfilmung „Wicked“ gilt als eine der besten Musicalfilme aller Zeiten. Die große Beliebtheit liegt dabei auch an den großartigen Songs von Ariana Grande und Cynthia Erivo, wegen denen der Film gleich in drei Sprachversionen in den Kinos erschien – sodass Fans aussuchen können, ob sie die deutsche Fassung mit englischen oder deutschen Songs sehen wollen. Nun geht es also zurück in die wunderschön bunte Welt von Oz.
Knallbunter Kitsch
Im Grunde setzt der zweite Teil die Geschichte fast genau dort fort, wo der Vorgänger endete. Glinda und Elphaba sind endlich auf den Zauberer von Oz gestoßen und konnten seine Lügen bezüglich seiner Zauberei aufdecken. Düsterer ist die Welt von Oz deswegen allerdings nicht geworden: „Wicked: Teil 2“ bleibt seinem Stil treu und liefert auch dieses Mal wieder einen wahren Kitsch-Overkill. Das ist optisch sicherlich hübsch anzusehen und passt zur Inszenierung eines Musicals: Fast schon in Regenbogenfarben wird die Flora der CGI-Welt dargestellt, in der die kitschig-pinke Glinda in ihrer Seifenblase vor dem Volk umherschweben darf. Da bekommt das Publikum genau das, was es erwartet – aber leider auch nicht viel Neues: Die Fortsetzung versäumt es, neue Kreaturen und Welten einzuführen und setzt einfach die Geschichte mit Altbekanntem fort. Für ein Fantasy-Setting reicht das aber nicht immer aus, um den Reiz zu wecken.
Freundinnen-Fehde statt Fantasy-Welt
Dabei hatte die Fortsetzung durchaus das Potential, hier neue spannende Wesen umzusetzen. Beim Bau der gelben Straße zum Smaragdpalast werden zwar einhorn-artige Büffeltiere als Nutztiere eingesetzt und die Hoffnung auf ein bisschen mehr Fantasy geweckt, die Ausarbeitung der Fantasy-Welt bleibt bei „Wicked: Teil 2“ aber leider nur oberflächlich. Die sprechenden Tiere, die Zauberer und Manschkins – das alles kennen wir letztendlich schon aus dem ersten Teil. Stattdessen verlässt sich Regisseur Jon M. Chu darauf, dass die außergewöhnliche Perspektive des Zauberers von Oz – was dem Gegenteil der alten Oz-Filme entspricht und der Konflikt zwischen zwei Freundinnen alleine den Film tragen kann.
Musical in die Länge gezogen
Das Problem dabei: Die eigentlich Story um den Kampf zwischen Glinda und Elphaba und ihrem Versuch, die Wahrheit hinter dem Zauberer von Oz aufzudecken, ließe sich eigentlich in zwei Sätzen erzählen. Da baut „Wicked: Teil 2“ zwar gerne auch noch ein paar Zaubereiszenen und ein bisschen Love-Story ein, inhaltlich gibt das aber erheblich weniger her, als der noch fantastische Vorgänger. Hier wird auch klar, warum es für „Wicked“ besser gewesen wäre, die Geschichte als 3-stündigen einzelnen Film zusammenzufassen. Die Musical-Vorlage kommt schließlich mit knapp 3 Stunden aus, die „Wicked-Filme“ ziehen die Story jedoch auf eine Gesamtlänge von etwa 5 Stunden – ohne dass die Story inhaltlich mehr zu bieten hatte. Unter dem Strich wirkt das vor allem im zweiten Teil dann tatsächlich künstlich in die Länge gezogen, nur um mehr knallbuntes CGI und Gesang zeigen zu können. Spannend bleibt abzuwarten, ob früher oder später eine verkürzte, zusammengefasste Version erscheinen wird.
Fazit:
Die Fortsetzung zur beliebten Musical-Verfilmung setzt die Geschichte stilistisch identisch fort und liefert einmal mehr einen Mix aus Kitsch-Overkill und großartigem Gesang. Leider bleibt die Story dieses Mal erschreckend dünn, was auch der Tatsache geschuldet ist, dass hier eine deutlich kürzere Musical-Vorlage auf eine höhere Gesamtlänge gezogen wird.