Review
| The Housemaid |
| Land/Jahr: USA 2025 |
| Genre: Thriller |
| Regie: Paul Feig |
| Darsteller: Sydney Sweeney Amanda Seyfried Brandon Sklenar Michele Morrone Elizabeth Perkins |
| FSK: ab 16 Jahren |
| Dauer: 132 Minuten |
| Kinostart: 15. Januar 2026 |
| Label: Leonine |
Trotz ihres noch jungen Alters von 27 Jahren hat Millie Calloway bereits zehn Jahre hinter Gitter gebracht. Um ihre Bewährungsauflagen zu erfüllen, benötigt sie dringend einen Job und eine feste Unterkunft. Das Jobangebot als Hausmädchen bei einer wohlhabenden Familie kommt ihr gerade recht. Während sie sich um den Haushalt kümmert und auf die junge Cecelia aufpasst, kann sie im Dachgeschoss auch mietfrei ein eigenes Zimmer beziehen. Nach anfänglicher Begeisterung der Hausdame Nina Winchester sorgt allerdings bereits das Türschloss ihres Zimmers, das nur von außen verriegelt werden kann, für Verwunderung. Gerade eingezogen, wird schon der erste Arbeitstag zu einer Tortur: Aus der freundlichen Chefin wird plötzlich eine psychisch kranke, intrigante Verrückte, die alles daran setzt, dem neuen Hausmädchen das Leben möglichst schwer zu machen. Doch durch ihre Bewährungsauflagen kann Millie nicht so einfach aus ihrem Job – und das wirklich dunkle Geheimnis hinter dieser vermeintlichen Familienidylle ahnt sie ebenfalls noch nicht…
Kritik:
Mit ihren Thriller-Romanen, dessen erster Band in Deutschland den Titel „Wenn sie wüsste“ trägt, hat es Autorin Freida McFadden zu einer Bestseller-Reihe geschafft. Inbesondere junge Frauen feiern den internationalen Bestseller mit leichten Dark Romance-Ambitionen und das spiegelt sich auch in den Kinosälen wieder: Bereits am Start-Wochenende ist „The Housemaid“ fast genauso gut besucht, wie der Blockbuster „Avatar“.
Publikumsliebling für die Hauptrolle
Mit der Auswahl der richtigen Besetzung ist der hohe Andrang im Kinosaal dann natürlich perfekt. Für die Zielgruppe der Generation Z hätte man wohl niemand besseren auswählen können, als den neuen Hollywood-Superstar Sydney Sweeney. Spätestens mit der RomCom „Wo die Lüge hinfällt“, können sich die jüngeren Zuschauerinnen bestens für sie begeistern. Gleichzeitig den Ruf zu haben, eine der hübschesten Darstellerinnen Hollywoods zu sein, dürfte obendrein dabei behilflich sein, die Rolle des naiven und etwas hilflos wirkenden Hausmädchens glaubhaft darzustellen. Die Konfrontation funktioniert dann also herausragend: Die schüchtern wirkende Schönheit trifft auf Amanda Seyfried in der Rolle der durchgeknallten Nina Winchester, ein herrliches Zusammenspiel.
Die Maskerade der Psyche
Während die Spannung insbesondere durch die toxischen Familienverhältnisse erzeugt wird, stiehlt ihr allerdings Seyfried auch zugleich ein wenig die Show. Das Schauspiel, bei dem Seyfried quasi auf Knopfdruck ihre Emotionen und Handlungen anpasst, ist psychologisch überwältigend. Mit der Darstellung ihrer manischen Stimmungsschwankungen hebt sie sich gegenüber den restlichen Schauspielern deutlich hervor und trägt den Thriller nahezu allein. In seiner Intensität ähnelt „The Housemaid“ dabei sogar ein wenig dem Female Revenge Thriller „I spit on your grave“, auch wenn der Gewaltgrad bei weitem nicht vergleichbar ist. Die Unberechenbarkeit und die fehlende Möglichkeit, aus diesen Extremsituationen zu entkommen, sorgen jedoch für Spannungshöhepunkte und die Stärken des Films.
Häusliche Gewalt und Pretty Privilege
Dabei verzichtet „The Housemaid“ noch nicht einmal auf Gesellschaftskritik, so viel Tiefgang bringt der Thriller dann doch mit. Bei der Auseinandersetzung, die vor allem in der ersten Hälfte noch recht undurchsichtig erscheint, widmet sich der Thriller insbesondere der Pretty Privilege bei häuslicher Gewalt. „Aussehen ist Macht“ wird da mehr als einmal betont, um deutlich zu machen, wem die Behörden in einer häuslichen Konfliktsituation doch eher glauben: Demjenigen, der das charmante Lächeln hat, das perfekte Aussehen und den seriösesten Eindruck. „The Housemaid“ spielt dabei auch mit dieser Maskerade als Machtspiel, das vermutlich den ein oder anderen Zuschauer, der durch Pretty Privilege schon einmal den Kürzeren gezogen hat, triggern könnte.
Ein Türschloss und seine Vorhersehbarkeit
Gerade durch diese Thematik schwächelt „The Housemaid“ aber auch ein wenig an seiner Vorhersehbarkeit, da gewisse Hintergründe ein wenig (zu) früh offenbart werden müssen. Spätestens bei der ersten Entdeckung eines Türschlosses, das nur von außen verschlossen werden kann, aber bereits im ersten Drittel des Films auftaucht, wird schnell klar, worauf die Geschichte hinaus laufen soll – bzw. was der jungen Millie hinter dieser Tür womöglich widerfahren wird. Das lässt, wenn man den Film einigermaßen aufmerksam verfolgt, auch bereits zu viele Schlussfolgerungen auf den später folgenden Twist des Films zu. Die Vorhersehbarkeit ist ein bisschen schade, da „The Housemaid“ dadurch vollständig darauf angewiesen ist, vom Schauspiel von Amanda Seyfried getragen zu werden. Zum Glück gelingt ihr das mit Bravour.
Fazit:
Die Verfilmung des Bestsellers von Freida McFadden entpuppt sich als hochspannender Thriller mit Dark Romance-Ansätzen und dem Spiel mit der Pretty Privilege als psychologische Maskerade. Das ist stellenweise zwar etwas vorhersehbar, wird durch die großartigen schauspielerischen Leistungen von Amanda Seyfried jedoch hervorragend getragen.