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    Send Help

    Send Help

    Land/Jahr:
    USA 2026
    Genre:
    Thriller
    Regie:
    Sam Raimi
    Darsteller:
    Rachel McAdams
    Dylan O'Brien
    Edyll Ismail
    Xavier Samuel
    Chris Pang
    Thaneth Warakulnukroh
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    113 Minuten
    Kinostart:
    29. Januar 2026
    Label:
    Walt Disney Studios
    Motion Pictures

    Die Büroangestellte Linda Liddle ist in ihrem Job eine absolute Top-Performerin und arbeitet zielstrebig auf die Beförderung zur Führungskraft hin. Das soziale Miteinander aber fällt ihr schwer: Bei den Kollegen gilt sie auf Grund ihrer nerdigen Interessen und ihres merkwürdigen Verhaltens eher als Außenseiterin. Ihr neuer Vorgesetzter sieht das schnell ähnlich: Bei der Beförderung wird sie übergangen, die Lorbeeren für ihre Arbeit sacken andere ein und bei einem Flug zu einem wichtigen Business-Termin machen sich die Vorgesetzten eher lustig über sie. Doch damit ist bald schluss: Nachdem das Flugzeug an einer einsamen Insel abstürzt, sind Linda und ihr Vorgesetzter Bradley die einzigen Überlebenden. In der neuen Umgebung kann sie schnell Führungsqualitäten zeigen und die Rollen tauschen: Plötzlich rettet sie ihren Chef, der beim Überleben in der Wildnis völlig überfordert ist. Dumm nur, dass Linda diese neue Position so gut gefällt, dass sie gar kein Interesse daran hat, in ihr altes Leben zurückzukehren…

    Kritik:
    Das Horrorgenre beherrscht Regisseur Sam Raimi schon seit langem. Schon in den 80igern begeisterte er mit „Tanz der Teufel“, der damals einige Probleme mit dem Jugendschutz hatte. Auch „Armee der Finsternis“ und „Ash vs. Evil Dead“ zeugten von seinem Talent in diesem Genre. Sein neuestes Horrorwerk entpuppt sich jedoch eher als Thriller der besonderen Art.

    Survival mit Rollentausch
    Im Mittelpunkt der Geschichte bekommen wir einen Survival-Thriller mit Abenteuer- und Horrorelementen geboten, bei dem eine Angestellte mit ihrem Vorgesetzten auf einer einsamen Insel strandet – und kurzerhand die Rollen tauscht. Doch bereits vorab weckt „Send Help“ das Interesse des Zuschauers, denn die Rollenverteilung, wer hier gut und böse ist, wird schon in den ersten Szenen nicht so ganz klar. Der Chef übergeht sie bei einer Beförderung und das gesamte Berufsfeld behandelt sie schlecht – doch gleichzeitig ist genau das auch auf Grund ihres eigenen befremdlichen Verhaltens nachvollziehbar. Eine Führungskraft, die sieht hier bei aller Objektivität noch nicht einmal das Publikum. Auf welche Seite sich der Zuschauer also stellen soll, ist schnell fraglich – und bleibt das auch den gesamten Film über. Die Stärke von Raimis neuem Werk besteht darin, dass es eigentlich keinen Guten gibt, dass beide Figuren über die gesamte Laufzeit hinweg positive und negative Eigenschaften offenbaren – und „Send Help“ damit konsequent undurchsichtig bleibt.

    Unterhaltung durch Gehässigkeit
    Stattdessen ist viel mehr der Weg das Ziel, bzw. die Quelle des Unterhaltungswertes. Bei dem Überlebenskampf auf der einsamen, aber durchaus paradiesischen Insel, lebt „Send Help“ vom Zusammenspiel zwischen Rachel McAdams und Dylan O’Brien. Es ist die Gehässigkeit, mit der sich die beiden eigentlich permanent bekämpfen, die für den eigentlichen Spaßfaktor sorgt. Es entsteht fast ein bisschen der Eindruck des typischen Sprichworts „Was sich liebt, das neckt sich“ – obwohl man doch erahnt, dass einer von beiden sich hier noch als der große Übeltäter entpuppen wird. Auch das hohe Tempo mit seinen vielen Wendungen und Überraschungen hält den Zuschauer bei Laune, denn Längen hat „Send Help“ nahezu gar keine. Der Rollentausch zwischen Gut und Böse wird für Raimi regelrecht zu einem Spiel, das schon dezent humoristische Züge hat. Dieses Paar, das einen Großteil der Laufzeit allein zu sehen ist, macht die Stärke des Films aus.

    Horrorszenen als Stilbruch
    Warum Sam Raimi vom Horrorgenre dann doch nicht ganz ablassen kann, ist bei „Send Help“ eigentlich kaum nachvollziehbar. Als Survival-Thriller mit zwei Charakterrollen funktioniert der Film bereits hervorragend. Trotzdem scheint es für Raimi fast schon eine Art Zwang zu sein, trotzdem möglichst brutale Szenen einzubauen. Die allerdings wirken auf Grund ihrer übertriebenen Gewaltdarstellung – etwa bei der Jagd eines Wildschweines – mitunter schon etwas drüber. Raimi übertreibt bei diesen Szenen, von denen es zum Glück nur wenige gibt, so dermaßen, dass es sich schon um einen Stilbruch handelt, der nicht so recht zur restlichen Atmosphäre und dem Setting des Films passen mag. Gerade deshalb gehört auch der Showdown nicht zu den stärksten Momenten – worüber sich allerdings angesichts der ansonsten herausragenden Qualitäten hinweg sehen lässt.

    Fazit:
    Mit seinem neuesten Werk liefert Sam Raimi nicht das erwartete Horror-Comeback, sondern viel mehr einen überaus unterhaltsamen und hochspannenden Survival-Thriller. Dabei brillieren insbesondere die beiden Hauptdarsteller, die regelmäßig die Rollen zwischen Gut und Böse tauschen und damit die Undurchsichtigkeit des Films zu einem regelrechten Spiel machen. „Send Help“ macht damit überraschend viel Spaß.