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    Horst Schlämmer sucht das Glück

    Horst Schlämmer sucht das Glück

    Land/Jahr:
    D 2026
    Genre:
    Komödie
    Regie:
    Sven Unterwaldt
    Darsteller:
    Hape Kerkeling
    Tahnee Schaffarczyk
    Meltem Kaptan
    Laura Thomas
    Jördis Triebel
    Eva Habermann
    Norbert Heisterkamp
    FSK:
    ab 6 Jahren
    Dauer:
    93 Minuten
    Kinostart:
    26. März 2026
    Label:
    Leonine

    Seit der Corona-Pandemie ist Deutschland einfach nicht mehr so, wie es einmal war. Es scheint, als wäre nicht nur die Krankheit verschwunden, sondern auch das Lächeln im Gesicht der Menschen. Die Deutschen sind plötzlich nur noch griesgrämig und schlecht gelaunt. Damit will sich Horst Schlämmer aus Grevenbroich auf keinen Fall abfinden. Gemeinsam mit Kamerafrau Anna begibt er sich auf die Suche nach dem Glück. Auf dem Weg quer durch Deutschland will er herausfinden, wo die Menschen am glücklichsten sind und was sie so zufrieden macht. Doch der steinige Weg durch das Unbekannte könnte nicht nur aussichtslos sein, sondern vielleicht sogar dazu führen, dass Horst sich eines Tages selbst findet…

    Kritik:
    Comedian Hape Kerkeling ist für seine abgefahrenen Verwandlungskünste schon seit vielen Jahren bekannt. Inzwischen ist es bereits 17 Jahre her, dass er eine wahre Kultfigur auf die Leinwand brachte: Horst Schlämmer trat im Jahre 2009 schon einmal an, um für den Bundestag zu kandidieren – und sorgte damit für strahlende Gesichter in den Kinosälen. Inzwischen hat sich Deutschland stark verändert – und für Horst ist die Zeit gekommen, endlich zurückzukehren.

    Rheinländer auf der Suche nach dem Glück
    Dass Kerkelings Figur damals ein so großer Erfolg wurde, lag sicherlich auch daran, dass Kultfigur Horst Schlämmer doch irgendwie zum Greifen nah war. Der simpel gestrickte Kerl aus einfachen Verhältnissen kam mit der lockeren niederrheinischen Schnauze daher und sorgte insbesondere im Raum Grevenbroich und Mönchengladbach dafür, dass das Publikum eine wahre Identifikationsfigur bekam. Widmeten sich vergleichbare deutsche Komödien eher der Direktheit aus dem Ruhrgebiet, präsentierte Horst Schlämmer eine regionale Eigenschaft, die auf der Kinoleinwand bis dahin dramatisch vernachlässigt wurde. Die perfekte Kultfigur wurde geschaffen, die auch 17 Jahre später noch immer hervorragend funktioniert und mit seiner lokalen Mundart geradezu zeitlos wirkt.

    Culture Clash in Bayern
    Auch beim zweiten Teil funktioniert der Humor insbesondere durch die Konfrontation der niederrheinischen Art mit den Eigenheiten anderer deutscher Regionen. Dass Kerkeling in der Rolle des Horst Schlämmer also quer durch Deutschland reisen muss, versteht sich daher von selbst. Die Gegenüberstellung funktioniert vor allem in Bayern und Berlin so hervorragend, dass selbst Markus Söder eine Gastrolle in diesem Film übernommen hat und damit für lustige Gags sorgt. Während Söder eine sympathische Portion Selbstironie unter Beweis stellt, macht sich Kerkeling generell einen Spaß daraus, die Missstände Deutschlands auf den Arm zu nehmen. Das reicht bis hin zu durchaus amüsanten Witzen über den Zustand der Deutschen Bahn, die ein bisschen Galgenhumor mitbringen.

    Kerkelings neue TV-Parodie
    Was Kerkeling aber bekanntlich auch schon immer bestens konnte: Das deutsche Fernsehen parodieren. Das lässt er sich in zahlreichen Ausschnitten, in denen er selbst eine Rolle übernimmt, auch dieses Mal nicht nehmen – schließlich schaut sich Horst Schlämmer doch liebendgern Telenovelas auf seinem Smartphone an. Kerkeling nimmt dabei – in mal mehr, mal weniger lustigen Sketschen – die deutsche TV-Landschaft auf den Arm, sodass von „Sturm der Liebe“ über „Das Traumschiff“ bis zu Polizeiserien der öffentlich-rechtlichen Sender so einige ihr Fett wegbekommen. So witzig manche Ausschnitte auch sind, ist das wiederum allerdings die Schwäche der Komödie: Spätestens beim fünften Zwischenstopp bei „Gaby Wampel“ fängt der Gag doch allmählich an zu nerven. Ein Glück, dass aber immerhin die Figur Horst Schlämmer noch immer funktioniert.

    Fazit:
    Hape Kerkeling ist mit seiner Kultfigur Horst Schlämmer zurück auf der Leinwand und nimmt mit seiner niederrheinischen Art erneut die absurdesten deutschen Eigenheiten auf den Arm. Das sorgt auch 17 Jahre später noch immer für einige Lacher, auch wenn der Film dazu neigt, den ein oder anderen Gag etwas zu sehr auszureizen. Ein Muss für Kerkeling-Fans.