Review
| Greenland 2 |
| Land/Jahr: USA 2026 |
| Genre: Katastrophenthriller |
| Regie: Ric Roman Waugh |
| Darsteller: Gerard Butler Morena Baccarin Roman Griffin Davis Amber Rose Revah |
| FSK: ab 12 Jahren |
| Dauer: 98 Minuten |
| Kinostart: 8. Januar 2026 |
| Label: Tobis |
Fünf Jahre nach dem Einschlag des Kometen Clarke leben John und seine Familie noch immer in dem Bunker in Grönland, der ihnen das Leben rettete. Doch ein gutes Leben ist das nicht: Der Familie mangelt es an Tageslicht, Luft und Wasser an der Oberfläche sind verseucht und Strahlungsstürme stellen eine stetige Gefahr für die Bewohner des Bunkers dar. Längst steht fest: Sie müssen sich auf die Suche nach einer neuen sicheren Heimat machen. Der Einschlagkrater im verwüsteten Europa soll die Grundlage für neues Leben, wie einst nach dem Aussterben der Dinosaurier bieten und sie auch vor den Stürmen schützen. Doch der Weg von Grönland nach Europa ist weit – und die restlichen Fragmente des Kometen schlagen Tag für Tag auf der Erde ein…
Kritik:
Der hochspannende Katastrophenfilm „Greenland“, in dem Gerard Butler sich auf eine zweistündige Flucht vor einem Kometen durch die gesamte USA wagt, war im Herbst 2020 einer der ersten Filme, die nach der Wiedereröffneung der Kinos während Corona wieder liefen. Dass es nach dem Erfolg auch eine Fortsetzung brauchte, war eigentlich klar.
Greenland meets Fallout
Ungewöhnlich ist das zugrunde liegende Szenario natürlich schon: Normalerweise handelt ein Katastrophenfilm entweder von der Flucht vor dem Weltuntergang und endet im Optimalfall mit dem Entkommen vom Planeten. Oder aber er zeigt eine post-apokalyptische Welt, in der das Weltuntergangsszenario schon längst stattgefunden hat. „Greenland“ ist nun eine der wenigen Filmreihen, die ein Vorher und Nachher zeigen. Geht es im ersten Teil noch um die Flucht vor einem Kometen, widmet sich „Greenland 2“ nun dem Leben nach dem Einschlag und der vermeintlichen Apokalypse. Das Grundszenario ähnelt dabei ein wenig den „Fallout“-Spielen: Wir begleiten eine Gruppe von „Vault“-Bewohnern, also Bunkerbewohnern dabei, wie sie nach Jahren erstmals die Erdoberfläche betreten. Der Tiefgang bezüglich des gesellschaftlichen Zusammenlebens im Bunker fehlt dann aber doch.
Abenteuer Postapokalypse
Stattdessen wird aus dem Katastrophenfilm nun eher eine Art Abenteuer, das seine Spannung aus der Entdeckung von globalen Veränderungen und Gefahren zieht. Dabei ist weniger die emotionale Beziehung zwischen den Protagonisten interessant, sondern eher der lange Weg zum Ziel: Wie werden die verwüsteten Städte von Europa wohl aussehen, wie werden sich Überlebende verhalten, welche Auswirkungen hat der Sturm und die Veränderungen der Landschaft und was werden die noch folgenden Fragmente des Kometen wohl alles anrichten? „Greenland 2“ macht den Zuschauer vor allem neugierig darauf, was auf dem folgenden Weg wohl noch auf uns warten wird. Das eigentlich Ziel ist, da die Rettung unklar bleibt, fast schon egal.
Spannungsarmes Road Movie
Insgesamt hat das leider nicht die gleiche Intensität des ersten Teils. Das Szenario funktioniert, auch wegen seines wahrscheinlich stark mangelnden Realismus, bei weitem nicht so gut. Es gelingt „Greenland 2“ nun nicht mehr so richtig, dass der Zuschauer beim Überlebenskampf der Familie mitfiebert. Die Dramaturgie beim Überwinden zahlreicher Hindernisse und letztendlich der Kampf, in den Bunker gelassen zu werden, war um ein Vielfaches höher, als das post-apokalyptische Szenario, bei dem das eigentlich spannende sowieso schon längst passiert ist. „Greenland 2“ ist im direkten Vergleich eher ein gemütliches Road Movie, dessen Gefahren vorhersehbar und überwindbar scheinen, so konstruiert und absurd die Actionszenen dann auch anmuten mögen. Mit fortschreitender Laufzeit schwächelt der Film daher immer mehr, da die konstruierte Action nicht mehr so recht fesseln kann.
Fazit:
Nach dem grandiosen ersten „Greenland“, widmet sich die Fortsetzung dem Leben nach der Apokalypse, kann dramaturgisch aber kaum noch mit seinem Vorgänger mithalten. Eine zwar solide, aber nicht unbedingt notwendige Fortsetzung.