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    Dust Bunny

    Dust Bunny

    Land/Jahr:
    USA 2025
    Genre:
    Fantasy / Action
    Regie:
    Bryan Fuller
    Darsteller:
    Mads Mikkelsen
    Sophie Sloan
    Sigourney Weaver
    David Dastmalchian
    Rebecca Henderson
    Sheila Atim
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    107 Minuten
    Kinostart:
    19. Februar 2026
    Label:
    DCM

    Die junge Aurora hat eine ziemlich komplizierte Kindheit. Als wäre es nicht bereits schlimm genug, dass sie schon zum dritten Mal bei neuen Pflegeeltern aufgenommen werden muss, geschehen unter ihrem Bett merkwürdige Dinge. Ein Monster in der Gesalt eines riesigen, gefräßigen Hasen taucht in der Nacht auf und frisst jeden, der ihren Boden berührt. Fest davon überzeugt, dass auch ihre neuesten Eltern von dem Monster gefressen wurden, engagiert sie ihren mysteriösen Nachbarn, das Monster unter ihrem Bett zu töten. Der Auftragskiller, den Aurora für einen Drachentöter hält, hält die blühende Fantasie des Mädchens allerdings für ein schwerwiegendes Trauma, nachdem sie womöglich den Mord an ihren Eltern miterlebt hat. Schließlich müssen sich die Mörder offenbar in der Tür geirrt haben, als sie auf der Suche nach ihm waren. Doch ist an der vermeintlichen Einbildung womöglich etwas Wahrheit dran?

    Kritik:
    Für richtig starke Charakterrollen ist Mads Mikkelsen bereits seit vielen Jahren bekannt. Fantasy-Thriller sind für ihn dann aber doch eher neues Terrain. Wahrscheinlich war er auf dieses Regiedebüt aber genauso neugierig wie wir: Bei „Dust Bunny“ handelt es sich um den ersten Kino-Spielfilm von Bryan Fuller, der bisher als Showrunner für eigensinnige TV-Serien wie „Dead Like Me“ oder „Hannibal“ (ebenfalls mit Mads Mikkelsen) in Erscheinung getreten ist.

    Fantasy aus Kinderperspektive
    Die Erwartungen sind also recht groß, dass auch der Fantasy-Thriller „Dust Bunny“ schnell einen eigensinnigen Touch entwickelt und sich von zahlreichen anderen Werken unterscheidet. Gerade zu Beginn ist das auch tatsächlich so, denn der Film nimmt eine ungewöhnliche Perspektive ein. Wir schlüpfen in die Angstzustände eines etwa 10-jährigen Mädchens und erleben auch die Kulissen aus ihren Augen. Die Kamera also auf Augenhöhe des Kindes angesetzt, inszeniert Fuller die blühende Fantasie dieser Kinderaugen mit einer überraschenden Kreativität. Aus Kampfszenen zwischen Männern wird plötzlich die Jagd auf einen Drachen, vermeintliche Mörder zum „Monster unter dem Bett“ und die asiatisch angehauchte Wohnung mit ihren zahlreichen Wanddekorierungen wird zu einer unüberschaubar großen Bedrohung.

    Kreative Traumabewältigung
    Inszenatorisch beherrscht Bryan Fuller die Effekte des Films herausragend. Kaum einem anderen Film ist es bisher so kreativ und glaubwürdig gelungen, Fantasie und Angst aus Kinderaugen auf diese Weise darzustellen. Dabei setzt „Dust Bunny“ auch auf Tiefgründigkeit, wenn der Fantasy-Horror zu einer Metapher für die kreative Traumabewältigung des Kindes wird. Im Kern der Handlung steht nämlich genau diese Schaffung einer eigenen (möglicherweise fiktiven) Welt zum Selbstschutz, um die realen Ereignisse im Leben des Kindes überhaupt ertragen zu können. Das bösartige, gefräßige, aber durchaus auch auf eine gewisse Weise süße und flauschige Monster wird damit zum Sinnbild für Ängste, Verunsicherung und dem nahezu unstillbaren Verlangen nach Schutz und Wärme. „Dust Bunny“ bietet hier reichlich Spielraum zur freien Interpretation, auch wenn der Film an der Oberfläche manchmal wie ein einfacher Actionfilm wirkt.

    Mads Mikkelsen – der Profi
    Erwartungsgemäß trägt natürlich auch Mads Mikkelsen einen gewaltigen Teil zum Unterhaltungswert des Films bei. In der Charakterrolle als vermeintlicher Auftragskiller trägt er den Film bestens durch das Zusammenspiel mit der jungen Sophie Sloan. Bryan Fuller erweckt dabei den Eindruck, sich großzügig bei „Leon – Der Profi“ mit Jean Reno inspiriert zu haben. Das Duo aus erwachsenem Killer und junger Nachbarin entwickelt schnell eine vergleichbare Dynamik, wenn auch Aurora noch ein bisschen jünger angesiedelt ist. Zugleich sorgt die ungewöhnliche Kombination auch für eine passende Portion Witz, da Sophie Sloan mit einem spaßigen schwarzen Humor an die Konfrontation mit Tod und Mord heran geht. Eine herrlich unterhaltsame Naivität erinnert an die Komik aus „Dead Like Me“.

    Spaßiger und schwarzhumoriger Action-Flausch
    Dass sich „Dust Bunny“ in der zweiten Hälfte dann zunehmend zu einem Actionfilm mit diversen Schusswechseln entwickelt, beißt sich mit dem Konzept keineswegs, sondern bereichert den Mix aus Horror, Fantasy, Drama und Comedy noch um ein zusätzliches, gut getimtes Element. Auch hier weist der Film letztendlich Ähnlichkeiten zu „Leon – Der Profi“ auf, wenn es der Auftragskiller, der versucht das junge Mädchen zu beschützen, dann plötzlich tatsächlich mit diversen Angreifern zu tun bekommt. Stellt sich das Monster dann in so manchem Moment als gar nicht so unreal heraus, entwickelt die Action eine ganz spezielle Dynamik, die den Spaßfaktor umso mehr erhöht. Ein grandioser Geheimtipp, der bereits im Januar auf dem Fantasy Filmfest so manchen Zuschauer begeistern konnte.

    Fazit:
    Der Fantasy-Thriller um einen Auftragskiller, der engagiert wird, das Monster unter einem Bett zu töten, ist ein eigenwilliger Genremix aus Horror, Fantasy, Action und schwarzer Komödie – und damit ein überragender Geheimtipp, den man im Kino nicht verpassen sollte.