Review
| Practical Magic 2 – Zauberhafte Schwestern |
| Land/Jahr: USA 2026 |
| Genre: Fantasy |
| Regie: Susanne Bier |
| Darsteller: Sandra Bullock Nicole Kidman Stockard Channing Dianne Wiest Joey King Maisie Williams Lee Pace Xolo Mariduena |
| FSK: ab 12 Jahren |
| Dauer: 130 Minuten |
| Kinostart: 10. September 2026 |
| Label: Warner Bros. |
Bereits seit Generationen lastet ein Fluch auf der Familie Owens, wonach jeder Mann, der sich in eine Frau aus der Familie verliebt, eines baldigen unnatürlichen Todes stirbt. Für Sally Owens wird das schon bald zu einem erheblichen Problem. Sie hat ihrer jungen Tochter Kylie seit vielen Jahren verschwiegen, dass sie aus einer Hexenfamilie stammt, um sie vor der Magie und dessen schwerwiegenden negativen Folgen zu bewahren. Nun allerdings steckt Kylie mitten in der Pubertät und hat sich längst in einen Mitschüler verliebt. Nichts ahnend von dem Fluch, wird der aber plötzlich von einem Auto angefahren und landet anschließend in einem tiefen Koma. Wütend auf ihre Mutter, will Kylie fortan alles daran setzen, dem Fluch ein Ende zu setzen – und gerät dabei möglicherweise versehentlich auf die dunklen Pfade der Magie…
Kritik:
Es ist inzwischen fast dreißig Jahre her, dass Sandra Bullock und Nicole Kidman als „Zauberhafte Schwestern“ auf die Kinoleinwand kamen. Nach der Veröffentlichung der Romanfortsetzung im Jahre 2021 darf nun also auch die zweite Kinoadaption nicht fehlen – natürlich in Originalbesetzung.
Jungdarstellerinnen übernehmen das Zepter
Die beiden damaligen Hauptdarstellerinnen Bullock und Kidman sind inzwischen natürlich ganze 28 Jahre älter – und auf eine gewisse Weise doch stilvoll gealtert. Damit die Geschichte allerdings trotzdem glaubwürdig erscheint, hat man sich einen spannenden Storykniff ausgedacht. Natürlich haben die beiden längst eigene Kinder und die stehen fortan im Mittelpunkt der Geschichte um die Magie und den Fluch der Familie. Bei „Doctor Who“-Fans könnte dabei ein wenig auf Enttäuschung stoßen, dass Maisie Williams als Schwester Antonia eine etwas untergeordnete Rolle erhielt. Im Vordergrund steht stattdessen die junge Joey King als Kylie, die mit Xolo Mariduena aus „Cobra Kai“ anbandelt. Als sympathische junge, noch unerfahrene Hexen sorgen jedoch beide schnell für gewisse Sympathiepunkte.
Ein bisschen Charmed-Style
Die neue Mutter-Tochter-Konstellation mit den zwei erwachsenen Hexen aus Sandra Bullock und Nicole Kidman, sowie den dazugehörigen Großeltern entfaltet beim zweiten Teil wiederum einen gewissen „Charmed“-Style. Irgendwie erinnert die Reife der Hexen inzwischen an das Dreiergespann aus Holly Marie Combs, Alyssa Milano und Shannen Doherty – zumal sie sich eben auch desöfteren um jüngere Hexen kümmern müssen. Das erweckt allerdings auch zusätzlich den Eindruck, sich viel bei anderen Filmen des Genres abzuschauen und eher innovationslos daher zu kommen. Die Mutter, die ihrer Tochter die Herkunft als Hexe und die Magie verschweigt, um sie zu beschützen, kommt doch auch schnell recht bekannt vor.
Coming-of-Age statt Magie und Fantasy
Ähnliches gilt dann natürlich auch für die typische Coming-of-Age-Geschichte eines jungen Mädchens, das sich in der Pubertät rebellisch ihrer Mutter widersetzt. Das ist zwar angereichert durch softe magische Fähigkeiten, könnte so aber auch in jedem anderen Familien- und Teeniedrama funktionieren. Zumal der Unfall ihres Freundes doch arg auf die Tränendrüse drückt und die Dramaturgie schnell in die Höhe schießen lässt. Während also Mutter-Tochter-Drama und Coming-of-Age-Geschichte stark im Vordergrund stehen, bleiben die magischen Fähigkeiten doch eher oberflächlich. Insgesamt lässt „Practical Magic 2“ doch an vielen Stellen einen gewissen Fantasy- und Mysteryaspekt vermissen und man hätte sich doch den Einsatz der Magie gegen Bedrohungen und fremde Wesen ein bisschen häufiger gewünscht.
Fazit:
Fast dreißig Jahre nach „Zauberhafte Schwestern“ kehren Sandra Bullock und Nicole Kidman wieder in ihre alten Rollen zurück – geben einer Jungdarstellerin dabei aber das Zepter in die Hand. Statt allzu viel Fantasy und Mystery gibt es dabei allerdings eher eine Coming-of-Age-Geschichte mit Mutter-Tochter-Drama, die eher enttäuschend innovationslos daher kommt.