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    One Night Only

    One Night Only

    Land/Jahr:
    USA 2026
    Genre:
    Komödie
    Regie:
    Will Gluck
    Darsteller:
    Callum Turner
    Monica Barbaro
    Bobby Cannavale
    Molly Ringwald
    LeVar Burton
    Maya Hawke
    Julia Fox
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    102 Minuten
    Kinostart:
    27. August 2026
    Label:
    Universal Pictures

    Um Schwangerschaften unter Teenagern zu verringern, gibt es seit einigen Jahren eine Verordnung in den USA, die es unverheirateten Menschen verbietet, Sex zu haben. Nur an einem Tag im Jahr gibt es eine Ausnahme: Für zwölf Stunden dürften die Paare im Land tatsächlich vorehelichen Geschlechtsverkehr haben. Ganz so als würde man sich auf den Abschlussball oder den Summer Break freuen, geht das wilde Treiben auch sofort auf die Minute los. Gefühlt das gesamte Land fällt wie Karnickel übereinander her und nicht wenige versuchen das sogar mit mehreren Partnern. Für Owen allerdings verläuft der Beginn des Tages eher traumatisch: Seine Freundin, mit der er die Gelegenheit endlich nutzen möchte, hat sich stattdessen vorgenommen, mit einem anderen schlafen zu wollen. Und während die Beziehung auf der Kippe steht, versucht er irgendwo da draußen nicht ganz so leer auszugehen. Und vielleicht findet er dabei sogar erstmals zu sich selbst?

    Kritik:
    Das ganze Jahr ist Sex vor der Ehe verboten, nur an einem einzigen Tag gibt es plötzlich eine Ausnahme. Die Idee hinter „One Night Only“ klingt auf den ersten Blick ganz schön nach „The Purge“. Mit einem Unterschied: Regisseur Will Gluck macht daraus doch tatsächlich eine RomCom. Ein immerhin innovatives Konzept.

    Enthaltsamkeit in New York
    Es dürfte an der Stelle natürlich kaum verwunderlich sein, dass „One Night Only“ genauso amerikanisch wirkt, wie seinerzeit die Teenie-Komödien von „American Pie“, wenn auch mit etwas niveauvollerem Humor, der doch ein wenig weiter über der Gürtellinie liegt. Die Frage nach dem Sex vor der Ehe allerdings wirkt für europäische Zuschauer zunächst einmal befremdlich. Gerade in amerikanischen evangelikalen und religiösen Gegenden spielt dieses Tabu aber bekanntlich tatsächlich eine Rolle. Hier kommt dann zugleich der spannende Kniff des Films: Will Gluck zwingt seine Protagonisten ausgerechnet im liberalen New York zur Enthaltsamkeit – und kombiniert dabei gesellschaftliche Zwänge mit der liberal-offenen Haltung der Bevölkerung, was dem Film schon ansich eine spannende konfliktbehaftete Prämisse verleiht.

    Ein Hauch Orwell und The Purge
    Ungewohnt erscheint dabei, dass „One Night Only“ sich doch zumindest im Ansatz an einen Hauch Gesellschaftskritik heranwagt. Obwohl der Film eher als lockeres und unterhaltsames Feel-Good-Movie konzipiert ist, widmet sich der Film auch der Kritik an einer freiheitsfeindlichen Politik und der technischen Umsetzung der totalen Überwachung. Die Protagonisten erhalten schließlich einen Biochip, der die Hormone der Träger kontrolliert und die Polizei verständigt, wenn sie gegen die Enthaltsamkeitsverordnung verstoßen – mit anschließenden behördlichen Maßnahmen zur Durchsetzung. Das ist bei einer RomCom dann doch tiefgründiger, als anfangs erwartet. Insgesamt bleibt die Thematik aber zu oberflächlich, um daraus nun einen neuen Orwell machen zu wollen, es gibt dem Film aber immerhin einen durchdachten zusätzlichen Kick.

    Klassische RomCom-Muster
    Den wiederum braucht der Film auch, denn bei seiner eigentlichen Handlung bleiben die großen Überraschungen und Innovationen dann doch aus. Geht es nämlich um die Romantic Comedy, bedient sich „One Night Only“ so ziemlich jedem Genremuster und -klischee, das sich irgendwo anbietet. Natürlich inklusive der Message, dass es auf Geschlechtsverkehr natürlich nicht ankomme und das sich anbahnende Paar eigentlich auf der Suche nach der einen, wahren großen Liebe ist, um für immer glücklich zu werden. Ein bisschen Schnulz und Kitsch gehört also dazu, wenn sich die restlichen Figuren in diesem Film doch eher wie notgeile Tiere benehmen. Aber auch trotz gewisser Klischees harmoniert das Zusammenspiel zwischen Callum Turner und Monica Barbaro gut genug, um das Publikum zu überzeugen.

    Fazit:
    Man nehme die Grundidee von „The Purge“ und mache daraus eine RomCom. Das Ergebnis ist eine durchaus innovative Idee mit einem Hauch amerikanischer Gesellschaftskritik, das beim Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller bestens harmoniert.