Review
| Mutiny |
| Land/Jahr: USA / GB 2026 |
| Genre: Action |
| Regie: Jean-Francois Richet |
| Darsteller: Jason Statham Annabelle Wallis Roland Moller Jason Wong Arnas Fedaravicius |
| FSK: ab 18 Jahren |
| Dauer: 94 Minuten |
| Kinostart: 27. August 2026 |
| Label: Leonine |
Vor einiger Zeit noch arbeitete Cole Reed als Polizist. Nachdem er einem Unternehmenschef allerdings das Leben rettete, stellte dieser ihn kurzerhand als Sicherheitschef und Bodyguard ein. Wo auch immer sein Boss Tibu Campallo auch hin geht, Cole Reed beschützt ihn mit seinem Leben – und gehört deshalb quasi schon längst zur Familie. Eines Tages allerdings scheitert er: Campallo gerät in einen Hinterhalt, an dem auch die korrupte Polizei offenbar beteiligt war und kommt dabei ums Leben. Unter Mordverdacht steht seitdem ausgerechnet Cole – der sich damit allerdings so gar nicht abfinden will. Stattdessen folgt er einer Spur auf das Frachtschiff Artemis, wo offenbar die eigenen Mitarbeiter von Campallo in den Menschenhandel involviert sein sollen. Gemeinsam mit der Schiffsoffizierin Angie Ellis kämpft er sich durch die Frachtcontainer, um Kapitän Marko Madsen und seinen Komplizen ein für alle mal das Handwerk zu legen…
Kritik:
Ob Jason Statham wohl jemals eine Rolle in einem anderen Genre als dem Actionfilm erhält? Wir wissen es nicht. Mal spielt er einen Imker, der zum Auftragsmörder wird. Mal einen ehemaligen Marine, der auf dem Bau tätig ist. Und nun wieder das gleiche Muster: Ein früherer Polizist darf sich als Bodyguard am Tod seines Chefs rächen, um seine Weste reinzuwaschen. Doch kann das immer gleiche Prinzip noch begeistern?
Gewöhnlicher Statham-Actionfilm
Eines ist jedenfalls ziemlich schnell klar: Die Fans dieses immer gleichen Jason Statham-Prinzips wissen eigentlich bei jedem seiner Filme ganz genau, was sie dort erwarten wird. Und wer hier völlig neue Storyansätze oder Innovationen erwartet, dürfte – wenig überraschend – recht schnell enttäuscht werden. Da ist auch „Mutiny“ keine Ausnahme, denn Statham schlüpft in seine gewohnte Rolle des Actionstars, bei der er mit Pistole und im Nahkampf dabei überzeugen kann, seine Gegner möglichst geschickt außer Gefecht zu setzen. Das ist genau die geradlinige Action, die wir meistens bei Statham sehen wollen und „Mutiny“ macht dem Zuschauer sogar anfangs etwas Hoffnung: Wenn Jason Statham als Bodyguard mal wieder in ein schwarzes Auto steigen darf, kommt ein bisschen wieder das gute alte „The Transporter“-Feeling auf. Dabei wird einmal mehr klar, warum die Rolle des Fahrers wohl für immer seine Paraderolle bleiben wird. Die Freude hält allerdings nur kurz an.
80er Jahre Feeling auf dem Frachtschiff
Statt den fahrbaren Untersatz zu behalten, verschlägt es Statham dieses Mal nämlich auf ein riesiges Frachtschiff. Das erinnert zuweilen ein bisschen an die guten alten Actionfilme der 80er und 90er Jahre, wie wir sie damals unter anderem von Steven Seagal gewohnt waren. Und es scheint ja wahrlich auch so, dass sich Statham genauso auf das eine Genre beschränken will und wird, wie die einstigen Actionfilm-Vorbilder vergangener Zeiten. Immerhin gelingt dem Film dabei die gewohnte klaustrophobische Wirkung, die die engen Gänge eines Schiffes und die verwinkelten Verstecke zwischen Container so bieten. Für die Action ist das Spiel aus Kampf und Deckung durchaus gut und erinnert vielleicht sogar ein wenig an „John Wick“, auch wenn es choreographisch da nicht so ganz heran reicht. Dafür ist „Mutiny“ dann in der Härte doch einen kleinen Tick zu zurückhaltend.
Der (klischeehafte) gute Samariter
Ein bisschen arg klischeehaft wirkt dann obendrein, dass Statham in seinen Rollen dann doch immer den freundlichen, hilfsbereiten Retter spielen muss. Der fast schon obligatorische Menschenhandel mit diversen Opfern, die Statham auf dem Schiff zu retten versucht, drücken dann doch etwas arg klischeehaft und gefühlsdusselig auf die Tränendrüse. Auch das ist etwas, was „Mutiny“ ein Stück weit eher die Härte nimmt, statt den Film bereichert: Es würde dem Actionstar sicherlich auch mal gut stehen, den knallharten „Punisher“ zu mimen, dem bloße Rache und Vergeltung als alleiniges Motiv vollkommen ausreicht. Die durch Skrupellosigkeit gestiegene Härte würde vermutlich auch dem Genrefan ziemlich gut gefallen.
Fazit:
Obwohl „Mutiny“ zu Beginn ein wenig die Hoffnung macht, wieder alte „Transporter“-Qualitäten aufflammen zu lassen, entpuppt sich der Actionfilm doch als ziemlich gewöhnlicher, geradliniger Statham-Film, wie wir sie in den vergangenen Jahren gewohnt sind. Solide, aber auch kein großer Wurf.