Review
| Onslaught |
| Land/Jahr: USA 2026 |
| Genre: Horror / Action |
| Regie: Adam Wingard |
| Darsteller: Adria Arjona Alex Pereira Dan Stevens Eric Wareheim Reginald VelJohnson Michael Biehn Rebecca Hall |
| FSK: ab 16 Jahren |
| Dauer: 92 Minuten |
| Kinostart: 3. September 2026 |
| Label: Plaion Pictures |
Die ehemalige Militärveteranin Celeste lebt mit ihrer jungen Tochter abgelegen in einem Trailer Park, der nicht gerade das beste Umfeld für ein Kind bietet. Ihre Kriegstraumata hat sie längst nicht überwunden und auch deshalb streitet sie sich mit ihrem Ex-Mann um das gemeinsame Sorgerecht. Nicht allzu weit von ihrem fragwürdigen Wohnort entfernt, finden unterdessen geheime wissenschaftliche und militärische Experimente statt. Der skrupellose Wissenschaftler Dr. Hans Kammler versucht in einer geheimen ehemaligen Militäreinrichtung den perfekten Supersoldaten zu erschaffen, in dem er in aufwändigen Operationen die Gehirne seiner Subjekte manipuliert. Dumm nur, dass der erste Test dieser neuen Waffen gewaltig aus dem Ruder läuft und die neuen Killermaschinen nicht nur die gesamte Einrichtung gnadenlos ermorden, sondern fortan Jagd auf die Zivilbevölkerung machen. Und da wohnt Celeste mit ihrer Tochter dummerweise genau in der Schussbahn…
Kritik:
Wenn sich das experimentelle Filmstudio A24 an einem Film im Marvel-Style versucht, ist eigentlich bereits im Vorfeld klar, dass dieser Streifen mit jeglichen Genrekonventionen bricht. Stattdessen nämlich richtet man sich an ein erwachsenes Publikum, das mit extremen Gewaltszenen bestens umgehen kann. Ist „Onslaught“ damit quasi der „Punisher“, auf den bisher alle gewartet haben?
Der verrückte Wissenschaftler und seine Supersoldaten
Der optische Look des Films offenbart jedenfalls schnell, welche Macher bei diesem Streifen am Werk sind. Mit einem eher düsteren, nebeligen Look entführt uns „Onslaught“ in ein Setting, das ein wenig an Filme der 80er Jahre erinnert. Handgemachte Kulissen, Gerätschaften mit monochromen Bildschirmen und ein durchgeknallter Wissenschaftler, der auch aus einem Trash-Film stammen könnte, fügen sich da bestens in die Kulissen ein. Im Mittelpunkt dieser doch zunächst etwas schrägen Optik dann die drei Bösewichte: Beeindruckend cooler Militärlook in Vollrüstung, Sturmhaube und leuchtende Augen lassen die Killer schon optisch gruselig und angsteinflößend im gezielt eingesetzten Nebel erscheinen. Handwerklich macht „Onslaught“ schonmal einiges richtig.
Marvel-Style ohne Superhelden
Was der Film allerdings auch macht: Obwohl der Streifen sich stilistisch irgendwie an Marvel orientiert, verzichtet der Film gänzlich auf Superhelden mit Superkräften. Es gibt nur die drei Bösewichte, die bei einem Experiment außer Kontrolle geraten. Und andere Bösewichte, die diese Bösen dann wieder einfangen und das Chaos in Ordnung bringen sollen. Zwei gnadenlose bösartige Gruppen, die im „Punisher“-Style gegeneinander kämpfen, bieten schon eine Grundprämisse für eine gewaltige Härte. Und die soll der Film auch bekommen, wenn eine Mutter mit ihrer Tochter zwischen die Fronten gerät. Mit Kunstblut haben die Macher jedenfalls nicht gespart, wenn die Killer sogar mit Kettensägen aufeinander los gehen, um alles niederzumetzeln, was sich ihnen in den Weg stellt. „Onslaught“ entpuppt sich als ultrabrutal und sicherlich nichts für zartbesaitete Zuschauer.
Ultrahartes Gemetzel mit EBM-Soundtrack
Hinzu kommen noch gewisse deutsche Elemente, die dem ultraharten und leicht schrägen Thriller nochmal die Krone aufsetzen. Der verrückte Wissenschaftler hat sicherlich nicht ohne Grund einen deutschen Namen – die Anspielung an mögliche Nazi-Bedeutungen kann sich der Zuschauer schlicht denken, ohne dass „Onslaught“ sich die Mühe macht, da irgendeinen Zusammenhang explizit zu erwähnen. Eine besondere Coolness hingegen erreicht der Film dann durch seine Konsequenz in der Adaption deutscher Kultur, wenn man den Action- und Kampfszenen dann auch noch einen überraschenden EBM-Soundtrack verpasst. Da trällert dann auch mal die Musik von DAF und anderen einschlägigen Bands der schwarzen Szene im Hintergrund, um den Aufmarsch der Supersoldaten musikalisch adäquat zu begleiten. Denn wie wir wissen: Beim EBM wird nicht getanzt, da wird marschiert. Eine passendere musikalische Begleitung kann Militär wohl kaum noch bekommen.
Fazit:
A24 wagt sich an einen Film im Marvel-Style und „Punisher“-Look: „Onslaught“ kommt dabei nicht nur gänzlich ohne Superhelden aus, sondern präsentiert sich als ultraharter und extrem blutiger Terrorfilm. Den schrägen verrückten Wissenschaftler, einen treibenden EBM-Soundtrack und ein gewisser Gruselfaktor noch inklusive. Ein Geheimtipp für alle, denen der Punisher noch zu harmlos ist.