Review
| Marsupilami (2026) |
| Land/Jahr: F / B 2026 |
| Genre: Komödie |
| Regie: Philippe Lachaeu |
| Darsteller: Philippe Lacheau Jamel Debbouze Tarek Boudali Elodie Fontan Julien Arruti Jean Reno |
| FSK: ab 6 Jahren |
| Dauer: 99 Minuten |
| Kinostart: 20. August 2026 |
| Label: Splendid Film |
Im Leben von Familienvater David Ticoule läuft gerade so einiges nicht rund. Mit seiner Ex-Freundin Tess liefert er sich momentan permanente Streits um den gemeinsamen Sohn und auch bei der Arbeit in einem Tierpark baut er ganz schön viel Mist. So viel Mist, dass Zoodirektor und Mafiaboss Jeffrey Malone so sehr der Kragen platzt, dass er David zu einer besonderen Aufgabe verdonnert: Er soll nach Palumbien reisen, um von dort eine besonders seltene Tierart mittels Kreuzfahrtschiff zurück nach Frankreich zu schmuggeln. Dafür ist ein Familienvater mitsamt seiner gesamten Familie natürlich am besten geeignet, denn Familien mit Kindern fallen dem Zoll nicht gerade als erstes auf. Dumm nur, dass der Marsupilami während der Fahrt auch noch aus seinem Ei schlüpft und fortan ganz schönes Chaos anrichtet. Denn das außergewöhnliche Tier mit seinem acht Meter langen Schwanz lässt sich nicht so leicht wieder einfangen…
Kritik:
Eltern und Kinobesuchern die sich heute in ihren 30ern befinden, bekommen da sicherlich Kindheitserinnerungen und nostalgische Gefühle: In den 90er Jahren begeisterte das gelbe gepunktete Tier, das irgendwie aussieht wie ein Beuteltier mit überlangem Schwanz als Zeichentrickserie. In Deutschland durften Kinder die Folgen insbesondere auf Super RTL bewundern. Nun kehrt das fiktive Wesen also auf die Kinoleinwand zurück und lädt die inzwischen erwachsenen Fans ein, mit den eigenen Kindern das Marsupilami zu entdecken.
Kindheitserinnerungen der 90er
Das Prinzip hat sich dabei im Grunde nicht allzu sehr verändert: Noch immer bekommen wri es mit einem ziemlich spaßigen und unterhaltsamen fiktiven Tier zu tun, das auf Menschen stößt und diese ziemlich auf Trab hält. Eingeengt in der Kulisse eines großen Kreuzfahrtschiffes kann das „Marsupilami“ schließlich reichlich Chaos anrichten und das Publikum bestens unterhalten. Ein bisschen ausgerichtet auch an die damaligen Fans, stehen dabei die erwachsenen Darsteller, die versuchen müssen, das Tier einzufangen, ein wenig im Mittelpunkt. Für Unterhaltung soll dabei insbesondere das etwas dümmliche und tollpatschige Verhalten der Erwachsenen sorgen, angeführt von Julien Arruti in der Rolle des Arbeitskollegen Stephane, dessen ausgeprägte Idiotie Kinder belustigen und ältere Zuschauer doch auf Dauer auch ein wenig nerven kann.
Slapstick und politische Inkorrektheit
Gelungen dabei: Ein bisschen scheint der neue „Marsupilami“ tatsächlich etwas in der Zeit stehen geblieben zu sein, sodass der Film auf allzu übertriebene politische Korrektheit verzichtet. Da darf man eben auch mal Witze über vermeintliche Flüchtlinge machen, die sich auf das Schiff geschmuggelt haben sollen, um ihr Heimatland zu verlassen – ganz so wie in den 90er Jahren eben. Dass „Marsupilami“ dabei doch einen überraschenden Mut beweist und das Blatt nicht allzu groß vor den Mund nimmt, sorgt erst für die eigentlichen großen Lacher des Films. Insgesamt stellt sich der Slapstick der erwachsenen Darsteller aber vielleicht ein bisschen zu sehr in den Vordergrund und lässt das Abenteuer des Tieres, um das es ursprünglich in der Zeichentrickserie eigentlich einmal ging, ein wenig in den Hintergrund rücken. Das entspricht am Ende eben auch dem typisch französischen Humor, wie man ihn schon aus Filmen wie „Taxi“ und anderen Komödien kennt.
Animatronics statt CGI
Erfreulich ist obendrein, dass „Marsupilami“ so weit wie möglich auf CGI-Effekte verzichtet und damit ebenfalls den klassischen 90er Stil ein Stück weit beibehält. In den meisten Szenen handelt es sich bei dem Tier nämlich um praktische Effekte mittels eines Animatronics, also einer physischen Puppe – was in der heutigen Zeit doch eine kleine Besonderheit darstellt. Nur in wenigen Actionszenen, die zu dynamisch und schnell sind, um sie damit darstellen zu können, griff Regisseur Philippe Lacheau auf unterstützendes CGI zurück, das sich aber nah an den Animatronic anlehnt. Dadurch gelingt es dem Film, die Optik des Tieres nicht zu sehr zu verfälschen und auch nicht so sehr an den Stil typischer Animationsfilme anzupassen, sondern ein ganz eigenständiges, sympathisches Erscheinungsbild zu erhalten. Klassische Cineasten werden genau das lieben.
Fazit:
Fast dreißig Jahre nach der Zeichentrickserie auf Super RTL weckt die Realverfilmung von „Marsupilami“ wieder Kindheitserinnerungen und bleibt dem rasant-tollpatschigen Spaß des Originals treu. Praktische Effekte mit Animatronics sorgen zudem dafür, dass die Optik des Tieres nicht zu sehr verfälscht wird. Ein kurzweiliger, aber unterhaltsamer Spaß für die ganze Familie.