Review
| Backrooms |
| Land/Jahr: USA 2026 |
| Genre: Horror |
| Regie: Kane Parsons |
| Darsteller: Chiwetel Ejiofor Renate Reinsve Mark Duplass Finn Bennett Lukita Maxwell Avan Jogia Robert Bobroczkyi Krista Kosonen |
| FSK: ab 16 Jahren |
| Dauer: 110 Minuten |
| Kinostart: 18. Juni 2026 |
| Label: Constantin Film |
Nachdem seine Karriere als Architekt eher fehlgeschlagen ist, betreibt Clark ein heruntergekommenes Möbelhaus. Schon seit einiger Zeit wundert er sich über Probleme mit der Elektrizität und eine enorm hohe Stromrechnung. So flackert in der Nacht das Licht, welches aber gleichzeitig bei weitem nicht so viele Kosten verursachen dürfte, wie die Rechnung offenbart. Auf der Suche nach der Ursache entdeckt er im Untergeschoss eines Tages, dass offenbar eine Lichtquelle durch eine Wand hindurchscheint. Beim Abtasten kann er seinen Augen kaum trauen: Clark steht plötzlich auf der anderen Seite der Wand und entdeckt dort mysteriöse Räume. Und je weiter er in diese Räume vordringt, desto unendlicher erscheinen diese. Es scheint fast so, als würden sich die Räume erinnern und ihre Gestaltung und ihr Aufbau immer absurder werden. Doch die eigentlich spannende Frage lautet: Ist Clark in diesen Backrooms wirklich alleine?
Kritik:
Aus einem Internet-Meme einen ganzen Horrorfilm in Spielfilmlänge zu machen, ist sicher kein allzu einfaches Unterfangen. A24 hat das Experiment gewagt und aus einem Bilder-Trend auf 4chan, der inzwischen auch diverse PC-Spiele inspiriert hat, einen Horrorfilm gemacht. Und das Ergebnis ist ziemlich faszinierend.
Horrorfilm aus einem Meme
Die mysteriöse Welt der „Backrooms“, den seltsamen Hinterräumen versteckt hinter einem Möbelhaus, zeigt schließlich wie faszinierend Symmetrie und Asymmetrie zugleich sein kann. Das Konzept besteht daraus, ein Labyrinth aus scheinbar unendlich vielen gelben Räumen aufzubauen, die sich allesamt so ähneln, dass allein ihre Eintönigkeit und Symmetrie eine unheimliche Atmosphäre entfaltet. Zugleich geht einiges nicht mit rechten Dingen vor und je tiefer der Protagonist in diese geheime Welt vordringt, desto absurder, unglaubwürdiger, asymmetrischer und abwegiger gestaltet sich die Einrichtung und der Aufbau jener Räume. Kombiniert mit einem mitreißenden Noise-Soundtrack, der auch auf einer Industrial-Party laufen könnte, steigert sich die Atmosphäre des Films ins Unermessliche.
Die Entdeckung des Unbekannten
Regisseur Kane Parsons wiederum hat verstanden, was das Publikum bei einer so einfachen Handlung wirklich fesseln kann: Die Entdeckung des Unbekannten. Der Zuschauer ist geradezu fasziniert davon, Clark bei der Erforschung der jeweils nächsten Räume zu begleiten und kann es kaum erwarten, welche ungewöhnlichen Ereignisse oder Anblicke ihn dort erwarten werden. Das Ungewisse treibt dabei auch den Gruselaspekt in die Höhe, denn ob Clark in diesen Backrooms wirklich alleine ist, bleibt lange Zeit ungeklärt. Geräusche, kleine Veränderungen oder die drohende Unfähigkeit, ins Möbelhaus zurückzufinden, verdichten dann weiter die Atmosphäre und steigern die Spannungskurve auf eine Weise, die „Backrooms“ im Laufe der Zeit zunehmend gruseliger erscheinen lässt.
Manifestation des Unterbewusstseins
Letztendlich – und das ist das Geniale an der Story von „Backrooms“ – ist der Film auch ein waschechter Psychohorror. Es soll schließlich nicht lange dauern, bis auch dem Publikum klar wird, dass die Ereignisse in den Backrooms ein Spiegel des psychischen Zustands von Clark sind – und auch die Veränderungen von seiner Entwicklung abhängen. Die „Backrooms“ entpuppen sich dabei auf eine faszinierende Weise als eine Art Manifestation der menschlichen Psyche, als würde man durch die Tiefen des Unterbewusstseins der Hauptfigur als visuelle und physische Manifestation laufen. Kane Parsons gelingt es damit, dem Film auch einen gewissen Mindfuck-Anteil mitzugeben, der spätestens nach dem Ende in Erinnerung bleibt, eine gewisse Zeit zur Verarbeitung benötigt und auch zu Gesprächsstoff einlädt. Kurzum: „Backrooms“ ist eines der vielen Horror-Meisterwerke, die in den vergangenen zwei Jahren die Kinos fluten.
Fazit:
Basierend auf einem Meme entführt uns der faszinierende Psychohorror „Backrooms“ in eine physische und visuelle Manifestation des psychischen Unterbewusstseins und entfaltet dabei eine unglaublich gruselige Atmosphäre, die den Zuschauer mit der Entdeckung des Unbekannten am Ball hält. Ein durchdachtes Meisterwerk.