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    Supergirl (2026)

    Supergirl (2026)

    Land/Jahr:
    USA 2026
    Genre:
    Science-Fiction
    Regie:
    Craig Gillespie
    Darsteller:
    Milly Alcock
    Matthias Schoenaerts
    Eve Ridley
    David Krumholtz
    David Corenswet
    Emily Beecham
    Jason Momoa
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    108 Minuten
    Kinostart:
    25. Juni 2026
    Label:
    Warner Bros.

    Mit Superkräften auf der Erde zu landen, verpflichtet doch praktisch dazu, die Menschheit zu retten, oder? Kara Zor-El alias Supergirl, die Nichte von Onkel Clark, hat da jedenfalls ganz anderes im Sinn. Geprägt von ihrem Kindheitstrauma, schließlich erinnert sie sich noch an die schrecklichen Ereignisse auf ihrem Heimatplaneten, ertrinkt Supergirl längst in Selbstzweifeln. Ihr Lieblingsort: Die rote Zone, in der Alkohol ihren Körper zu betäuben vermag und dem sie besondere Aufmerksamkeit schenkt. Und wer dermaßen psychisch am Boden ist, der hat sehr wahrscheinlich auch nicht allzu viel Mitgefühl. Das muss auch die Außerirdische Ruthye feststellen, die eigentlich Supergirls Hilfe erhofft hat, um den Alien-Bösewicht Krem auszuschalten, der ihre Familie ermordet hat. Aber vielleicht braucht Supergirl auch einfach nur die richtige Aufgabe, um die Empathie in ihrem Inneren wiederzufinden?

    Kritik:
    Superheldenfilme über einen Außerirschen vom Planeten Krypton befassen sich zumeist mit dem legendären Superman. Die kleine Nichte Supergirl hingegen wurde lange Zeit oftmals stiefmütterlich behandelt, erst eine Serie aus dem Arrowverse konnte das ändern. Nun kehrt sie allerdings mit ihrem neuesten Blockbuster auf die Kinoleinwand zurück.

    Supergirl ohne Helferkomplex
    Der zierliche und gefühlsdusselige Nerd aus der Serie ist „Supergirl“ in ihrem neuesten Film allerdings nicht mehr. Stattdesen bekommen wir sogar das komplette Gegenteil von Superman zu sehen. Kein glattgebügelter Held im Superheldenanzug, sondern eine psychisch angeschlagene, verletzbare, alkoholabhängige Supergirl, die ganz und gar nicht im Sinn hat, ihren Mitmenschen auch nur im Geringsten zu helfen. Genau das aber verleiht der Figur einen unglaublich starken und authentischen Charakter. Übermächtige Kräfte besitzen und trotzdem seelisch enorm zu leiden, ist eine Perspektive, die wir im Superheldengenre doch eher selten zu sehen bekommen. Und das macht durchaus Spaß, denn ähnlich wie sonst nur „Punisher“ fehlt auch diesem Supergirl der nervige Helferkomplex komplett. Das starke Ego macht die Figur zu einer deutlich besseren Identifikationsfigur.

    Pure extraterrestische Science-Fiction
    Und wenn man keinen Helferkomplex hat, sodass man auch den Menschen in der Not nicht helfen möchte, dann muss man sich bekanntermaßen gar nicht erst auf der Erde aufhalten. Ziemlich erfrischend ist demnach also die Tatsache, dass es sich bei „Supergirl“ tatsächlich einmal um einen reinen Science-Fiction-Film handelt. Der Film verfügt dabei über keine einzige relevante Szene auf der Erde, sondern spielt ausschließlich im Weltraum und auf anderen fremden Planeten. Sogar jene Charaktere, die sie um Hilfe bitten, sind letztendlich Außerirdische, die es mit anderen bösartigen Außerirdischen aufnehmen wollen. Damit wird „Supergirl“ zu einem erfrischenden Coming-of-Age-Film über Aliens und extraterrestrische Probleme. Und das erstaunlicherweise sogar mal gänzlich ohne Love Story – sogar nicht einmal im Ansatz. Für Fans echter Science-Fiction mag das sogar interessanter sein.

    Zwischen Jessica Jones und John Wick
    Ein bisschen hat sich „Supergirl“ dabei vielleicht sogar von John Wick abgeschaut. Denn Empathie gibt es gar nicht so sehr gegenüber humanoiden Außerirdischen, sondern der Drang zu Helfen entsteht schließlich erst, wenn der eigene Hund in Gefahr gerät – der nebenbei erwähnt trotz CGI übrigens einen ziemlich großen Niedlichkeitsfaktor hat. Mit so wenig menschlichem Mitgefühl fügt sich dann auch Jason Momoa als Lobo ziemlich gut ein und sorgt für einen zusätzlichen Spaßfaktor. Der etwas kantige Draufgänger darf hier zwar dieses Mal keine Hauptrolle einnehmen, entwickelt sich aber schnell zu einem charakterlich passenden Sidekick, der neben Supergirls Gleichgültigkeit fast schon wie eine Ergänzung wirkt. Ein bisschen „Jessica Jones“-Vibes kommen da schon auf, auch wenn Milly Alcock es nicht ganz so sehr zum düsteren Style schafft. Die Neuauflage des DC Universums ist damit jedenfalls – trotz diverser kritischer Stimmen – recht gut gelungen.

    Fazit:
    Supergirl als reiner Science-Fiction-Film: Das neueste Werk aus dem Hause DC verzichtet gänzlich auf ein Setting auf der Erde und kommt daher erfrischenderweise auch ohne Helfersyndrom aus. Stattdessen bekommen wir eine charaktertiefe und verletzliche Supergirl in einem Coming-of-Age-Film der anderen Art zu sehen. Ein gelungener Neustart.