Review
| Vaiana (2026) |
| Land/Jahr: USA 2026 |
| Genre: Fantasy / Abenteuer |
| Regie: Thomas Kail |
| Darsteller: Catherine Laga'aia Dwayne Johnson Rena Owen John Tui Frankie Adams |
| FSK: ab 6 Jahren |
| Dauer: 116 Minuten |
| Kinostart: 10. Juli 2026 |
| Label: Walt Disney Studios Motion Pictures |
Die junge Vaiana lebt gemeinsam mit ihrer Familie auf einer wunderschönen Insel. Es scheint, als wäre ihr Zuhause das wahre Paradies. Doch tief in ihrem Inneren schlummert eine große Sehnsucht: Vaiana möchte unbedingt raus auf das Meer und die Seefahrerei entdecken. Ihr Vater hat allerdings andere Pläne, denn Vaiana soll eines Tages das Oberhaupt ihres Stammes werden und dafür sorgen, dass möglichst niemand jemals die Insel verlässt. Schließlich hält er den Ozean für extrem gefährlich und gibt sich noch heute die Schuld am Tod eines Freundes. Als der Boden jedoch zunehmend unfruchtbar wird und selbst die Kokosnüsse der Insel nicht mehr essbar sind, bleibt ihr keine andere Wahl: Sie muss den Halbgott Maui finden, um ihre Heimat vor dem Untergang zu bewahren…
Kritik:
Mit einem Animationsfilm, der an die Kultur der Maori angelehnt ist und mit wunderschönen paradiesischen Inselaufnahmen überzeugte, konnte Disney dank „Vaiana“ im Jahre 2016 bei einem großen Publikum punkten. Disney macht allerdings wieder einmal, was das Studio immer wieder macht: Zehn Jahre später muss plötzlich eine Realverfilmung dieses Stoffs her. Doch wird das Publikum dadurch wirklich ins Kino gelockt?
Eine CGI-Kopie des Animationsfilms
Zehn Jahre sind schließlich noch nicht so lange her, dass die Fans die Story des Films längst vergessen hätten. Und genau da beginnt auch bereits das erste Problem von „Vaiana“: Die Story ist vollkommen identisch mit dem originalen Animationsfilm. Es gibt keinerlei Abweichungen, nicht einmal im optischen Design der Kreaturen oder Landschaften. Es ist fast so, als hätte man Kulissen gefunden, die der Vorlage völlig identisch entsprechen. Kein Wunder, denn wenn Disney von einem „Realfilm“ spricht, besteht das in der Regel zu mehr als 90 Prozent aus purem CGI. Ganz so real ist der Film also nicht, lediglich die Gesichter der Darsteller sind echte Menschen. Wobei es selbst da Actionszenen gibt, die offensichtlich mit CGI animiert wurden.
Catherine Laga’aia als perfekte echte Vaiana
Die fehlenden Überraschungen und Abweichungen machen den Film natürlich ein Stück weit langweilig, da extrem vorhersehbar. Ob es nun die beweglichen Tattoos des Halbgotts Maui sind, die wandelnden Kokosnüsse „Kakamora“, das Lavamonster, oder der riesige Krebs Tamatoa. Der Zuschauer bekommt größtenteils den Eindruck, hier den völlig identischen Film einfach noch einmal zu sehen. Immerhin die Darsteller könnnen das ein Stück weit retten. Die junge Catherine Laga’aia scheint in der Rolle der titelgebenden Vaiana nämlich die Optimalbesetzung, könnte sie optisch und charakterlich kaum näher an der original animierten Figur sein. Mit ihrem zarten Auftreten kann sie schnell Sympathiepunkte bei den Fans sammeln und Disney beweist hier ein wesentlich besseres Gespür, als etwa bei der Realverfilmung von „Arielle“.
Unterhaltungswert funktioniert nochmal
Insgeamt Spaß macht auch Dwayne Johnson in der Rolle des Halbgotts Maui, dessen bewegliche und lebendige Tattoos schon im Animationsfilm ein Eigenleben entwickelten. Als muskelbepackter und starker Bodybuilder liefert er zumindest optisch ein originalgetreues Äquivalent. Im Zusammenspiel mit Catherine Laga’aia ergibt das ein sympathisches und unterhaltsames Duo. Im direkten Vergleich zum Original fehlt ihm trotzdem ein bisschen der überschwängliche und fröhliche Elan, der Maui zuvor ausgemacht hat. Das wird insbesondere bei den „Voll gerne“-Gesangseinlagen des Halbgotts deutlich, bei dem Johnson ein bisschen weniger den Eindruck macht, das wirklich so „voll gerne“ zu machen. Nichtsdestotrotz: Hinsichtlich seines Unterhaltungswertes und seiner Emotionalität funktioniert der Realfilm ähnlich gut wie das Original. Ob es den Film als nahezu 1:1-Kopie allerdings gebraucht hätte, darüber kann man sich sicherlich streiten.
Fazit:
Die Realverfilmung von „Vaiana“ langweilt ein wenig mit der Tatsache, dass hier die völlig identische Story ohne jegliche Abweichungen oder Überraschungen erneut erzählt wird. Dafür funktioniert Unterhaltung und Emotionen aber genauso, wie im Original und auch Catherine Laga’aia kann als echte Vaiana überzeugen.