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    No Other Choice

    No Other Choice

    Land/Jahr:
    Südkorea 2025
    Genre:
    Schwarze Komödie / Thriller
    Regie:
    Park Chan-wook
    Darsteller:
    Lee Byung-hun
    Son Yejin
    Park Hee-soon
    Lee Sung-min
    Yeom Hye-ran
    Cha Seung-won
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    139 Minuten
    Kinostart:
    5. Februar 2026
    Label:
    Plaion Pictures

    Man sagt, wenn jemand in Korea arbeitslos wird, ist das, als ob man ihm den Kopf abhacke. So fühlt sich jedenfalls Man-Su, als er nach 25 Jahren Firmenzugehörigkeit plötzlich den Job in einer Papierfabrik verliert. Verraten von einem Unternehmen, das ihm lebenslange Arbeit versprochen hat, wenn er darauf verzichtet, einer Gewerkschaft beizutreten. Für Man-Su und seine Familie ändert sich dadurch alles. Plötzlich müssen sie sich finanziell stark einschränken, denken über den Verkauf ihres Hauses nach und sind sogar gezwungen, die beiden Hunde abzugeben. Maximal drei Monate wird die Familie mit der Abfindung auskommen, danach wird es problematisch. Doch die Jobsuche verläuft schleppend, auch nach vielen weiteren Monaten bleibt Man-Su erfolglos. Er sieht nur noch eine Chance, endlich einen Job zu finden: Er muss die anderen, ähnlich qualifizierten Bewerber loswerden. Eine Fake-Stellenanzeige soll also dazu dienen, an die Kontaktdaten zu gelangen – und die Konkurrenz kurzerhand zu ermorden. Dumm nur, dass das ganz und gar nicht so einfach ist, wie sich Man-Su das Unterfangen vorgestellt hat…

    Kritik:
    In der aktuellen Wirtschaftskrise können wohl einige Zuschauer nachempfinden, wie schwierig es sein kann, einen neuen Job zu finden. In Düsseldorf schließt sogar passend zum Thema des Films gerade erst eine Papierfabrik ihre Tore. Um sich von den Bewerbern abzuheben, braucht es also originelle Methoden. Und der südkoreanische Meister-Regisseur Park Chan-wook hat sich da eine sehr skurrile Vorgehensweise ausgedacht.

    Originelle Methoden zur Jobsuche
    Eigentlich ist der Filmemacher eher für seine knallharten Thriller bekannt. Mit „Oldboy“ oder „Sympathy for Mr. Vengeance“ konnte er sich vor etwa zwanzig Jahren auch bei westlichen Fans einen Namen machen. Mit „No Other Choice“ wechselt er nun allerdings grundlegend das Genre. Der Film ist eher eine schwarzhumorige Satire mit einer gewissen Portion Thriller und Tragikomödie. In seinem Film kommt er auf die Idee, dass die Jobsuche doch womöglich deutlich einfacher gelingt, wenn man die konkurrierenden Bewerber einfach ermordet. Erfolg bei der Jobsuche dadurch, dass man als einziger Bewerber übrig geblieben ist. Die Vorgehensweise stellt sich dabei natürlich erwartungsgemäß als unterhaltsam, wie skurril zugleich heraus. Das bei der absurden Situationskomik einiges schief geht, versteht sich natürlich von selbst.

    Unterhaltung mit einem Amateur-Mörder
    Die schwarze Komödie könnte dabei vor allem Fans von Serien wie „Achtsam morden“ gefallen. Mord als vermeintliche Lösungsfindung für alle möglichen Probleme kann schließlich ziemlich witzig sein und hat durch das amateurhafte Verhalten des Mörders zahlreiche witzige Momente zu bieten. Das kann mal Mitgefühl mit dem Opfer oder seiner Frau sein, mal das Zögern bei der eigentlichen Tat und ein anderes Mal recht skurrile Probleme bei der Entsorgung der Leichen – schließlich macht Hauptfigur Man-Su das alles hier zum ersten Mal. Mit seinen deutlich über zwei Stunden Laufzeit hat „No Other Choice“ dabei zwar diverse Längen, schafft es aber dennoch, seine Story absurd genug aufzuziehen, um das Publikum auch dann am Ball zu halten, wenn es gerade einmal etwas schleppend zu geht.

    Von Arbeitslosigkeit und dunklen Fabriken
    Ganz ohne ein bisschen Tiefgründigkeit kommt „No Other Choice“ aber nicht aus, auch wenn diese angenehm subtil eingebaut ist. Im Kern der Handlung steht immerhin auch eine gewisse Portion Gesellschaftskritik. Park Chan-wook prangert mit seinem Film die Problematik der mangelnden sozialen Absicherung an, bei der südkoreanische Arbeitslose wegen der begrenzten Bezugszeit des Arbeitslosengeldes früher oder später jegliches Hab und Gut verlieren. Das Motiv ist also klar und gesellschaftskritisch zugleich: Dass Arbeitslosigkeit und fehlende soziale Absicherung in die Kriminalität führt, ist Kernthema des Films, auch wenn „No Other Choice“ dabei gänzlich ohne Belehrungen oder erhobenen Zeigefinger auskommt. Ein bisschen richtet er sich damit auch gegen den Kapitalismus und wettert insbesondere gegen „dunkle Fabriken“, also vollautomatisierte Unternehmen, wie sie in China längst verbreitet sind. Trotz der skurillen, humoristischen Thematik ist der Film also aktueller denn je und regt auch ein wenig zum Nachdenken an.

    Fazit:
    Vom Thriller zur schwarzen Komödie: Park Chan-Wook widmet sich mit „No Other Choice“ einer überaus skurrilen Methode der Jobsuche und stößt damit insbesondere bei Fans von „Achtsam morden“ auf Begeisterung. Eine unterhaltsame Art des Mordes.