• Startseite|
  • News|
  • Games|
  • Kino|
  • Bücher|
  • Verlosung|
  • Partner|
  • Impressum
  • Review

    Mercy

    Mercy

    Land/Jahr:
    USA / GB 2026
    Genre:
    Sci-Fi-Thriller
    Regie:
    Timur Bekmambetow
    Darsteller:
    Rebecca Ferguson
    Chris Pratt
    Annabelle Wallis
    Kylie Rogers
    Kali Reis
    Kenneth Choi
    Chris Sullivan
    Rafi Gavron
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    100 Minuten
    Kinostart:
    22. Januar 2026
    Label:
    Sony Pictures

    Viele Jahre lang kämpfte LAPD-Detective Chris Raven für Gerechtigkeit auf den Straßen von Los Angeles und brachte zahlreiche Kriminelle vor Gericht. Heute sitzt er selbst auf der Anklagebank, denn ihm wird vorgeworfen, seine eigene Frau ermordet zu haben. Im Jahre 2029 bekommt er es dabei allerdings nicht mit einer gewöhnlichen Richterin zu tun, sondern eine künstliche Intelligenz wird sein Urteil fällen. An einen Stuhl gefesselt, hat er ganze 90 Minuten Zeit, um die Schuldwahrscheinlichkeit auf ein bestimmtes Niveau zu senken. Schafft er das nicht, wartet ein Todesurteil auf den Angeklagten. Chris stehen nun jegliche digitalen und virtuellen Mittel der künstlichen Intelligenz zur Verfügung, inklusive dem Zugriff auf jede Überwachungskamera der Stadt. Doch die Zeit rennt…

    Kritik:
    Künstliche Intelligenz hat mit ChatGPT, Gemini und anderen Technologien inzwischen längst den Weg in unseren Alltag gefunden. Gerade aus der Tech-Branche wird immer wieder vor den Gefahren dieser Entwicklung gewarnt. Doch der Einsatz auch in der Justiz ist gar nicht so abwegig. Was also, wenn eines Tages eine künstliche Intelligenz über die Todesstrafe eines Angeklagten entscheidet?

    Augmented IMAX
    Genau diesem Szenario widmet sich „Mercy“. Bei dem Science-Fiction-Thriller hat man tatsächlich mit Chris Pratt einen der bekanntesten Actionstars Hollywoods auf einen Stuhl gefesselt, um sich vor einer KI-Richterin zu rechtfertigen. Das Ganze beginnt schon recht schnell sehr effekthascherisch: Zeitdruck, schnelle Action und wilde Effekte stehen im Mittelpunkt des Films. Dabei profitiert „Mercy“ natürlich sehr vom IMAX 3D, bei dem die einzelnen digitalen Elemente des virtuellen Gerichtssaals wie bei einer Augmented Reality-Brille nur so um den Zuschauer herum fliegen. Einige Zuschauer berichten gar von Motion Sickness, so extrem sind die Bildwechsel bei dieser starken Immersion. „Mercy“ setzt also vor allem auf Schauwerte, die mit Technologie und der künstlichen Intelligenz, gespielt von Rebecca Ferguson, erzeugt werden.

    Action vom Stuhl aus
    Innovativ ist die Idee dabei natürlich schon: Ein rasanter Actionfilm mit Polizeizugriffen, Observationen und Verfolgungsjagden zu drehen, ohne dass sich die Hauptrolle überhaupt aus ihrem Stuhl bewegt, ist in dieser Form einzigartig. Chris Pratt kann in seiner Rolle aber mit allen Mitteln interagieren: So kann er nicht nur Videoaufnahmen von Überwachungskameras aus der Vergangenheit ansehen, sondern auch mit Verdächtigen telefonieren, Polizisten per Dashcam bei ihrer Arbeit verfolgen und letztendlich sogar Anweisungen geben, die beim Beweisen seiner Unschuld behilflich sein könnten. Die künstlische Intelligenz hat dabei einen solch hohen Rang, dass Mitarbeiter von Behörden ihr ohne Zögern folgeleisten. Spannende Actionszenen gehen also auch von einem Stuhl aus und da kann die Spannung problemlos mit klassischen Actionfilmen mithalten.

    Effekte statt philosophische Tiefe
    Schade ist, dass „Mercy“ die künstliche Intelligenz lediglich als Mittel zum Zweck missbraucht, um optisch beeindruckende Bilder zu zeigen. Philosophisch hat der Film hingegen nicht viel zu bieten – weder mit Blick auf die Gefahren durch künstliche Intelligenz, noch in Hinblick auf die Auswirkungen für die Gesellschaft. Der Thriller bleibt insgesamt enttäuschend oberflächlich und setzt sich mit der durchaus realistischen Problematik, eine KI als Richterin einzusetzen, kaum ernsthaft gesellschaftlich auseinander. Stattdessen setzt „Mercy“ lieber auf Videospielelemente, bei denen Chris wie in den Detektivquests eines PC-Spiels den Tatort untersuchen und den Hergang rekonstruieren kann. Optisch ist das hübsch, Tiefgang hat das – trotz einiger interessanter Twists – aber leider nicht.

    Fazit:
    Der futuristische Thriller um künstliche Intelligenz in der Justiz bietet zwar einige Innovationen und spektakuläre Schauwerte, lässt auf Grund seiner philosophischen Oberflächlichkeit aber sehr viel Tiefgang vermissen und verpasst damit sein gesamtes Potential.