Review
| Song Sung Blue |
| Land/Jahr: USA 2025 |
| Genre: Drama / Musikfilm |
| Regie: Craig Brewer |
| Darsteller: Hugh Jackman Kate Hudson Ella Anderson King Princess |
| FSK: ab 12 Jahren |
| Dauer: 132 Minuten |
| Kinostart: 8. Januar 2026 |
| Label: Universal Pictures |
Familienvater Mike Sardina hatte in der Vergangenheit einige schwere Zeiten hinter sich, die auch in die Alkoholabhängigkeit führten. Inzwischen ist er knapp zwanzig Jahre trocken und hat längst eine Ersatzdroge gefunden: Die Musik sorgt für Erfüllung und neuen Lebensmut. Doch mit dem finanziellen Erfolg klappt es nicht so recht und mit dem Schreiben einiger Songs auch nicht wirklich: Seit Jahren versucht Mike als Coversänger „Lightning“ also, einigermaßen von der Livemusik leben zu können. Als er bei einem Auftritt die Sängerin Claire kennenlernt, könnte das sein Leben völlig auf den Kopf stellen: Gemeinsam entdecken sie, dass sie als Neil Diamond Cover-Duo eine einzigartige Kombination abliefern, die nicht nur vor Rentnern spielen wird, sondern schon bald die großen Hallen des Landes füllen könnte. Doch mit dem Erfolg könnten bald auch einige Schicksalsschläge folgen…
Kritik:
Musikfilme und Biografien über berühmte Musiker sind der neueste Trend. Warum also nicht auch einmal an einen Film wagen, der sich nicht den großen Stars widmet? Hugh Jackman versucht sich mit Coversongs von Neil Diamond und bringt damit eine emotionale und musikalische Love Story in die Kinos.
Aus dem Leben einer Coverband
Ganz abseits der großen Stars wie Michael Jackson, der seine Biografie ebenfalls noch in diesem Jahr auf der Leinwand bekommt, Amy Winehouse oder Bob Marley erzählt „Song Sung Blue“ von einer Geschichte, die vermutlich weit mehr Musiker betrifft, als den meisten bewusst ist. Den großen kommerziellen Durchbruch schaffen nämlich nur wenige. Die meisten versuchen irgendwie mit einer Coverband über die Runden zu kommen, spielen in kleinen Pubs und Restaurants für wenig Geld und zweifeln wohl nicht selten, ob sie mit ihrem Künstlerdasein wirklich die richtige Wahl getroffen haben. Damit ist „Song Sung Blue“ vor allem ein Film, der aus dem normalen Leben erzählt, von ganz gewöhnlichen Leuten, die einfach eine Liebe für die Musik haben und irgendwie auf dem Boden der Tatsachen geblieben sind. Das macht die Story authentisch, liebevoll und abseits der ganzen Starallüren sogar ein bisschen besser nachvollziehbar.
Hugh Jackman als Neil Diamond
Hugh Jackman widerum brilliert in seiner Rolle so dermaßen, dass er eigentlich auch eine Biografie des echten Neil Diamond hätte spielen können. Die Frisur sitzt, das Jacket passt wie angegossen und auch stimmlich braucht sich Jackman vor dem großen Neil Diamond, der mit seinem Hit „Sweet Caroline“ berühmt wurde, wohl nicht zu verstecken. Immer wieder betont er auch in seiner Rolle, dass Neil Diamond weit mehr hervorgebracht hat, als nur diesen einen Song, den jeder hören will. „Song Sung Blue“ gibt sich also große Mühe auch die kleinen, aber herausragenden Songs des Künstlers an sein Publikum weiterzugeben, nicht zuletzt „Soolaimon“, den Jackman in der Rolle des „Lightning“ immer wieder gerne als Opener für seine Konzerte nutzen möchte.
Ein brilliantes Duo
Das Zusammenspiel mit Kate Hudson funktioniert unterdessen hervorragend. Gemeinsam wirken die beiden wie das typische Musiker-Ehepaar, das sich gefunden hat, um zusammen auf der Bühne zu stehen und sich gegenseitig zu ergänzen. Ein Duo, das einfach nur gemeinsam funktioniert und die jeweilige Stimme und den Charakter des anderen braucht, um überhaupt vollständig zu sein. Hudson und Jackman bringen beide die nötige Reife mit, um ein harmonisches Paar auf Augenhöhe abzuliefern, dessen Beziehung wir ihnen zu jedem Zeitpunkt abkaufen. Der rebellische Rocker mit seinen dunklen Geheimnissen und die Hübsche aus dem gepflegten Elternhaus – das ist eine Anziehung, dessen Reiz nachvollziehbar bleibt und Sinn ergibt. Das Duo passt perfekt und die beiden Filmtöchter fügen sich da gut ein.
Konstruierte Schicksalsschläge
Am Ende schwächelt die Geschichte vor allem an dem manchmal etwas arg konstruierten Handlungsverlauf. Die Schicksalsschläge, Unfälle und Krankheiten mögen zwar die Dramatik und Emotionalität erhöhen, wirken aber häufig zu aufgesetzt und konstruiert platziert. Der erste Erfolg ist da – und genau dann geht etwas schief. Der zweite Versuch nach der Genesung und schon wieder vermiesen Krankheiten ihnen den Erfolg und das Glück. Die künstlich eingebauten Hindernisse sind generell zu offensichtlich konstruiert, um als glaubwürdig durchgehen zu können. In vielerlei Hinsicht übertreibt „Song Sung Blue“ dann leider bei dem Versuch, die Spannungskurve hochzuhalten. Aber ein bisschen aufgesetzten Kitsch darf es bei einer solchen Love Story dann doch auch geben, oder?
Fazit:
Hugh Jackman versucht sich mit Coversongs von Neil Diamond und liefert dabei einen herzerwärmenden Mix aus Musik- und Liebesfilm. „Song Sung Blue“ schwächelt dabei zwar leider gehäuft an seinem konstruierten Handlungsverlauf, überzeugt aber mit seinen Emotionen. Ein liebenswertes Duo aus Hugh Jackman und Kate Hudson.