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    Schneewittchen (2025)

    Schneewittchen (2025)

    Land/Jahr:
    USA 2025
    Genre:
    Fantasy
    Regie:
    Marc Webb
    Darsteller:
    Rachel Zegler
    Gal Gadot
    Andrew Burnap
    Ansu Kabia
    Emilia Faucher
    Colin M. Carmichael
    Dujonna Gift
    Lorena Andrea
    FSK:
    ab 0 Jahren
    Dauer:
    109 Minuten
    Kinostart:
    20. März 2025
    Label:
    Walt Disney Studios
    Motion Pictures

    Während eines Schneesturms kommt eine Prinzessin zur Welt, die zur Erinnerung an das besondere Wetter dieses Tages den Namen „Schneewittchen“ erhält. Viele Jahre später, nachdem ihre Mutter, die Königin, durch eine Krankheit verstorben ist, nimmt sich der König eine echte Schönheit zur Frau. Die neue Königin warnt vor einem baldigen Angriff, doch beim Plan, diesen abzuwehren, kehrt der König nie wieder in sein Schloss zurück. Fortan herrscht die neue Königin als böse Herrscherin über das Land und unterdrückt die leidende Bevölkerung in Armut und Not. Dabei hat sie nur eines im Sinn: Sie will um jeden Preis die Schönste im ganzen Land sein. Doch als ihr magischer Spiegel dies verneint, schmiedet sie einen teuflischen Plan: Schneewittchen muss sterben, damit es keine Schönere mehr geben kann…

    Kritik:
    Die Realverfilmung des Disney-Klassikers aus dem Jahre 1937 stand unter keinem besonders guten Stern. Schon die Besetzung der Schneewittchen mit der lateinamerikanischen Rachel Zegler führte zum Vorwurf, der Film sei zu „woke“. Diverse Skandale um Äußerungen der Darstellerinnen verbesserten die Lage nicht gerade. Und so startete „Schneewittchen“ unter schwierigen Bedingungen in den deutschen Kinos.

    Ein modernes „Braunwittchen“
    Als Neuverfilmung mit realen Darstellern ist die Geschichte dabei grundsätzlich gut bekannt, das grundsätzliche Setting aber erst einmal gewöhnungsbedürftig. Bei der Besetzung der Hauptrolle Rachel Zegler, so hübsch sie auch sein mag, muss der Zuschauer doch recht schnell feststellen: So richtig nach „Schneewittchen“ sieht die lateinamerikanische Darstellerin nun wirklich nicht aus. Immerhin orientiert sich der titelgebende Name doch am schneeweißen Aussehen der Hauptfigur. Die Story hier ein wenig zu verbiegen und die Namensgebung mit dem Schneewetter zu begründen, wirkt da doch ein wenig arg konstruiert. Und ausgerechnet ein Supermodel wie „Wonder Woman“-Darstellerin Gal Gadot als böse Königin zu besetzen, macht die Geschichte um die Eifersucht auf das Aussehen von Schneewittchen nun auch nicht gerade glaubwürdiger.

    Kein Bedrohungsgefühl zwischen Zegler und Gadot
    Und so hübsch diese arg weichgezeichnete CGI-Fantasywelt dann auch aussehen mag, leidet „Schneewittchen“ vor allem an einem weiteren Problem: Selbst wenn man die Optik der Besetzung ignorieren kann, leidet der Film doch darunter, dass das Zusammenspiel zwischen Rachel Zegler und Gal Gadot nicht so richtig funktionieren mag. Zu freundlich wirken die Dialoge zwischen den beiden verfeindeten Figuren, sodass ein echtes Bedrohungsgefühl zwischen der bösen Königin und Schneewittchen nie so recht aufkommen möchte. Rachel Zeglers Mimik ist dabei auch nicht zwingend hilfreich: Ihre Grimassen wirken oftmals etwas arrogant-frech und weniger, wie eine Prinzessin, die sich vor der Königin fürchtet und ihr eigenes Land zurückerobern möchte. Insgesamt mag die Besetzung also auch abseits des Woke-Vorwurfs nicht so richtig zünden.

    Sympathische CGI-Zwerge mit Stereotypen
    Deutlich besser funktioniert das da schon bei den sieben Zwergen und dem Prinzen Jonathan. Auch hier bleiben die Vorwürfe gegen den Film nicht ganz aus, denn einige Hollywood-Darsteller beschwerten sich, dass die Zwerge animiert seien, statt mit echten Kleinwüchsigen besetzt zu werden. Doch seien wir ehrlich: Kleinwüchsige als „Zwerge“ zu bezeichnen, hätte umgekehrt vermutlich einen ähnlichen Shitstorm verursacht, sodass Disney an dieser Stelle nur hätte verlieren können. Das Zusammenspiel zwischen Schnweewitchen und den stereotypischen Zwergen funktioniert aber auf sympathische Weise hervorragend, auch auf Grund der humorvollen Hervorhebung ihrer Charaktere. Unterdessen sind die kleinen Storyveränderungen bei Prinz Jonathan durchaus gelungen: Dass „Schneewitchen“ nicht mehr von einem Fremden wachgeküsst wird, sondern ihren Verehrer bereits vorab kennt, hebt den Film durchaus auf ein sympathisches zeitgemäßeres Level.

    Ein (leider) überflüssiges Remake
    Am Ende bleibt trotz allem aber die Frage, wozu es die Neuverfilmung nun überhaupt gebraucht hat. Disney setzt viel daran, der Geschichte der Gebrüder Grimm ein modernes Gewand zu verpassen und möchte von dem veralteten Schönheitsideal und Frauenbild des Originals von 1937 wegkommen. Allerdings: Wenn man eine schneeweiße Haut nicht mehr für ein zeitgemäßes Schönheitsideal hält, warum dreht man dann überhaupt ein Remake eines Films, der genau davon handelt? Schwächelt das Ergebnis dann auch noch bei den Hauptdarstellerinnen, sodass das Remake bei weitem nicht mit dem Original mithalten kann, muss man schlussendlich zu dem Ergebnis kommen, dass man sich dieses „Schneewittchen“ wohl auch gut hätte sparen können. Der heutige Disney-Gesang im Helene Fischer-Style macht es darüber hinaus übrigens auch nicht besser.

    Fazit:
    Das Remake des Klassikers aus dem Jahre 1937 möchte die Geschichte um „Schneewittchen“ auf Biegen und Brechen in ein neues Gewand quetschen. Dabei schwächelt der Film jedoch an den schauspielerischen Leistungen der Hauptdarstellerin ebenso, wie an einigen fragwürdigen Storyanpassungen. Diese Kapazitäten wären in einer völlig neuen, zeitgemäßen Geschichte deutlich besser aufgehoben gewesen, ohne damit Fans des Klassikers vor den Kopf zu stoßen.