Review
| 28 Years Later: The Bone Temple |
| Land/Jahr: USA / GB 2026 |
| Genre: Horror |
| Regie: Nia DaCosta |
| Darsteller: Alfie Williams Ralph Fiennes Jack O'Connell Emma Laird Erin Kellyman |
| FSK: ab 18 Jahren |
| Dauer: 109 Minuten |
| Kinostart: 15. Januar 2026 |
| Label: Sony Pictures |
Nachdem der junge Spike seine Heimatinsel hinter sich gelassen hat, stößt er auf den gewalttätigen und satanistischen Kult rund um den irren Lord Sir Jimmy Crystal. Der durchgeknallte Sektenführer ist überzeugt davon, der leibhaftige Sohn des Teufels zu sein und den Menschen seine „Nächstenliebe“ näher zu bringen. Nächstenliebe bedeutet für den Satanisten allerdings, seinen Opfern die Haut bei lebendigem Leib vom Körper zu ziehen. Und Spike bleibt, um zu überleben, keine andere Wahl, als sich dem merkwürdigen Kult, in dem alle Mitglieder „Jimmy“ genannt werden, beizutreten. Die baldige Begegnung mit Dr. Ian Kelson, der in seinem Knochentempel versucht, einen Alpha-Zombie von seiner Krankheit zu heilen, könnte schon bald zu einer Konfrontation führen: Seine seltsame Gedenkstätte erweckt bei den Satanisten den Eindruck, bei dem Arzt handele es sich um den Teufel persönlich. Ein Dilemma, das sich schnell als Problem herausstellen könnte…
Kritik:
Als im vergangenen Jahr der Horrorfilm „28 Years Later“ in die Kinos kam, sollte das nicht einfach nur eine Fortsetzung von „28 Days Later“ und „28 Weeks Later“ sein, sondern vor allem auch der Auftakt einer gänzlich neuen Trilogie. Den Zuschauern scheint das womöglich gar nicht so bewusst, denn die Besucherzahlen bleiben hinter den Erwartungen zurück.
Die Last des Vorgängers
Einer der gewöhnungsbedürftigsten Kritikpunkte des ersten „28 Years Later“ mag gewesen sein, dass der Film eigentlich mit den alten Originalfilmen kaum noch etwas zu tun hat. Das Setting liegt so weit in der Zukunft, dass es mit den Vorgängern praktisch gar nichts mehr gemeinsam hat. Der Horrorfilm entpuppte sich als rauer, ruppiger und wilder – aber weit entfernt von dem Großstadtszenario, das man bisher kannte. Mit Pfeil und Bogen auf Zombies zu schießen, wirkte auf viele Zuschauer so befremdlich, dass sie den Film eher negativ bewerteten und „28 Years Later“ den Eindruck erweckte, nicht so recht zu wissen, wo der Film eigentlich hin wolle. Auch das könnte die hinter den Erwartungen zurückbleibenden Besucherzahlen womöglich erklären.
Fokus auf innovative Handlungsstränge
Bei der Fortsetzung „The Bone Temple“ stellt sich genau diese Problematik als überaus schade heraus, da die Fortsetzung von dem neuen Stil der Trilogie nun sehr profitiert. Inzwischen findet der Horrorfilm deutlich stärker seinen Fokus und konzentriert sich komplett auf zwei einzelne Handlungsstränge, die beide interessant und durchaus innovativ sind. Auf der einen Seite die durchgeknallte satanistische Sekte, dessen Anführer durch Psychosen glaubt, tatsächlich der Sohn des wahrhaftigen Teufels zu sein – und damit extrem schräge, aber überaus unterhaltsame Figuren einführt. Auf der anderen Seite dann ein außergewöhnlicher Arzt, der mit unkonventionellen Methoden versucht, einen Zombie von seinem Virus zu heilen. Letzteres stellt im Zombiegenre einen innovativen Aspekt dar und sorgt nun für die Einzigartigkeit der neuen Trilogie. Gleichzeitig macht die Differenzierung unterschiedlich erkrankter Zombies ziemliche Neugierde auf mehr.
Satanistische Gräueltaten
Horrorfans wird nun zugleich gefallen, dass „The Bone Temple“ auch bei seiner Brutalität nun seinen Fokus findet und dabei an die originalen Filme der Reihe anlehnt. Auch hier kommen die neuen kultigen Figuren um den Sektenführer ins Spiel, die mit ihren satanischen Gräuseltaten für reichlich Ekel, Gore und Gewalt sorgen. „The Bone Temple“ suhlt sich dabei zwar nicht in den Eingeweiden, wie es mancher Film auf dem Index womöglich tun würde, die bloße Andeutung der extremen Gewalttaten reicht jedoch schon aus, um für intensive Emotionen beim Publikum zu sorgen. Damit hat „28 Years Later“ endlich die Härte, die wir von einem derartig rauen Zombie-Horrorfilm erwarten – und „The Bone Temple“ kann sich qualitativ von seinem Vorgänger erheblich abheben.
Fazit:
Nach einem durchwachsenen Auftakt der neuen Trilogie findet „28 Years Later“ mit „The Bone Temple“ nun deutlich mehr Handlungsfokus und sorgt mit zwei innovativen Strängen für erheblich mehr Spannung. Dabei profitiert der Film auch von dem nun erhöhten Brutalitätsgrad. So macht die „28 Years Later“-Trilogie doch noch Spaß.