Der junge Themba lebt mit seiner Mutter Mandisa und seiner kleinen Schwester in einem kleinen südafrikanischen Dorf. Viele Möglichkeiten der freizeitlichen Unterhaltung haben sie dort mangels moderner Technik nicht gerade, sodass er lieber mit den Jungs aus der Nachbarschaft spielt. Sie alle vereint ein gemeinsames Hobby: Fußball. Themba liebt den Fußball so sehr, dass er unbedingt an den Meisterschaften teilnehmen will. Dass ihm dies womöglich gar gelingt, mag angesichts seines Talents nicht ungewöhnlich sein. Unterdessen hat seine Familie aber ganz andere Probleme. Die Arbeit auf der Plantage bringt ihnen so wenig ein, dass es kaum mehr möglich ist, alle zu ernähren und seit die Mutter den Job verlor, sieht es umso schlimmer aus. Um Geld zu beschaffen, beschließt sie, die Kinder bei ihrem Untermieter Luthando zu lassen und in Kapstadt einen Job anzutreten. Eine dumme Entscheidung, wie sich später herausstellt, denn Luthando ist alkoholkrank und Sexualstraftäter – und noch dazu mit dem HI-Virus infiziert…
Kritik:
Die Fußball-Weltmeisterschaft ist zwar längst vorbei, doch der Sport und das Land Südafrika werden natürlich nie uninteressant. So hat es sich „Themba“ also zur Aufgabe gemacht, das Leben um den südafrikanischen Fußball einmal von einer anderen perspektive zu zeigen. Während wir in Deutschland an jeder Ecke Fußballvereine vorfinden, spielt sich der Sport dort größtenteils noch in der Natur ab. Ohne Schuhe und in hochgewachsenem Gras spielen meist Kinder und Jugendliche gemeinsam ihren Lieblingssport und findet darin eine neue Hoffnung. Hoffnung, in einer Welt, die ansonsten fast nur Unheil für sie übrig hat. Damit kommen wir nämlich auch gleich auf die eigentliche Story des Films, denn vom Fußball handelt „Themba“ nur nebensächlich. Hauptsächlich geht es eher um das Leben und die Probleme des südlichen Kontinents. Finanzielle Probleme sind da noch die geringsten Sorgen der Familien. Ein weiteres großes Problem – und diesem widmet sich „Themba“ – ist die hohe Verbreitung des Aids-Virus. Besonders jugendliche Mädchen sind wegen der hohen Vergewaltigungsrate oftmals in der Gefahr, mit diesem Virus angesteckt zu werden. Und die Erwachsenen haben ihn ohnehin meist. So auch Luthanda, der vorübergehend auf Themba und seine Schwester aufpassen soll. Ihre Mutter hat er längst angesteckt und mangels brauchbarer Aufklärung kann eine Behandlung kaum erfolgen. Die Frauen schämen sich für ihre Krankheit und weigern sich häufig, diese ärztlich behandeln zu lassen, sofern sie überhaupt die Möglichkeit dazu haben. Und unter den Männern verbreitet sich der gefährliche Irrglaube, die Krankheit wäre heilbar, indem sie mit einer Jungfrau schlafen – so kommt dann auch die Vergewaltigung zustande. Kondome werden unterdessen aus religiösen Gründen meist ohnehin nicht verwendet. Umso besser also, dass sich „Themba“ hart an die Fakten hält und dabei auf eindringliche Weise die Situation afrikanischer Menschen schildert. Stets können wir gut nachvollziehen, was in den Menschen vorgeht und oftmals auch mit fühlen. Übertriebene Emotionalität hat „Themba“ dabei gar nicht nötig, denn die kommt ganz von allein auf natürliche Weise auf. Wobei Natürlichkeit sowieso eines der Hauptkriterien ist, die diesen Film auszeichnen, denn Effekte und überzeichnete Charaktere hat der Film nie nötig. Stattdessen bekommen wir authentische Jugendliche und Kinder zu sehen, dessen Besetzung ohnehin ausgesprochen gut ausgefallen ist. Das größte schauspielerische Talent muss man einfach den jungen Darstellern zusprechen, allen vorran Junior Singo. Da kann nicht einmal Torwart Jens Lehmann mithalten, der hier zum ersten Mal in einem Film zu sehen ist. Er ist somit außerdem die einzige Berühmtheit und in einer Nebenrolle als Trainer zu sehen.
Fazit:
Packendes und eindringliches Drama über das Leben in Südafrika und die dortigen HIV-Probleme – äußerst empfehlenswert, nicht nur für Fußballfans.