Review
| The Negotiator |
| Land/Jahr: USA 2024 |
| Genre: Thriller |
| Regie: David Mackenzie |
| Darsteller: Riz Ahmed Lily James Willa Fitzgerald Sam Worthington Matthew Maher |
| FSK: ab 12 Jahren |
| Dauer: 112 Minuten |
| Kaufstart: 9. Januar 2026 |
| Label: Leonine |
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Ash fungiert als Vermittler von Bestechungsgeldern zwischen Whistleblowern und millionenschweren Unternehmen. Immer dann, wenn ehemalige Mitarbeiter schwerwiegende Vertuschungen aufdecken wollen und es sich dann doch anders überlegen, kommt er ins Spiel. Er arbeitet für beide Seiten, um so sicherzustellen, dass seine Klienten von dem problematischen Unternehmen nach Übergabe des Schweigegeldes tatsächlich in Ruhe gelassen werden. Doch nun könnte er vor seinem schwierigsten Fall stehen: Sarah Grant war als Mitarbeiterin eines Biotechnologieunternehmens an der Entwicklung von genmanipuliertem Weizen beteiligt, das zu tausenden Todesfällen führen könnte, die nicht mit dem Unternehmen in Verbindung gebracht werden können. Seit der Erlangung dieser Informationen wird sie von Handlangern des Firmenchefs drangsaliert und bedroht. Dumm nur, dass die Vermittlung dieses Mal vielleicht nicht so einfach wird – denn trotz Schweigegeld lässt dieser Konzern nicht so schnell locker…
Kritik:
Das Katz- und Maus-Spiel in einem Spionagethriller funktioniert bereits seit Jahrzehnten und erfreut Fans des Genres immer wieder. Doch in „The Negotiator“ ist der Hauptprotagonist kein Agent, sondern versteckt sich aus einer originellen Position heraus vor seinen Widersachern. Und das macht den Film zugleich auch interessant.
Undercover mit Gehörlosen-Telefon
Der deutsche Titel des Films könnte unterdessen etwas irreführend sein. Die eigentliche englische Bedeutung meint schließlich einen Verhandlungsführer bei Geiselnahmen. In diesem Film aber gibt es weder eine Geisel, noch eine echte Verhandlung. In der Rolle des Vermittlers stellt Hauptdarsteller Riz Ahmed schlicht Forderungen – und zwar an beide Seiten. Und so albern es auch erscheinen mag, einem englischen Titel in der deutschen Version schon wieder einen anderen englischen Titel zu geben: Mit „Relay“ dürfte sich das Publikum in Deutschland eher schwer tun, leitet sich der Originaltitel schließlich von einem amerikanischen Telefondienst für Gehörlose ab, den es in Deutschland so nicht geben dürfte. Die Umbenennung ergibt also Sinn, auch wenn der Originaltitel zugleich spoilert, was „The Negotiator“ eigentlich so spannend macht.
Vermitteln durch Fordern
Statt seine Stimme zu verfremden, die Rufnummer über VPNs umzuleiten oder ähnliche Spielereien nutzt Riz Ahmed in der Rolle des Ash also schlicht einen Telefonservice für Gehörlose als Zwischenschritt, um seine Herkunft zu verschleiern. Alles, was er mit einer Art Schreibmaschine eintippt, wird von den Mitarbeitern des Relay Services am Telefon vorgelesen – und der Empfänger des Anrufs kann das Telefonat ausschließlich bis zum Telefondienst zurückverfolgen, hört sogar die Stimme einer völlig anderen Person. Dieses Hilfsmittel nutzt Riz Ahmed allerdings nicht etwa, um wirklich zu vermitteln, sondern um beiden Seiten seine ganz eigenen Forderungen aufzudrücken und so einen Waffenstillstand zwischen Unternehmen und Klientin zu erzwingen. Ein spannender Aspekt des Films, der zudem natürlich aufregende Risiken – und zu guter Letzt auch eine unerwartete Wendung mit sich bringt.
Die Perspektive des Mysteriösen
Das typische Katz-und-Maus-Spiel, das wir aus Spionage- und Agententhrillern kennen, gibt es aber natürlich trotzdem und das sorgt schnell für Hochspannung. Riz Ahmed muss nämlich alles daran setzen, die Situation auf beiden Seiten zwar zu beoachten, jedoch von beiden Vermittlungspartnern niemals entdeckt oder identifiziert werden zu können. Damit wird aus „The Negotiator“ eine Art Stealth-Action-Adventure zwischen den Stühlen, das eine recht innovative Perspektive einnimmt. Die Spannung liegt außerdem auch darin, dass wir die Geschichte nicht aus der Perspektive des Opfers erleben, sondern die Sichtweise von Ash einnehmen. Während Klientin und Unternehmen also im Dunkeln tappen, weiß der Zuschauer bescheid und fiebert mit, dass seine Identität auf keinen Fall auffliegt. Die Perspektive des mysteriösen Dritten verleiht „The Negotiator“ etwas sehr Eigenes und macht damit überraschend viel Spaß, auch wenn der ein oder andere Einfall vor allem in der zweiten Hälfte etwas generisch und austauschbar erscheinen mag.
Fazit:
Spannendes Katz-und-Maus-Spiel mit einer außergewöhnlichen Perspektive, bei der Riz Ahmed als verdeckter Vermittler der speziellen Sorte für Hochspannung sorgt.
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