Als der junge Darren von dem außergewöhnlichen Mitternachtszirkus erfährt, hätte er wohl kaum für möglich gehalten, was er dort vorfinden wird. Gemeinsam mit seinem besten Freund Steve begibt er sich nämlich eines Nachts in diese verrückte Freakshow und trifft dabei auf allerlei kuriose Gestalten. Von Schlangenjungen, über Wolfsmenschen, bis hin zu einer bärtigen Lady hat die Show nämlich so ziemlich alles zu bieten, was den Zuschauer zum Staunen bringen kann. Dumm nur, dass er es dort nicht nur mit Freaks, sondern auch mit Vampiren und dessen Gegenspielern, den „Vampeuren“ zu tun bekommt. Als dann auch noch Steve durch einen Spinnenbiss ins Koma fällt, bittet er die Freaks um Hilfe und wird sich in einen Halbvampir verwandeln müssen…
Kritik:
Bereits in den ersten Minuten wird klar, dass wir es bei „Mitternachtszirkus“ mit einem Film voller verrückter Kostüme und Gestalten zu tun bekommen. Bereits beim ersten Besuch im „Cirque du Freak“ dürfte die Faszination für die außergewöhnlichen Gestalten recht groß sein. Doch zunächst könnte sich die Begeisterung bei so manchem Zuschauer etwas in Grenzen halten, wirkt die eigentliche Zirkusshow doch recht unglaubwürdig. Man mag den „Freaks“ ihre Fähigkeiten einfach noch nicht so recht abkaufen und viele Szenen wirken befremdlich. Das allerdings soll sich schnell ändern, als im späteren Verlauf dann doch eine hohe Spannung aufkommt. Hierfür sorgt insbesondere die spektakuläre Auseinandersetzung zwischen den Vampiren und den „Vampeuren“. Um nämlich seinen Freund zu retten, schließt sich Darren den Freaks an und lässt sich in einen Halbvampir verwandeln. Doch ausgerechnet das sorgt dafür, dass Steve sich den Gegnern, den Vampeuren, anschließt und zum größten Feind seines ehemaligen besten Freundes sorgt. Diese oft verwendete, aber immer wieder spannende Rivalität zweier ehemaliger Freunde sorgt für reichlich Spannung und kann zudem viel Action in den Film hineinbringen, der anfänglich so befremdlich erschien. Spätestens jetzt sollte „Mitternachtszirkus“ nahezu jeden Zuschauer mitreißen und begeistern können. Umso besser also, dass auch die restlichen Charaktere einige interessante Rollen einbringen können, wenngleich die meisten durchaus stereotypisch erscheinen. So übernimmt das süße Affenmädchen einmal mehr die typische Rolle der niedlichen Verliebten und der Vampir Larten Crepsley, gespielt von John C. Reilly übernimmt die übliche Rolle des Mentors und Anführers, der zugleich seinen neuen Schützlich beschützen will. Typische, aber immer wieder gut funktionierende Rollen also. Optisch kann „Mitternachtszirkus“ unterdessen aber auch mit einer düster-makabren, aber zugleich jugendlichen Welt überzeugen und zeigt damit eine ausgesprochene Liebe zum Detail und viel Kreativität. Besonders diejenigen, die auf Vampirfilme mit Herzschmerz-Elementen a la „Twilight“ nicht so besonders stehen, könnten mit „Mitternachtszirkus“ eine interessante Alternative finden, die sich stark von den Vampirfilmen der letzten Zeit abgrenzen kann. Gleichzeitig muss man aber auch eingestehen, dass wir hier weder einen Horror-, noch einen auf Erwachsene ausgerichteten Actionfilm zu sehen bekommen. Einen neuen „Blade“ sollte also definitiv niemand erwarten. Wer sich also auf etwas Kreativeres einlassen will und kann, darf sich „Mitternachtszirkus“ also gern zu Herzen nehmen.
Fazit:
Spannender Vampirfilm mit einer düster-makabren Atmosphäre und viel Kreativität – eine interessante Alternative zu den restlichen Genre-Vertretern der letzten Zeit.