Review
| Kraken – Erwachen der Tiefe |
| Land/Jahr: NOR 2026 |
| Genre: Horror |
| Regie: Pal Oie Sjur Aarthun |
| Darsteller: Sara Khorami Mikkel B. Silset Ingvild H. Bygdnes Oyvind Brandtzaeg Jenny Evensen Steinar K. Hallert |
| FSK: ab 12 Jahren |
| Dauer: 94 Minuten |
| Kaufstart: 30. Oktober 2026 |
| Label: Splendid Film |
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Im tiefsten Fjord Norwegens geschehen seit einiger Zeit etwas seltsame Dinge. Hin und wieder verschwinden dort Menschen völlig spurlos, Wildlachse sterben in größerer Zahl als üblich und manchmal tauchen sogar Touristen plötzlich als zerstückelte Leichen wieder auf. Das bringt insbesondere die Meeresbiologin Johanne auf den Plan, die dem Geschehen mittels einer Inspektion auf einer Fischzuchtfarm auf den Grund gehen will. Dort nämlich wird eine neuartige Schalltechnologie eingesetzt, um den gezüchteten Lachs von Läusen zu befreien und so die Produktivität zu erhöhen. Dumm nur, dass sie dabei noch gar nicht ahnen, dass ihre Technologie auch Auswirkungen auf den restlichen Fjord hat: In den Tiefen des Wasser lauert nämlich längst ein riesiges Monster, das nur darauf wartet, nicht nur für die Zuchtfarm zu einer gefährlichen Bedrohung zu werden…
Kritik:
Die Monster aus dem Wasser faszinieren die Menschen schon seit Jahrhunderten. Das beste Beispiel dafür ist bis heute die Legende um das berühmte Monster von Loch Ness. Aber auch die Angst vor riesigen Oktopussen ist keine wirkliche Neuheit. Mit „Kraken – Erwachen der Tiefe“ widmet sich einmal mehr ein Tier-Horrorfilm diesem Phänomen.
Monster von Loch Sogne
Eine gewisse Unheimlichkeit strahlen tiefe Gewässer offenbar vor allem in Regionen aus, in denen es eher kalt, feucht und neblig zu geht. Da haben Schottland und Norwegen also einiges gemeinsam: Das Klima ist ähnlich, die Meeresarme und Seen sind genauso neblig und von Hügeln und Bergen umgeben, wie in den Highlands. Und so entsteht auch bei „Kraken“ ein atmosphärischer Look, der trotz seines Settings in Norwegen schnell an die alten Sagen Schottlands erinnert. Für eindrucksvolle Landschaftsbilder und hübsche Kamerafahrten taugt der Film also bereits allemal und die Stimmung der Bilder trägt einiges dazu bei, dass wir die mysteriöse Tiefsee noch etwas angsteinflößender finden.
Austauschbarkeit ohne kulturelle Eigenschaften
Ein bisschen schade ist es dabei, dass „Kraken“ diese Steilvorlage eigentlich kaum nutzt. Einen kleinen Einblick in die Kultur und die Lebensweise Norwegens zu liefern und so die Charaktere auf interessante Weise auszuarbeiten, hätte sich bei diesem Film geradezu angeboten, zumal sich der Horrorfilm mit seinem anfänglich langsamen Aufbau auch genügend Zeit dafür nimmt. Die Chance allerdings verpasst der Streifen und lässt die Hauptfiguren eher blass, oberflächlich und austauschbar. Das fügt sich wiederum unangenehm konsequent in die eigentliche Handlung ein: „Kraken“ bedient sich nämlich einmal mehr an der klassischen Umweltstory mit Kapitalismuskritik an einem skrupellosen Unternehmen, dem die mögliche Umweltkatastrophe völlig egal ist. Das entpuppt sich allerdings als ähnlich einfallslos, wie die Charakterdarstellung um die Hauptdarsteller Sara Khorami, Mikkel Bratt Silset und Jenny Evensen, die allesamt nur wenig besondere Merkmale hervorbringen.
Die unheimlichen Tiefen
So muss „Kraken“ seine gesamte Spannung also auf der Ungewissheit in der Tiefe aufbauen. Zumindest hier kann der Film punkten, da er ähnlich funktioniert, wie vergleichbare Genrevertreter: Die Neugierde des Zuschauers, was da wohl alles in den unbekannten Tiefen des Wasser lauert und welche möglicherweise neuartigen Kreaturen da auf Wissenschaftler und Taucher warten könnten, zieht das Publikum in seinen Bann. Insbesondere dann, wenn neben dem eigentlichen Monster gar noch neue parasitäre Spezies auftauchen, die eine gewisse Angst vor dem Wasser geradezu fördern wollen. Ein bisschen schießt „Kraken“ aber auch da leider über das Ziel hinaus, denn obwohl die Wesen bereits als solches bedrohlich genug erscheinen, versucht man die Dramaturgie durch unnatürliches Verhalten der Tiere zu steigern. Wenn es allerdings wirkt, als könnte ein Riesen-Oktopus mit seinen Tentakeln sehen, sabotiert der Film damit auch an manchen Stellen seine eigene Spannung.
Fazit:
Ganz nach dem Prinzip des Monsters von Loch Ness, widmet sich der norwegische Creature Horror einem unheimlichen Ungeheuer aus der Tiefe. Dabei gelingt es ihm zwar, eine dramatische, mysteriöse Atmosphäre aufzubauen, schwächelt aber bei der Ausarbeitung seiner Charaktere und der klischeehaft dünnen Story.
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