• Startseite|
  • News|
  • Games|
  • Kino|
  • Bücher|
  • Verlosung|
  • Partner|
  • Impressum
  • Review

    The Oak Room

    The Oak Room


    Land/Jahr:
    CDN 2020
    Genre:
    Thriller
    Regie:
    Cody Calahan
    Darsteller:
    RJ Mitte
    Peter Outerbridge
    Ari Millen
    FSK:
    ungeprüft
    Dauer:
    89 Minuten
    Kaufstart:
    31. Juli 2026
    Label:
    Indeed Film

    Drei Jahre lang war College-Abbrecher Steve vollständig von der Bildfläche verschwunden. Sogar die Beerdigung seines eigenen Vaters hat er nicht besucht. Bis er während eines schweren Schneesturms eines Tages plötzlich wieder im Pub von Barkeeper Paul hereinschneit und offenbar die Hinterlassenschaften einsammeln will. Der ist unterdessen nicht allzu positiv auf ihn zu sprechen, macht ihm schwere Vorwürfe und versucht nach all den Jahren noch diverse Schulden einzutreiben. Bezahlen möchte Steve seine Schulden allerdings nicht mit Geld, sondern eher mit einer Geschichte, die die Aufmerksamkeit des Barkeepers wecken könnte. Denn das, was Steve zu sagen hat, klingt eher wie eine Drohung. Eine Drohung, die dem Pubbesitzer das Leben kosten könnte…

    Kritik:
    Die verbalen Auseinandersetzungen in einem Pub können ganz schön intensiv und nervenaufreibend sein. Vor allem dann, wenn potentiell das Leben der Beteiligten von dessen Ausgang abhängt. Das wusste auch schon Quentin Tarantino, der mit „The Hateful Eight“ genau so eine nervenaufreibende Gesprächsrunde inszenierte. Regisseur Cody Calahan versucht eine solche Handlung nun in einem etwas moderneren Setting.

    Auf den Spuren von Tarantino
    Dabei setzt „The Oak Room“ auf eine ähnliche Prämisse, bei der ein Pub in einer amerikanischen Kleinstadt für ein dialoglastiges Kammerspiel dient. Draußen vor der Tür wütet ein schwerer Schneesturm, der uns schnell an „Fargo“ erinnert und für eine eigenwillige Atmosphäre sorgt. Die rustikale Einrichtung des Pubs wiederum versorgt den Film mit einem Mix aus wohliger Wohnzimmeratmosphäre und einer seltsamen Fremde. In dieser Kulisse reichen zunächst auch zwei Protagonisten, um zu fesseln. RJ Mitte aus „Breaking Bad“ und Peter Outerbridge aus „Es: Welcome to Derry“ stoßen als wenig freundlich gesinnte Gesellen aufeinander, die noch ein paar alte Rechnungen zu klären haben. Ein solcher Familienkonflikt ist realitätsnah und kann in seiner verbalen Wirkung schon durchaus ein bisschen fesseln.

    Geschichten aus dem Pub
    Danach allerdings stellen wir schnell fest, dass es „The Oak Room“ auch bei einem solchen dialoglastigen Kammerspiel belässt und sich trotz des blutigen Covers ganz schön Zeit dabei lässt, bis der Streifen tatsächlich zu einem Thriller wird. Gute zwei Drittel vergehen also, in denen sich die beiden Hauptprotagonisten an der Bar gegenseitig Geschichten erzählen. Oder in ihren Geschichten wiederum von dritten Personen berichten, die ebenfalls eine Geschichte zu erzählen haben. Die ununterbrochene und in die Länge gezogene „Geschichte in der Geschichte“ nimmt insgesamt aber erheblich zu viel Raum ein und sorgt dafür, dass sich der Zuschauer in der gesamten ersten Stunde des Films zunehmend langweilt. Einfach nur Geschichten zuzuhören, reicht in einem Film einfach nicht, wir schauen hier ja schließlich kein Hörbuch. Zumal die Bedrohungslage nicht ansatzweise solche Spitzen erreicht, wie Tarantino in seinem grandiosen „The Hateful Eight“.

    Spannung weicht dem ausschweifenden Dialog
    Erst im letzten Drittel, wenn sich die Auflösung des Geschichtenerzählens langsam nähert und Peter Outerbridge als Barkeeper Paul zunehmend realisiert, dass dessen Inhalt die Wiedergabe einer persönlichen Bedrohungslage darstellt, kann „The Oak Room“ ein wenig an Fahrt aufnehmen und entwickelt sich zunehmend zu einem intelligenten Thriller, der nur sehr sehr wenige Gewaltszenen benötigt, um letztendlich doch ein wenig Spannung aufzubauen. Die restlichen gerade einmal zwanzig Minuten, in denen der Film dann allerdings seinen Höhepunkt erreicht, erscheinen dann leider aber doch deutlich zu kurz, um beim Publikum ein zufriedenes Gefühl zu hinterlassen. Die Idee ist somit zwar gelungen, doch verpasst „The Oak Room“ leider den Moment, rechtzeitig genug seine spannenden Momente aufzubauen. Da hilft dann auch kein hübsch anzusehender Schneesturm mehr.

    Fazit:
    Geschichten aus dem Pub: „The Oak Room“ versucht sich am Prinzip von Tarantinos kultigem Western, braucht aber deutlich zu lange, um Spannung und Bedrohungslage in den Mittelpunkt zu rücken. Dadurch bleibt der Thriller am Ende eine eher langweilige Gesprächsrunde am Tresen, die erst in den letzten Minuten den Zuschauer erreicht.

    Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt..