Review
| Skull: Die Maske |
| Land/Jahr: Brasilien 2020 |
| Genre: Horror |
| Regie: Armando Fonseca Kapel Furman |
| Darsteller: Natallia Rodrigues Wilton Andrade Ivo Müller Tristan Aronovich Ricardo Gelli |
| FSK: ungeprüft |
| Dauer: 90 Minuten |
| Kaufstart: 31. Juli 2026 |
| Label: Indeed Film |
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Bereits im Jahre 1944 wird eine geheimnisvolle Maske bei einem Experiment der Nationalsozialisten verwendet, um den Dämon Anhanga, von dessen Existenz die Bewohner der Amazonasregion überzeugt sind, heraufzubeschwören. Heute taucht die Maske bei archäologischen Ausgrabungen in Sao Paolo plötzlich wieder auf und das Unheil lässt nicht lange auf sich warten. Innerhalb kürzester Zeit gelingt es ihr, Besitz von einem menschlichen Wirt zu erlangen und sich auf eine blutige Jagd durch die Stadt zu begeben. Das Ziel: Den Opfern ihre Herzen aus dem Körper reißen, um sie der Gottheit Anhanga zu opfern. Einzig die Polizistin Beatriz Obdias versucht, den mysteriösen Mörder aufzuhalten – und gerät dabei selbst in einen Kampf um Leben und Tod, bei dem sie auch ihr Gewissen hin und wieder ausblenden muss…
Kritik:
Wenn sich ein österreichisches Label wie Illusions Unltd. gemeinsam mit Indeed Film dazu entscheidet, einen Film lieber gleich ungeschnitten in unserem Nachbarland zu veröffentlichen und auf eine FSK-Prüfung zu verzichten, spricht das meistens für einen recht brutalen, blutigen und kompromisslosen Film. Erst recht, wenn auch noch das Logo des Indie-Studios Black Lava auf der Hülle auftaucht. „Skull: Die Maske“ ist zwar sicherlich nicht der heftigste Film des Labels, die handgemachten Effekte können sich aber durchaus sehen lassen.
Handgemachter Gore für Genrefans
Genau um die soll es dann letztendlich auch hauptsächlich gehen, wenn die Regisseure Kapel Furman und Armando Fonseca bei ihren Special Effects aus lauter Gore-Szenen doch einfach einmal selbst Hand anlegen. Der eingefleischten Horrorfilm-Zielgruppe wird das sicherlich gefallen, denn „Skull: Die Maske“ verzichtet vollständig auf computeranimierte CGI-Effekte und setzt lieber auf die alte Schule. Handgemacht soll da jeder Blick in die Eingeweide menschlicher Körper sein, wenn der Bösewicht die Herzen aus dem Brustkorb reißt, Gedärme aus den Körpern zieht und ganze Bauchräume aufschneidet. Das wirkt zwar auch ein bisschen altbacken, als stamme der Film aus den 80ern oder 90ern, hat aber auch interessante Momente: Das Creature Design des blutrünstigen Dämons voller Blut kann sich schließlich vor allem dann sehen lassen, wenn er die Eingeweide seiner Opfer zum Schwingen seiner Waffe verwendet.
Mix aus Krimi und Okkultismus
Solche Effekte sind letztendlich aber auch nötig, denn so interessant die Idee um einen Dämon und seine verselbstständigende Maske auch sein mag, so wenig Story bietet der Film leider zugleich. Das verschärft sich auch durch die Problematik, dass es den Machern leider an jeglichem Gespür für einen mysteriösen Spannungsaufbau mangelt. Gleich in der ersten Szene werden die Rituale der schwarzen Magie offenbart und damit praktisch der Hintergrund der Handlung unmittelbar offengelegt. Da gibt es keinen langsamen Mystery-Aufbau, bei dem die Hintergründe der Todesfälle zunächst unbekannt wäre und schlussendlich auch keine Wendungen, die das Publikum überraschen könnten. Anspruchsvollere Zuschauer, die hier einen religiösen Horrorfilm mit okkulter Hintergrundgeschichte erwartet hätten, werden „Skull: Die Maske“ daher vermutlich eher wenig zu schätzen wissen.
Horror-Krimi scheitert an teilnahmsloser Darstellerin
Nun hätten Furman und Fonseca aus der Geschichte durchaus auch einen außergewöhnlichen Horror-Krimi machen können. Die Basisgrundlage mit der Story um die Polizistin Beatriz Obdias bietet der Film nämlich. Aber so wirklich scheinen die Macher sich auch diese Mühe nicht machen zu wollen, kann man inhaltliche Lücken doch wunderbar durch noch mehr Gore und Gemetzel ersetzen. Trotzdem bleibt die Frage berechtigt, warum Darstellerin Nathalia Rodrigues in der Rolle der Polizistin derartig teilnahmslos und wortkarg bleibt, dass ihre Figur praktisch keinerlei Interesse beim Zuschauer weckt. Ihr Vorgehen bei den Ermittlungen ist gar derart unglaubwürdig und belanglos, dass sie sogar darauf verzichtet, vermeintlichen Verdächtigen überhaupt erst Fragen zu stellen. Ein bisschen mehr Mühe darf sich ein Film aber doch geben – selbst, wenn die Handlung bewusst simpel gehalten ist.
Fazit:
Mit handgemachten Gore-Effekten und einem durchaus gelungenen Bösewicht, der die Eingeweide seiner Opfer zum Bedienen seiner Waffe nutzt, kann „Skull: Die Maske“ sicher bei der Hardcore-Zielgruppe ein paar Punkte sammeln. Den anspruchsvollen Zuschauer wird die dünne Story, das mangelnde Gespür für Spannungsaufbau und die teilnahmslosen darstellerischen Leistungen von Rodrigues aber eher enttäuschen.