Transcendence - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Transcendence

    Transcendence


    Land/Jahr:
    USA 2014
    Genre:
    Sci-Fi / Thriller
    Regie:
    Wally Pfister
    Darsteller:
    Johnny Depp
    Morgan Freeman
    Rebecca Hall
    Paul Bettany
    Kate Mara
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    114 Minuten
    Kaufstart:
    28. August 2014
    Label:
    Tobis

    Dr. Will Caster gehört zu den anerkanntesten Wissenschaftlern im Bereich der Computertechnologien. Sein weltweit berühmtes Unternehmen ist führend bei der Erforschung von künstlichen Intelligenzen und steht kurz vor einem Durchbruch. Sie wollen mittels Quantenprozessoren und ausgeklügelter Software ein erstes denk- und empfindungsfähiges künstliches Bewusstsein erschaffen. Bisher sind die ersten Ansätze allerdings noch weit davon entfernt, die Menschheit zu revolutionieren. Einer Gruppe aus fundamentalistischen Terroristen reicht das allerdings bereits aus, um darin eine Bedrohung zu erkennen und es für den Überschritt einer Grenze der menschlichen Evolution zu halten. Nicht einmal vor Mord schrecken sie zurück, um die Entwicklung zu stoppen. Bei einem Anschlag auf seine Forschungslabore wird auch Dr. Will Caster schwer verletzt und radioaktiv vergiftet. Doch gerade das verschafft dem Unternehmen erst recht den nötigen Durchbruch: Es gelingt ihnen, ein vollständiges bestehendes menschliches Bewusstsein in einen Computer zu transferieren und weiterleben zu lassen, noch bevor Dr. Caster aus dem Leben scheidet. Sie nennen es die „Transzendenz“ – doch die Folgen sind unvorhersehbar…

    Kritik:
    Die Erschaffung einer künstlichen Intelligenz, die alle digitalen Netze des Planeten völlig autonom kontrollieren kann und zudem zu emotionalen Empfindungen fähig ist, dürfte der große Traum eines jeden Wissenschaftler und Informatikers sein. Nicht wenige Filme haben sich bereits ausgiebig mit diesem schwierigen Thema auseinandergesetzt. Nun ist Johnny Depp an der Reihe, diese Thematik auf ein neues Level zu heben.

    Gar kein Egozentriker
    Beachtet man, dass „Transcendence“ der wohl erste richtige Science-Fiction-Thriller sein mag, in dem Johnny Depp jemals die Hauptrolle übernommen hat, sollte wohl klar sein, dass seine Rolle deutlich von seinen üblichen Figuren abweicht. Bisher kannte man ihn schließlich als richtigen Egozentriker mit außergewöhnlichen Charakteren, völlig abgedrehten Eigenschaften und einer überaus großen Verrücktheit. Dieses Mal ist jedoch alles anders: Johnny Depp spielt einen ganz normalen, verwundbaren Mann in einem Wissenschaftslabor. Keine verrückten Frisuren, keine außergewöhnlichen Verhaltensweisen, sondern einfach einen Mann mit wuscheligem Haar und hoher Intelligenz. Etwas zu hoch vielleicht, wie man schon bald feststellen wird, denn er ändert seine Rolle ganz drastisch. Als künstliche Intelligenz soll er schon bald auftauchen und sich selbst neu rekonstruieren. Visuell dabei ziemlich eindrucksvoll.

    Die Erschaffung der Borg
    „Transcendence“ perfektioniert die Vorstellung von einer künstlichen Intelligenz. Mit eigenem Empfinden, autonomen Denkfähigkeiten und unbegrenztem Wissen ist das Potential dieser neuen Technologie scheinbar völlig grenzenlos. Durch Vernetzung mit allen Informationen, die die Menschheit je erfasst hat, könnte es schließlich gelingen, durch extrem erhöhte Intelligenz gepaart mit dem Urteilsvermögen eines Menschen, die Wissenschaft vollkommen zu revolutionieren. In Sekundenschnelle wird die Nanotechnologie perfektioniert, die Medizin vollkommen revolutioniert und schon bald gar Maschinen geschaffen, die biologisches Gewebe erschaffen und sich selbst einen menschlichen Körper verleihen können. Die Möglichkeiten sind ohne Grenzen – die Gefahren allerdings auch. „Transcendence“ wird zu einer Art Vorgeschichte zu „Star Trek“: Die Erschaffung der Borg, einem kollektiven Bewusstsein, das Mensch und Maschine vollkommen vereint. Mit einer solchen Story geling es dem Sci-Fi-Thriller natürlich schnell, seine Zuschauer zu fesseln und zu faszinieren.

    Digitalisierung des Bewusstseins
    Natürlich hält man sich bei einem rein auf Unterhaltung abzielenden Blockbuster nicht ganz an wissenschaftliche Fakten. So gehen manche Wissenschaftler schließlich heute davon aus, dass digitale Computer niemals in der Lage sein werden, eine denkfähige künstliche Intelligenz auszuführen – auf Grund ihrer begrenzen Möglichkeiten. Eine viel fortschrittlichere Technologie wäre dafür notwendig, vielleicht gar der biologische Nachbau eines Gehirns. „Transcendence“ legt auf diese Erkenntnisse allerdings nicht allzu viel Wert. Kaum sind die Quantenprozessoren im Gespräch, werden diese natürlich verwendet, um ein wenig Ängste zu schüren. Ziemlich abgehoben ist dabei die Vorstellung, einen kompletten menschlichen Geist in einen Computer „hochzuladen“ und diesen anschließend autonom arbeiten zu lassen. Von Realismus ist der Film also definitiv weit entfernt – kann man das allerdings ausblenden, bekommen wir einen spannenden und audio-visuell faszinierenden Thriller geboten, der sich auch schwierigen ethischen Fragen widmet. Gesprächsstoff dürfte „Transcendence“ damit also sicherlich hinterlassen.

    Fazit:
    Vom Egozentriker zur künstlichen Lebensform: Johnny Depp beschert uns mit einer weiteren ungewöhnlichen Rolle einen spannenden Science-Fiction-Thriller rund um digitale Bedrohungen und ethische Fragen. Lediglich der Realismus leidet unter diversen Übertreibungen.